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Fußball: Germania Horstmar gewinnt das Derby gegen Leer in Unterzahl mit 1:0 (0:0)

Zehn wackere Horstmarer

Horstmar

So geht Derby, so geht Abstiegskampf! Knapp die Hälfte des Spiels nur zu zehnt, trotzdem erkämpften sich die Jungs von Germania Horstmar einen 1:0-Sieg gegen den Rivalen Westfalia Leer.

Von Tom Veltrup

Die Horstmarer warfen alles rein, was sie hatten. Teilweise auch zu viel: Hier sah Lars Berkenbrock wegen wiederholten Foulspiels die Ampelkarte, Niklas Melzer (r.) war nicht ganz einverstanden.Horstmars Torwart Tim Mensing erwischte einen Sahnetag und hielt im Derby die Null. Foto: Thomas StrackThomas Strack

Was für ein Spiel! Ein gut befülltes Stadion am Borghorster Weg, gute Stimmung, ekeliges Wetter, insgesamt sieben gelbe Karten und eine Gelb-Rote, und die Mannschaft in Unterzahl holt das Ding. Das Derby zwischen Germania Horstmar und Westfalia Leer hatte es in sich. Letztlich hieß es 1:0 (0:0) aus Sicht der Gastgeber.

Im ersten Durchgang tasteten sich beide Teams noch ein wenig ab. Die Gäste aus Leer hatten dabei die besseren Chancen. Timo Hüsings Distanzschuss wurde von Horstmar-Keeper Tim Mensing pariert (10.), Jannik Arning zielte bei einer Direktabnahme ein Stück zu hoch (19.). Es war ein offener Schlagabtausch mit vielen Fouls, jede Aktion wurde lautstark von der Tribüne befeuert. So auch in Minute 44, als Schiedsrichter Christian Jelges Horstmars Lars Berkenbrock mit der Ampelkarte duschen schickte. Horstmar musste von nun an rund eine Halbzeit lang in Unterzahl agieren.

Dezimiert wurde der TuS nach dem Seitenwechsel jedoch besser: Spielertrainer Niklas Melzer verbuchte nach einer Ecke die bisher beste Chance der Germanen (46.). Wenig später waren wieder die Gäste an der Reihe. Arning marschierte über den halben Platz und bediente Sturmkollege Gerold Laschke, dessen Versuch aber ansehnlich von Mensing entschärft wurde (52.).

Eigentor entscheidet das Derby

In Minute 58 bebte dann die Tribüne: Eine Flanke von Ruben Kosakowski wollte Leers Julian Krawczyk mit der Brust zurück auf seinen Torwart Maurice Telgmann legen, versenkte die Kugel jedoch im eigenen Netz (58.). „Dass ein schräges Ding reinfliegt, davor haben wir in der Halbzeit noch gewarnt“, ärgerte sich Leers Trainer Thomas Overesch nach Abpfiff. „Danach haben wir es nicht hingekriegt, die Ruhe zu bewahren. Wir hatten insgesamt mehr Chancen, Horstmar hat es aber auch sehr gut verteidigt.“

Die Gastgeber warfen in der Tat alles rein, was sie hatten. Es war zu spüren, wie sehr sie den Derbysieg wollten. Auch die Fans am Seitenrand liefen zur Hochform auf. Nun war es ein Derby aus dem Bilderbuch. Leer drückte auf den Ausgleich, doch die Gastgeber schmissen sich in jeden Ball und ließen keine großen Möglichkeiten mehr zu. Stattdessen hatte Tom Meijer sogar noch die große Doppelchance auf das 2:0. Erst zielte er knapp links vorbei, nur wenige Sekunden später kam er aus ähnlicher Position zum Abschluss. Diesmal hielt Telgmann den Versuch (71.).

„Geil!“, war Melzer kurz nach Abpfiff – bereits mit dem wohlverdienten Pils in der Hand – die Freude sichtlich anzumerken. „Wir haben gespielt wie echte Männer und uns den Arsch aufgerissen. Bei dem Wetter war es klar, dass es kein Traumfußball wird. Wir haben den Kampf angenommen und es vor allem in der zweiten Halbzeit in Unterzahl super gemacht.“

Und der Tag wird noch süßer für den TuS: Mittelfeldspieler Steffen Exner kommt vom Landesligisten TuS Altenberge zur kommenden Saison zurück in sein Heimatdorf, solange die Germanen die Klasse halten.

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