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Handball: Landesliga

Havixbecker gründen eigene Darts-Liga

Havixbeck

In der Corona-Pandemie kamen Sportler landauf, landab auf einige interessante Ideen. Die Landesliga-Handballer von SW Havixbeck gründeten etwa eine eigene Darts-Liga. Der erste Meister wurde inzwischen ermittelt.

Christian Besse

Zwischen Darts und Handball gibt es große Unterschiede, aber auch einige Parallelen. Das haben die Havixbecker Handballer schon mehrfach erfahren. Foto: SW Havixbeck

Handball und Darts haben eine Menge Gemeinsamkeiten – es zählen in beiden Fällen Wurfarm, Treffsicherheit und Trefferquote. Es gibt aber auch viele Unterschiede: So muss der Ball in einem Fall ins Eckige, im anderen Fall der Pfeil ins Runde. Hier der Mannschaftssport, dort die Einzelkämpfer . . . Die Landesliga-Handballer von SW Havixbeck bringen ihre in vielen Jahren auf dem Parkett erworbenen Stärken nun im Darts mit ein und überbrücken die Unterschiede zwischen den Sportarten mit wachsender Routine.

Denn die Mannschaft der Schwarz-Weißen hat ihre eigene Darts-Liga gegründet. Initiatoren waren Frederick Leusmann und Joshua Schmidt, auf dem Handballparkett Rechtsaußen und Allroundspieler. „Wir haben im vergangenen Herbst an einem offiziellen Darts-Wettbewerb in Steinfurt teilgenommen“, erzählt Leusmann. „Es war für Joshi und mich die erste Turnierteilnahme. Wir wollten mal schauen, wie gut wir sind – und wir waren nicht gut“, berichtet der 26-Jährige lachend.

Doch so kamen die zwei Handball-Cracks, die bisher hin und wieder gemeinsam mit dem Teamkollegen Christopher Wiesner gedartet hatten, auf die Idee, das Engagement an der Wurfscheibe auszubauen – mit einer eigenen Liga. „Weil man ja zurzeit außer Jogging nicht viel machen kann“, so Leusmann.

Gemeinsam mit Schmidt gründete er eine WhatsApp-Gruppe, über die sie ihre Kumpels anschrieben. Das Resultat: Schnell meldeten sich zehn weitere Handballer, darunter zwei aus der zweiten Mannschaft. Anfang November wurde die Liga mit dem ersten Spieltag gestartet. Die Regeln: Jeder tritt gegen jeden an, bei insgesamt zwölf Konkurrenten macht das elf Spieltage. Gespielt wird in wöchentlichem Rhythmus.

Etwas kompliziert wurde es mit der praktischen Ausrichtung der Spiele. Da die Regeln des Corona-Lockdowns persönliche Treffen im Rahmen der Darts-Liga ausschließen, spielt jeder für sich. Heißt konkret: Die beiden aufeinandertreffenden Spieler filmen ihre Dartsscheiben mit ihren Handys (idealerweise auf der Stange). Ein Dritter sorgt dafür, dass die Bilder beider Scheiben plus Ergebnisstand per Zoom-Programm auf den Computer-Bildschirmen der Spieler und zuschauenden Konkurrenten zu sehen sind. Frederick Leusmann: „Meist gucken acht, neun Leute zu.“ „Man sieht die Scheiben, hört mit den Pfeilen ein Tock, Tock, Tock und dann schon mal einen Fluch oder einen Freudenschrei.“

Im Januar war die erste Liga-Saison zu Ende. Erster und damit Meister wurde mit Joshua Schmidt der auch auf dem Handballfeld treffsicherste Schwarz-Weiße. Er wurde in der zurückliegenden Aufstiegssaison Torschützenkönig der Bezirksliga. „Joshi hat offenbar einen ganz besonderen Wurfarm“, scherzt Teamkollege Leusmann. Sein eigener Wurfarm ist aber offenbar auch nicht von schlechten Eltern, denn er wurde Zweiter am Ende der Darts-Saison. Gefolgt von David Brinkgerd, der nicht mehr im Havixbecker Handballkader ist, weil er inzwischen in den Niederlanden arbeitet und lebt.

Noch während die Darter ihren ersten Meister ausspielten, hatten sich weitere Interessierte gemeldet – unter ihnen auch Bastian Weiper, der in München lebt. Für die zweite Saison, die am 1. Februar begonnen hat, haben 17 Spieler ihren Hut in den Ring geworfen. Zu Beginn der Spielzeit steht ein Qualifying, über das die Teilnehmer an der ersten (acht Spieler) und zweiten Liga (neun) entschieden werden.

Auf eine eigene Instagram-Seite, die von Joshua Schmidt betreut wird, werden Spielpläne und Ergebnisse, für die Frederick Leusmann verantwortlich zeichnet, gestellt. Mittlerweile gibt es auch Statistiken etwa mit Bestleistungen, Averages oder Doppelquoten (betreut von Christopher Wiesner).

Das Treiben der Handballer ist in Havixbeck nicht unentdeckt geblieben. Zwei weitere interessierte Dartsspieler aus dem Bekanntenkreis würden jetzt auch gerne mitmischen.

Und wie ist es nun um die Spielstärke der schwarz-weißen Darts-Liga bestellt? „Wir sind noch nicht so gut, aber wir merken, dass wir ständig besser werden“, sagt Leusmann. Er selbst trainiere im Moment seltener, weil er zurzeit in Klausuren stecke. „Aber mindestens jeden zweiten Tag stelle ich mich auch in meinem Zimmer an die Scheibe.“

Ungebetener Geburtshelfer der Liga war – natürlich – die Corona-Pandemie. Würde im Umkehrschluss ein endgültiger Rückzug des Virus und der Restart des Handball-Betriebs das Ende bedeuten? Leusmann: „Das wissen wir noch nicht genau. Wenn wir wieder in die Halle dürfen, trainieren wir zwei Mal die Woche und spielen am Wochenende. Dann hat der Handball natürlich Vorrang. Aber es kann natürlich trotzdem sein, dass wir mit Darts weitermachen.“

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