Trainer-Dreigestirn läutet beim VfL Ladbergen eine neue Ära ein

Umbruch auf allen Ebenen

Ladbergen

Unverhofft kommt oft – eigentlich waren die Fußballer des VfL Ladbergen in der abgebrochenen Saison 2019/20 zum Abstieg verdammt, doch da es aufgrund der Pandemie im Sommer keine Absteiger bei den Amateuren gab, blieb auch der VfL im Kreisliga-Oberhaus. Dieses Geschenk will der Club in der neuen Saison verteidigen – mit einer neuen Mannschaft und einem neuen Trainerteam.

Heiner Gerull

Fabian Büker (re.) ist einer, der den Angriff des VfL Ladbergen nach dem Weggang von Simon Richter beleben soll. Foto: Heiner Gerull

Es ist in mehrfacher Hinsicht ein Neuanfang, den die Fußballer des VfL Ladbergen mit Anbruch der Vorbereitungsphase vollzogen haben. Eine neue Mannschaft, ein neues Trainerteam und neue sportliche Herausforderungen – es hat sich einiges getan im Lager des heimischen A-Ligisten während der langen coronabedingten Fußballpause.

„Es ist ein extremer Umbruch“, bringt Stefan Kilfitt die Dinge denn auch rasch auf den Punkt. „Dieser muss auch erst einmal in den Köpfen der Spieler ankommen.“ Kilfitt ist maßgeblich dafür verantwortlich, damit sich dieser Prozess möglichst reibungslos und zeitnah vollzieht. Der 49-Jährige trat die Nachfolge von Andreas Habben an. Als Cheftrainer soll er der Mannschaft des VfL ein neues Gesicht verleihen. Da er sich in seiner Rolle aber eher als Teamplayer sieht, unterstützen ihn die Co-Trainer Ralf Kahsmann und Willi Dolguschin bei dieser – sicherlich nicht ganz leichten – Aufgabe.

Erfahrungen bringt das neue Trainerteam reichlich mit. Vor allem Kilfitt. Vor seinem Engagement in Ladbergen trainierte er die „Zweite“ von Preußen Lengerich, die er in die Kreisliga B zurückführte. Zuvor war er Coach bei der SG Oesterweg, der TSG Dissen und in Bad Rothenfelde. Zudem hospitierte er bei der U 23 des VfL Osnabrück, als dort Joe Enochs Trainer war.

Dass er im Frühsommer den Weg zum VfL Ladbergen fand, war dem Umstand zuzuschreiben, dass die Verantwortlichen beim VfL fest entschlossen waren, etwas Neues aufzubauen. Denn wäre die Saison 2019/20 nicht abgebrochen worden, wäre ohnehin einiges zu Bruch gegangen. Gerade mal einen Sieg hatte der VfL eingefahren. Mit sechs Punkten auf der Habenseite war das Schicksal quasi besiegelt und der Abstieg aus der Kreisliga A programmiert. Von daher war absehbar, dass etwas passieren musste.

Kilfitt reizte diese Herausforderung. Allein das war der Grund, weshalb er sich entschloss, den Trainerjob bei Preußen abzugeben, um in Ladbergen den Neuanfang einzuleiten. Auch für Ralf Kahsmann war diese Entwicklung Antrieb genug, Kilfitt von Lengerich nach Ladbergen zu folgen.

Gewiss mussten die Trainer akzeptieren, dass mit Mannschaftskapitän Denis Qoraj und Angreifer Simon Richter zwei absolute Leistungsträger den Verein verließen. Dafür wurde dem eigentlich zum Abstieg verurteilten VfL der Klassenerhalt in der A-Liga geschenkt, da es aufgrund der COVID-19-Pandemie im Sommer keine Absteiger aus den Amateurligen gab. „Dieses Geschenk“, sagt Kahsmann geradezu beschwörend, „wollen wir unbedingt verteidigen.“

Der Kader wurde inzwischen aufgepeppt, es herrschte ein reges Kommen und Gehen in der Wettkampfpause. „Wir sind zwar noch nicht dort, wo wir hinwollen“, betont Kilfitt, „aber wir sind auf einem guten Weg. Es sind deutliche Fortschritte zu erkennen.“

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