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Fußball: VfL Osnabrück

Stimmung bedrückt ohne Scherning

Osnabrück

Daniel Scherning leitete bereits am Donnerstag seine erste Einheit als neuer Trainer von Arminia Bielefeld. Bei der Suche nach einem Nachfolger will der VfL Osnabrück „die bestmögliche Entscheidung treffen“.

Nach Freigabe: Daniel Scherning wechselt zu Arminia Bielefeld und sagt „Tschüß“ Osnabrück. Foto: Tobias Mönninghoff

Am Ende ging alles ganz schnell: Bereits am Donnerstagvormittag leitete Daniel Scherning seine Einheit an der Friedrich-Hagemann-Straße in Bielefeld bei der Arminia. Zeitgleich präparierten auf der Illoshöhe Tim Danneberg und Danilo de Souza – befördert von Co-Trainern zum Interims-Trainerduo – den VfL Osnabrück für das schwere Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden an diesem Samstag (ab 14 Uhr).

Bielefeld lässt keine Einblicke in seinen von der Öffentlichkeit abgeschirmten Trainingsbetrieb zu – in Osnabrück war die Stimmung auf dem Platz deutlich gedämpft trotz klarer Ansagen von Danneberg und Co. Erst kurz zuvor waren die VfL-Profis vom Abgang Schernings offiziell unterrichtet worden: Erst am Abend zuvor hatten sich beide Clubs und Scherning auf den Deal geeinigt, der dem VfL eine Ablöse von klar über 300 000 Euro bringen soll – ein Geldbetrag, der durch Bonuszahlungen noch steigen kann.

In einem Gespräch am Montagabend hatte Scherning VfL-Sportdirektor Amir Shapourzadeh – der deshalb nicht am clubinternen Kick gegen die Fanabteilung teilnahm – erstmals vom Interesse der Arminia berichtet und den Wunsch geäußert, den Schritt gehen zu dürfen. Am Dienstag hinterlegte Bielefeld ein erstes offizielles Angebot beim VfL, das Sportdirektor Shapourzadeh allerdings ausschlug. Als sich die Lage mit der Verkündung der Entlassung von Scherning-Vorgänger Uli Forte in Bielefeld am Mittwoch zuspitzte, musste die Arminia dem Vernehmen nach deutlich nachbessern, um die Zustimmung des VfL zu bekommen.

Bielefelds Sportgeschäftsführer Samir Arabi war Tribünengast beim 0:1 des VfL vor neun Tagen gegen Ingolstadt und hatte danach die Kontakte zu Scherning intensiviert. Forte hatte zu jenem Zeitpunkt bereits drei seiner später vier Spiele verloren und war auch wegen zahlreicher taktischer Rochaden in die Kritik geraten: Beobachter machten hierin den Grund für die Unsicherheit vieler Arminia-Spieler aus. Scherning soll hier für mehr Klarheit sorgen bei der Arminia. Von der VfL-Elf, die er knapp 14 Monate lang coachte, hat er sich in der Hektik des Deals nicht mehr persönlich verabschiedet.

Klares Profil für den Neuen

Bei seinem neuen Trainer sucht der VfL laut Geschäftsführer Michael Welling nach einem Profil, das ziemlich exakt jenem entspricht, für das Scherning im Sommer 2021 den Zuschlag erhalten hatte: ein Coach mit einer klaren Spielidee, die Fans und Beobachter mitreißt. „Das Thema Schnelligkeit bei der Entscheidung ist ein Kriterium, aber nicht dominant: Wir wollen die bestmögliche Entscheidung treffen. Der neue Trainer soll menschlich wie qualitativ zu uns passen“, sagte Welling. „Einige interessante Gespräche mit Kandidaten sind bereits erfolgt, weitere werden folgen“, sagte Sportdirektor Amir Shapourzadeh.

Am Auswahlprozess sind neben Shapourzadeh und Welling auch Julius Ohnesorge (Leiter Lizenzbereich) und Alexander Ukrow (Leiter Nachwuchsleistungszentrum) beteiligt. Zu finalen Kandidaten soll es dann auch einen Austausch mit den Gremien – auch mit dem vor einiger Zeit etablierten Sportausschuss – geben.

Offen ist aktuell noch, ob Scherning mittelfristig de Souza auch zu sich nach Bielefeld holen möchte: Der langjährige Vertraute des Fußballlehrers, der am Donnerstag das VfL-Training federführend geleitet hat, war 2021 mit ihm aus Paderborn gekommen und steht bis Saisonende unter Vertrag. In Bielefeld fand Scherning indes in Michael Henke, Kai Hesse und Sebastian Hille bereits drei erfahrene Co-Trainer vor.

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