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Reiten: Septemberturnier in Appelhülsen

Reto Weishaupt gewinnt das S-Springen

Appelhülsen

Bestes Wetter, guter Zuschauerzuspruch, spannender Sport, glückliche Sieger – aber auch ein böser Sturz. Für Christoph Bonmann, 1. Vorsitzender des RV Appelhülsen, fällt die Bilanz nach dem Vereinsturnier daher gespalten aus.

Von Michael Schulte

Reto Weishaupt war im S-Springen der Beste: Mit Queen of Jump gewann er zum dritten Mal eine schwere Prüfung. Foto: Denise Gehltomholt

„Man kann nichts dafür, aber man möchte es auf keinen Fall erleben“, sagte Bonmann einen Tag nach dem Septemberturnier. Es war das M-Springen am Sonntagmittag, das sportlich nicht unbedingt im Fokus stand, später aber leider eine Hauptrolle bekam. Denn mit ihrem sechsjährigen Joker de l’enclos de l’ange war Arundell Beerbaum sehr gut unterwegs, erwischte dann einen Absprung nicht richtig, flog aus dem Sattel und stürzte so schwer, dass sie ins Krankenhaus transportiert werden musste. Am Montag wurde bekannt, dass die Ehefrau von Ludger Beerbaum einen doppelten Kieferbruch erlitten hat. „Das ist natürlich extrem bedauerlich und hat uns alle hart getroffen.“ Bonmann selbst hatte auch Mühe, sich auf den restlichen Ablauf des Turniers zu konzentrieren, „denn die Stimmung war doch auf dem Nullpunkt“.

Dennoch musste es weitergehen, schließlich standen noch die beiden Hauptattraktionen auf dem Programm, das S*-Springen mit Stechen und die S*-Dressur. Und die Leistungen in beiden Prüfungen sorgten dann letztlich für einen halbwegs versöhnlichen Abschluss.

In der Dressur knackte Franziska Vosskötter (RFV Ostbevern) als einzige die Schallmauer von 70 Prozentpunkten. Auf Dark Infinity sammelte sie 903,5 Punkte, was 71,706 Prozent entsprach. „Das Pferd habe ich selbst ausgebildet und von der L-Dressur bis in den großen Sport geführt. Es war jetzt mein sechster Sieg in einer S-Dressur, immer mit diesem Pferd. Nun hoffe ich auf vier weitere Erfolge, denn mein großes Ziel ist das Goldene Reiterabzeichen.“ Nebenbei sei noch erwähnt, dass Franziska Vosskötter schon vor 14 Tagen in Appelhülsen triumphiert hat, damals mit der Mannschaft aus Ostbevern beim Provinzialturnier um die westfälische Meisterschaft.

Hinter der jungen Dame aus Ostbevern kamen Leonie Rengshausen (ZRFV Lützow Selm-Bork-Olfen) auf Samurai-Rock (68,571) und Doris Knells (ZRFV Laggenbeck) auf Fiorenzo (67,897) auf die Plätze zwei und drei. Auch Kathrin Becker (RV St. Georg Werne) auf Theos Jern (66,349) und Ricarda-Franziska Peukert (Erbes-Büdesheim) auf Golden Gate (66,151) durften als Nächstplatzierte mit ihren Vorstellungen zufrieden sein. In einem fast reinen Damen-Feld versuchte Frank Feldmann (RFV Sprakel) auf Zauberprinz die Ehre des männlichen Geschlechts zu retten, was ihm mit Rang 13 und 63,770 Prozentpunkten nur bedingt gelang.

Als „ewiger Zweiter“ war es für den Schweizer Reto Weishaupt (RV Ahaus-Ammeln) eine große Freude, dass er auf Queen of Jump das S*-Springen gewinnen konnte. „Mein dritter Sieg in dieser schweren Prüfung überhaupt, an meinen letzten kann ich mich fast nicht mehr erinnern. Daher bin ich sehr glücklich, dass ich endlich mal wieder gewonnen habe.“ Im Normalparcours fehlerfrei und die Schnellste, dann auch im Stechen ohne Abwurf in 40,75 Sekunden – Weishaupts „Königin des Sprungs“ wurde ihrem Namen gerecht. Aber es war knapp. Denn Manuel Feldmann (RuFV Isterberg) hatte gleich zwei Pferde ins Stechen gebracht. Mit beiden lag er auf Erfolgskurs. Aber am Ende fehlten ihm mit Robert (0/40,96) nur 21 Hundertstelsekunden, während die schnelle Runde auf Commaron mit einem Springfehler jäh beendet wurde und ihm letztlich Rang vier einbrachte. Dritter wurde Mario Maintz (RV Laer) auf Bynamics Couthaloubet (4/39,63), die zwar die Schnellsten im Stechen, aber eben nicht fehlerfrei waren. Zeitgleich mit Feldmann auf Commaron belegte André Wesseler (Melle-Gesmold) auf Chaccatona (4/42,43) ebenfalls Rang vier.

„Mit 24 Startern hatten wir ein starkes Teilnehmerfeld, das uns guten Sport serviert hat. Sieben Paare im Stechen machten die Sache dann richtig spannend. Es war ein tolles Springen“, freute sich Christoph Bonmann am Ende dann doch noch etwas.

Im kombinierten Wettbewerb „Junior-Cup der TG Baumberge“ feierte der RV Bösensell in der Tageswertung einen Doppelsieg: Helena Kuhlmann sicherte sich mit Wolskin den ersten Platz mit der Wertnote 15,7. Denkbar knapp geschlagen wurde Lisa Schulze Zumkley mit Looping Zweite (15,6). Nanne Joana Lördemann vom RV Appelhülsen platzierte sich mit Night Girl auf Rang drei (15,1) vor Malin Spielbrink mit Adelsprinzessin vom RV Darup-Nottuln mit der Wertnote 15,0. Den Stilspringwettbewerb hatte mit Greta Rönnebäumer auf Mo Joe eine weitere Bösensellerin gewonnen (8,0). Nanne Joana Lördemann war hier mit Night Girl Zweite geworden (7,9). Bronze holte Helena Kuhlmann mit Wolfskin (7,8).

Im Dressurreiter-Wettbewerb stand Lisa Schulze Zumkley ganz oben auf dem Treppchen (8,0). Sie verwies damit Helena Kuhlmann (7,9) sowie Leni Abeling (RV Bösensell) mit Miss Holly (7,7) auf die Plätze.

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