TE-Vereine begrüßen Beschluss des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen

Breiter Konsens über Saisonstopp

Tecklenburger Land

Die Entscheidung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes, die Saison 2020/21 bei den Amateuren in Westfalen abzubrechen und zu annullieren, findet bei den Vereinen im Tecklenburger Land einen breiten Konsens. Das wurde bei einer Umfrage deutlich.

Von Heiner Gerull

Mete Yilmaz Foto: Manfred Mrugalla

Die Entscheidung ist gefallen, und sie überrascht nicht. Am Montagnachmittag hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) offiziell mitgeteilt, dass die Fußballsaison 2020/21 im Amateurbereich von den untersten Kreisligen bis hin­auf zur Oberliga Westfalen annulliert und nicht gewertet wird. Es gibt weder Auf- noch Absteiger, und es gibt auch keine Meister. Bitter ist die Nachricht für jene Clubs, die mit großen Ambitionen in die Saison gestartet waren und die zum Zeitpunkt der Unterbrechung die Tabelle anführten. Dies gilt auch für den BSV Brochterbeck, der Ende Oktober in der Kreisliga B vorne lag. So ärgerlich die Entscheidung für jene Vereine auch sein mag – im Tecklenburger Land herrscht ein allgemeiner Konsens darüber, dass der Beschluss letztlich alternativlos war.

Klaus Bienemann, Trainer des TuS Graf Kobbo Tecklenburg, hat dazu eine feste Meinung: „Ich bin ein glühender Anhänger des Amateurfußballs und weiß, wie gerne die Jungs wieder kicken würden. Aber es hätte mehr Probleme gegeben als alles andere.“ Die Fortsetzung des Kreispokals könnte er sich in Turnierform an einem Wochenende vorstellen.

„Wir sollten uns im Klaren darüber sein, dass wir über eine Spielunterbrechung von einem halben Jahr reden“, sagt Stefan Kilfitt. Er verweist auf die sportmedizinische Notwendigkeit, nach dieser Pause eine entsprechend lange und intensive Vorbereitungsphase einzuplanen. „Allein schon aus diesem Grund“, erläutert der Trainer des A-Ligisten VfL Ladbergen, „ist es richtig, die Saison jetzt abzubrechen.“ Grundsätzlich betont er, dass sich der Fußball in Zeiten einer Pandemie dem gesundheitlichen Aspekt unterzuordnen habe.

Ähnlich sieht es Sascha Höwing, der sagt, dass die Entscheidung des FLVW überfällig gewesen sei. „So haben wir jetzt wenigstens Planungssicherheit und können den Blick auf die neue Saison richten“, verkündet der Coach des SC Preußen Lengerich. Anfang Juli will Höwing in die Saisonvorbereitung einsteigen – in der Hoffnung, dass der Start in die Serie 2021/22 tatsächlich Mitte August erfolgen kann.

Manuel Wallenhorst verhehlt nicht, dass er mit dem B-Ligisten BSV Leeden/Ledde gerne weitergespielt hätte. Schließlich hatte Wallenhorst erst im Sommer das Traineramt beim BSV übernommen. Doch als die Leedener richtig Fahrt aufgenommen hatten, kam nach sieben Spielen auch schon das Ende. „Ich bin trotzdem angekommen in Leeden. Ich fühle da richtig wohl“, sagt der Coach, der im Übrigen den Beschluss des FLVW umfänglich mitträgt. „Ein anderer Plan wäre nicht umsetzbar gewesen.“

Bei Wallenhorsts Trainer-Kollegen Markus Unterdörfel indes überwiegt die Enttäuschung. Der Trainer des B-Ligisten GW Lengerich sah seine Mannschaft auf einem guten Weg, die neuen Spieler seien gut integriert und die sportlichen Bilanz sei ebenfalls zufriedenstellend, wie er feststellt. Eher zurückhaltend kommentiert er die Entscheidung, die Saison abzubrechen und zu annullieren. „Dazu kann ich schlecht etwas sagen. Ich bin weder Mediziner noch Politiker.“

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