Handballerinnen der HSG, des TVK und TSV spielen künftig unter dem Dach der HSG Tecklenburger Land

Gemeinsam in die Zukunft

Tecklenburger Land

Die Ressourcen werden knapper, der Frauen-Handball kocht im Tecklenburger Land seit geraumer Zeit auf Sparflamme. Die drei heimischen Handballclubs TV Kattenvenne, TSV Ladbergen und HSG Hohne/Lengerich machen aus der Not eine Tugend, indem sie die Kräfte bündeln.

Von Mareike Stratmann

Legten den Grundstein für die Zukunft im Frauen-Handball: Friedrich-Wilhelm Blömker, Larissa Feldwisch, Udo Kaiser, Stefan Hülsmeier, Anica Grune, Hans-Gerd Schröer, Pascal Stein und Melanie Scherer (von links). Foto: Mareike Stratmann

Es liegt keine 20 Jahre zurück, da meldete jeder der hiesigen Handballvereine zwei bis sogar drei Frauenmannschaften pro Saison. Aktuell sind es in Summe noch zwei Teams, die für den TSV Ladbergen in der Bezirksliga und die HSG Hohne/Lengerich in der Kreisliga auflaufen, nachdem Kattenvennes Handballerinnen bereits 2018 in Ladbergen untergekommen waren. Nun aber brechen neue Zeiten im Frauen-Handball an: Aus drei Vereinen wird eine Spielgemeinschaft – die HSG Tecklenburger Land. Am Sonntag setzten die drei Vereinsvorsitzenden Friedrich-Wilhelm Blömker (HSG), Pascal Stein (TVK) und Hans-Gerd Schröer (TSV) ihre Unterschriften unter den Vertrag.

Den Grundstein für die Verhandlungen legten Stefan Hülsmeier, Friedrich-Wilhelm Blömker und Udo Kaiser seit November in mehreren Online-Meetings. Bereits im Jahr zuvor hatte es erste Überlegungen gegeben, damals scheiterte es am zeitlichen Rahmen. „Nun aber war der Leidensdruck in allen drei Vereinen groß genug“, brachte es HSG-Vorsitzender Blömker mit einem Schmunzeln auf den Punkt, was zu zügigen und einvernehmlichen Verhandlungen führte.

„Wir haben drei handballbegeisterte Orte, die ihre Kräfte bündeln“, formulierte es TSV-Geschäftsführer Udo Kaiser. Und zur Zielsetzung der neuen HSG: „Wir wollen die zwei Mannschaften möglichst halten, im besten Falle ausbauen.“ Auf kurze Sicht gesehen ermöglicht die Spielgemeinschaft neue Durchlässigkeiten zwischen den Teams, Jugendliche mit Doppelspielrecht können aushelfen, und auch die jungen Frauen, die aus der Jugend – der JSG Tecklenburger Land – wechseln, müssen sich nun nicht mehr für einen Verein entscheiden, sondern bleiben zusammen. So sollen beide Mannschaften künftig verstärkt auch gemeinsam trainieren.

Den Schritt in die HSG Tecklenburger Land werden rund 40 Spielerinnen gehen. Die Erste wird wie bisher in der Bezirksliga spielen und von Daniela Oana betreut. Melanie Scherer trainiert die Zweite, die in der Kreisliga beheimatet ist. Wenn denn an Handball wieder zu denken ist.

Melanie Scherer, Larissa Feldwisch und Anica Grune werden die HSG Tecklenburger Land leiten und als Ansprechpartnerinnen fungieren. „Wir wollten, dass aus jedem der drei Vereine ein Gesicht zur Verfügung steht“, stellt Kaiser fest. Unterstützung in puncto Organisation und Spielbetrieb erhalten sie aus den drei Stammvereinen.

Die Verträge sind unterschrieben, nun geht es an die interne Organisation: Neue Spielerpässe, neue Trikotsätze müssen her. Und dann, bringt es Anica Grune für das dreiköpfige Leitungsteam auf den Punkt, „hoffen wir, dass wir die neuen Strukturen endlich mit Leben füllen und wieder in die Halle können. Die Freude über die neue Spielgemeinschaft ist groß. Aber solange an Handball nicht zu denken ist, drückt das natürlich auf die Stimmung.“

Alle Beteiligten hoffen, dass die HSG Tecklenburger Land Ende August ihren Spielbetrieb aufnehmen kann. Zumindest die Rahmenbedingungen sind dafür mit der Vertragsunterzeichnung schon mal geschaffen.

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