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Fußball: Westfalia Leer hat seit sechs Jahren ein und denselben Spielführer

Hüsing, der Dauer-Kapitän

Horstmar-Leer

Er hatte das Potenzial für eine höhere Liga, ging aber wieder zurück zu seinem Stammverein. Dort stieg er auf, reifte zum Führungsspieler und ist seit sechs Jahren der Kapitän im Team: Timo Hüsing von Westfalia Leer.

Günter Saborowski

Abgehoben? Keineswegs, denn Timo Hüsing gehört, auch wenn er (noch) in Münster wohnt, zu den Bodenständigen bei Westfalia Leer. Seit sechs Jahren ist er Mannschaftskapitän und wohnt auch bald wieder in seinem Dorf. Foto: Thomas Strack

Das Toreschießen ist nicht gerade seine Kernkompetenz. „Fünf bis zehn sind es pro Saison“, sagt Timo Hüsing. „Gerne auch mal ein Freistoß aus halbrechter Position. Das kann ich mit links ganz gut“, ergänzt er. Ansonsten sind andere für das Zählbare bei den Spielen von Westfalia Leer zuständig. Dafür hat der Capitano andere Qualitäten. „Timo war schon in jungen Jahren eine tragende Säule in unserer Mannschaft. Auf dem Platz kann er so ziemlich alles spielen. Vor allem aber kann er die Leute mitreißen“, hat Thomas Bunnefeld, Aufstiegstrainer der Leerschen in der Saison 2012/13 festgestellt.

„Timo ist eine Granate, ein Führungsspieler“, behauptet Christoph Arning, der ihn nach dessen Zeit in Wettringen mit seinem Drei-Jahresplan wieder nach Leer lotste. Mit Erfolg, denn nach einem Jahr B-Liga ging es hoch ins Kreisoberhaus, wo sich der SV Westfalia seit 2012/13 hält. Dabei hätte man den 1,82 Meter langen Dortmund-Fan auch gern in Wettringen behalten, wie Clemens Gude vom FC Vorwärts bestätigt. Aber es kam anders. „Christoph Arning hat mich und meinen Vater zu Hause auf ein Bier besucht und hat uns von seinem Plan überzeugt. Außerdem hatte ich gerade das Duale Studium in Nordkirchen begonnen“, wollte sich Hüsing neben der Ausbildung im Versailles des Münsterlandes nicht noch mehr Stress aufladen, zumal auch sämtliche Freunde in Leer beheimatet sind.

Unter Thomas Höing als Coach wurde Hüsing schließlich zum Käptn – gewählt, wie er sagt, nicht vom Trainer bestimmt: „Mein Rückhalt in der Mannschaft scheint gut zu sein. Aber wir haben auch einen Spielerrat, der mit entscheidet. Ich soll ja der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz sein“, gibt sich Hüsing bescheiden.

Auf dem Rasen spielt er dort, wo man ihn braucht. „Außer Torwart alles. Ich spiele, wo Not am Mann ist“, stopft der Linksfuß jedes personelle Loch. „Am besten ist er auf der Sechs, wenn er das Spiel vor sich hat“, sagt Thomas Bunnefeld über den Finanzbeamten, den es mittlerweile von Münster wieder in sein Heimatdorf zieht. „Das kann man wahrscheinlich nur nachvollziehen, wenn man auf einem Dorf groß geworden ist. Der Zusammenhalt ist hier sehr groß, die Stimmung am Fußballplatz sowieso, und meine Freundin kommt auch aus Leer“, versucht er die Heimatverbundenheit Nicht-Dörflern nahe zu bringen.

Das Thema Hochzeit – mit beinahe 29 Jahren nicht von der Hand zu weisen – klammert Hüsing noch aus. Für jemanden, der in Nordkirchen, einer Hochburg für derartige Feiern, seine Ausbildung genossen hat, dürfte der Anblick von Brautpaaren nichts Ungewohntes gewesen sein. Selbst als Student wird man nicht ständig die Nase in den Büchern gehabt haben. „Wir haben jetzt erst mal ein anderes Projekt vor der Nase. Ich wohne zwar noch in Münster, aber wir wollen in Leer bauen“, erklärt er, dass vor dem Heiraten der „Nestbau“ an der Reihe ist.

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