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Fußball: Kreisliga

SW Lienen oder: Totgesagte leben länger

Lienen

Schwarz-Weiß Lienen gibt Rätsel auf: Mal verliert das Team haushoch – dann fertigt es einen Kontrahenten mit zahlreichen eigenen Treffern ab. Spielertrainer Yannik Lunow hat dafür eine einfache Erklärung – die Rück- und Vorschau in der Kreisliga A, Teil 3.

Von Niklas Groß

Das Spiel so weit wie möglich von den eigenen Verteidigungslinien weghalten: Schwarz-Weiß Lienen ist hinten mehr als anfällig. Offensiv macht das Team seine Sache derweil ordentlich. Foto: Jörg Wahlbrink

0:12 gegen Halen, 0:8 gegen Dörenthe, aber auch ein 7:2 über Arminia Ibbenbürens Zweite oder ein 4:0 über Dickenberg – im Grunde muss man den gesamten Spielplan Schwarz-Weiß Lienens runterbeten, um sich des Ausmaßes der wechselhaften Darbietungen des A-Ligisten annähernd bewusst zu werden. Fast surreal mutet das schlichte 0:0 gegen SW Esch zu Ende des Jahres an, nicht nur wegen der Torarmut, sondern auch, weil Schwarz-Weiß nur selten gegen besser platzierte Teams besteht.

Ist es nun also verwerflich, dass sich Lienen immer wieder deklassieren lässt? Oder ist es umso bewundernswerter, wie die Mannschaft nach jeder Klatsche stärker zurückkommt? „Wir hatten ein paar sehr gute Spiele, aber auch ein paar, die waren unterste Schuhsohle“, sagt auch Trainer Yannik Lunow – hat aber eine ganz simple Erklärung für das Hin und Her: „Wenn man uns spielen lässt, dann sind wir gut“, sagt Lunow, eher mit Blick auf die schlechter platzierten Kontrahenten, gegen die Schwarz-Weiß den überwiegenden Teil seiner Punkte holte.

Lunow: „Dann werden wir unfassbar nervös...“

Gegen die stärkeren Konkurrenten indes ist das Team vermehrt in der Defensive gefordert, dann setzt es auch mal Gegentore, bei SW mitunter stoßweise. „Dann werden wir unfassbar nervös und das nutzen diese Gegner eiskalt aus“, so Lunow. „Das kriegst du dann auch während des Spiels nicht mehr aufgefangen.“

An sich versuche SW, schnell nach vorne zu spielen, um die Defensive zu entlasten – seit Langem die Schwachstelle der Mannschaft. Auch in dieser Spielzeit hat Lunow keinen echten Innenverteidiger im Kader, der Coach selbst – Spielertrainer – musste als Offensivakteur mitunter den linken Verteidiger geben. Nach vorne mache sein Team die Sache derweil sehr ordentlich, dafür, dass der Verein kein Geld in die Hand nehmen könne, um Spieler dazuzukaufen. „Wir können keinen Zauberfußball bieten, aber wenn wir das spielen, was wir können, dann sind wir auch erfolgreich.“

Bestmöglich für die Abstiegsrunde aufstellen

Sein Club plant als Tabellendreizehnter für die Abstiegsrunde, obwohl er nur vier Punkte Rückstand auf das zehntplatzierte Dörenthe hat. Ziel ist es, sich punktetechnisch möglichst gut für die Abstiegsrunde aufzustellen, in der Stand jetzt sechs Absteiger drohen.

Die Vorbereitung – von Verletzten und Corona-Erkrankten geprägt – macht wenig Hoffnung, dass Schwarz-Weiß sein Defensiv-Phlegma spontan ablegen kann: 5-5-4-6 lautete die Zahl der Gegentore in den vier Vorbereitungsspielen – bei einem überschaubaren Erkenntnisgewinn, weil Lunow die Aufstellung immer wieder improvisieren musste, Spieler auf anderen Positionen brachte als eigentlich vorgesehen. Am Sonntag geht es zum Liga-Restart zu Preußen Lengerich – mit 50 erzielten Toren die beste Offensive der Spielklasse.

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