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Handball: Frauen Bezirksliga

Tine Hünteler-Hekman verlässt GW Nottuln

Nottuln

Einen schmerzhaften Abgang muss demnächst die Handball-Frauenmannschaft von GW Nottuln hinnehmen. Nach fünf Jahren bricht die ehemalige Handball-Nationalspielerin Tine Hünteler-Hekman ihre Zelte beim Nottulner Bezirksligisten ab.

Von Klaus Schulte

Immer darum bemüht, das Beste aus ihren Spielerinnen herauszuholen: Tine Hünteler-Hekman. Foto: Klaus Schulte

Fünf Jahre lang trainierte sie erfolgreich die Bezirksliga-Handballerinnen der DJK Grün-Weiß Nottuln, doch nun ist Schluss. Tine Hünteler-Hekman sitzt in der kommenden Saison nicht mehr auf der Bank der Grün-Weißen. Die ehemalige 162-fache niederländische Nationalspielerin mit Stationen bei Bayer Leverkusen (Bundesliga), SC Greven 09 (2. Bundesliga) und DJK Eintracht Coesfeld-VBRS (Oberliga), war nach ihrer aktiven Zeit einige Jahre Trainerin bei der DJK Coesfeld-VBRS, ehe sie in Nottuln anheuerte.

„Mein Abschied hat in erster Linie persönliche und familiäre Gründe“, betont sie. Bei der Wahl des Wohnortes hätten berufliche Aspekte eine Rolle gespielt. Dass sie demnächst in Wettringen wohnen wird, ist kein Zufall, schließlich pendelt die Grundschullehrerin täglich von Nottuln zu ihrer Schule nach Enschede. „Meine Fahrzeit wird in Zukunft deutlich kürzer. Damit gewinne ich wertvolle Zeit für meine Tochter, die im Herbst in die Schule kommt“, freut sie sich.

„Tine hat mich bereits vor Monaten informiert“, zeigt sich Nottulns Handball-Abteilungsleiter Mika Peters keineswegs überrascht von der Entwicklung. „Ihre Gründe sind für mich absolut nachvollziehbar.“ Die Mannschaft würde, so Peters weiter, trotz des Abgangs der erfahrenen Trainerin gerne weiter ambitioniert und erfolgsorientiert Handball spielen wollen. „Das macht aber die Suche nach einem qualifizierten Übungsleiter nicht eben leichter. Die Vereine leiden zum zweiten Mal unter einem Saisonabbruch. Da fühlen sich viele Trainerinnen und Trainer ihrer Mannschaft und ihrem Verein auch irgendwie moralisch verpflichtet“, nennt er die Gründe für mangelnde Wechselwilligkeit vieler Übungsleiter. Zum Glück steht ihm Tine Hünteler-Hekman bei der Nachfolgersuche beratend zur Seite. Die ersten Gespräche wurden auch schon geführt, doch spruchreif ist noch nichts.

Die Mannschaft wurde von Tine Hünteler-Hekman überwiegend im persönlichen Gespräch informiert.

„Wir hatten es irgendwie schon geahnt“, verrät Kapitänin Sabrina Welp. „Schließlich sind wir auch außerhalb der Halle eine verschworene Gemeinschaft. Da bleiben persönliche Befindlichkeiten natürlich nicht außen vor.“

Seit dem Saisonabbruch findet das Training einmal pro Woche digital statt. Aber auch gemeinsame Koch- und Spieleabende per Videokonferenz gehören dazu. „Tine wird uns fehlen, denn sie hat mit ihrer Erfahrung viele von uns sportlich weitergebracht“, sagt Sabrina Welp anerkennend. „Von ihr haben wir gelernt, Handball mit Auge zu spielen.“

Jedoch ist Sabrina Welp und ihren Mitspielerinnen vor der sportlichen Zukunft nicht bange. „Jeder Wechsel birgt auch eine Chance. Und eine etwas impulsivere Trainerpersönlichkeit täte der einen oder anderen Spielerin vielleicht auch mal ganz gut“, fügt sie augenzwinkernd hinzu.

„Ich werde die gemeinsame Zeit vermissen“, schwingt bei Tine Hünteler-Hekman schon jetzt ein bisschen Wehmut mit. „Aber ich bin ja nicht aus der Welt“, fügt sie hinzu. „Ich möchte auf jeden Fall einen geordneten Übergang. Dazu hänge ich viel zu sehr an der Mannschaft. Bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden ist, will sie auf jeden Fall Trainerin bleiben. „Das habe ich Mika und der Mannschaft versprochen.“

Allerdings ist man an ihrem neuen Wohnort bereits auf die Neubürgerin aufmerksam geworden. Schließlich gilt Wettringen als Hochburg des Damenhandballs im Münsterland. Und von der Erfahrung einer derart erfolgreichen Handballerin möchte man natürlich profitieren. „Man will mich als Trainerin für die weibliche A-Jugend gewinnen, die in der Oberliga spielt“, berichtet Tine Hünteler-Hekman. „Vielleicht ist das schon etwas für die nächste Saison, wenn in Nottuln alles geklärt ist“, fühlt sie sich geehrt und fügt abschließend hinzu: „Aber ein erfolgreicher Schulstart meiner Tochter ist weit wichtiger.“

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