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Fußball: 3. Liga

Auftakt nach (Augen-)Maß

Osnabrück

Zehn Minuten waren noch zu gehen und zarte Befürchtungen, der VfL Osnabrück könnte trotz starker Leistung nur mit einem Remis starten, rankten. Dann kam Sven Köhler und zielte ins Glück.

Von Alfred Stegemann und Niklas Groß

Gleich kracht‘s: Sven Köhler brachte die Bremer Brücke mit einem Geschoss aus 30 Metern zum Beben, war der umjubelte Held. Foto: IMAGO/kolbert-press

Das war Brückenfeeling pur, wie in alten Zeiten: Das Stadion nahezu ausverkauft, und die Stimmung schon vor dem Anpfiff am Siedepunkt. 32 Jahre lang hatte der VfL Osnabrück kein Heimspiel mehr gegen Duisburg gewonnen. Die Erwartungshaltung war entsprechend hoch. Zwar offenbarten beide Seiten gewisse Anlaufschwierigkeiten, was am ersten Spieltag auch keine Überraschung ist, aber sie lieferten sich einen packenden Fight. Partie und Stimmung waren eines Saisoneröffnungsspiels absolut würdig – und das Ergebnis? Sollte aus VfL-Sicht am Ende passen wie die Faust aufs Auge. Als sich unter dem Gros der Zuschauer schon die Befürchtung breitgemacht haben dürfte, der VfL könnte trotz eklatanter Feldüberlegenheit mal wieder den Ertrag verpassen, schlug es zum 1:0 im Duisburger Kasten ein – der Endstand.

Fünf Neuzugänge – null Anpassungsprobleme

VfL-Trainer-Daniel Scherning bot fünf Neuzugänge auf und schickte seine Elf in einem 4-1-3-2 aufs Feld mit Sven Köhler als Ballverteiler im defensiven Mittelfeld und den Spitzen Marc Heider und Erik Engelhardt. Da Maurice Trapp und Yigit Karademir coronabedingt fehlten, standen Maxwell Gyamfi und der Ex-Lotter Paterson Chato in der Innenverteidigung. Vor allem Gyamfi, der sich auch immer wieder in die Offensive einschaltete, wusste zu gefallen.

Der VfL legte gut los, setzte Duisburg sofort unter Druck und durfte in der 17. Minute bereits lautstark jubeln. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld von Robert Tesche jagte Ba-Muaka Simakala, an so ziemlich jeder gefährlichen Aktion der Hausherren beteiligt, das Leder per Seitfallzieher ins Netz. Ein herrlicher Treffer. Allein Schiedsrichter Patrick Hanslbauer aus Nürnberg hatte etwas dagegen und entschied auf Abseits. Neuzugang Erik Engelhardt hatte unglücklicherweise im letzten Augenblick eingegriffen, sodass seine Abseitsstellung relevant wurde.

Langes Warten auf den Moment des Tages

Aber: Der VfL leistete sich auch immer wieder unnötige Ballverluste. In der 25. Minute hätte einer von Omar Traoré um ein Haar zum 0:1 durch Aziz Bouhaddouz geführt. Auf der anderen Seite war Robert Tesche am nächsten dran am Führungstreffer (34.): Auf Standard-Vorarbeit von Florian Kleinhansl nickte der Mittelfeldmotor ins lange Eck, sodass sich MSV-Schlussmann Vincent Müller richtig strecken musste. Die erste Halbzeit, sie ging klar an den VfL, der mit Applaus in die Kabine begleitet wurde.

Und weiter Chancen hatte. Leandro Putaros Schuss aus der 58. Minute wurde noch abgefälscht. Die anschließende Ecke von Kleinhansl – die Kombi ist bekannt – köpfte Tesche an den Pfosten.

Weil die Bemühungen des VfL in der Folge erstmal verpufften, reagierte Daniel Scherning: Felix Higl und Jannes Wulff kamen für die starken Engelhardt und Simakala. Ob dies nun die Impulse waren für das, was folgte, sei dahingestellt. Denn der Osnabrücker Siegtreffer zehn Minuten vor Toreschluss spottete jeder Beschreibung: Einen Duisburger Befreiungsschlag schnappte sich Sven Köhler, fasste sich ein Herz und jagte das Leder aus 30 Metern ins Gehäuse. Die Osnabrücker Heimstätte brodelte. Brückenfeeling pur.

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