Angehende Coaches müssen viel wissen

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Kreis Steinfurt

Fußballtrainer zu werden bedarf vieler Kenntnisse. Die werden in Lehrgängen vermittelt. Los geht es mit dem Erwerb der C-Lizenz. Aktuell geht dabei viel online.

Von Marc Brenzelund

Julian Nagelsmann ist seit 2016 lizenzierter Fußballlehrer. Foto: dpa-Bildfunk Foto: Jan Woitas

Fußballtrainer gibt es in Deutschland genug. Ob im Verein, am Stammtisch oder vor dem heimischen Fernseher – viele fühlen sich berufen, eine Mannschaft zu coachen. Dabei sind die Anforderungen an einen Trainer viel höher als manche vielleicht denken: Er muss ein Multitalent sein, das plant, koordiniert, leitet, motiviert und im Nachwuchsbereich auch mal tröstet. Und um angehenden Übungsleitern diese Inhalte zu vermitteln, gibt es die Trainerausbildung, die sich in Deutschland in fünf Stufen unterteilt (siehe Artikel unten).

Erster Schritt ist der Erwerb der C-Lizenz, die eher breitensportorientierte Inhalte aufgreift. „In erster Linie ist diese Lizenz auf die Nachwuchsarbeit ausgerichtet“, erklärt Doro Teupen. Die Neuenkirchenerin ist im Kreis seit 20 Jahren in der Trainerausbildung tätig. „Wenn jemand aber mehr in die Erwachsenenrichtung gehen möchte, dann passen wir das individuell an.“

Zwei Mal im Jahr werden neue Kurse angeboten, die jeweils in den Oster- und Herbstferien als einwöchige Kompaktveranstaltung (45 Lehreinheiten) ausgeschrieben sind. In der Vergangenheit wurden die Teilnehmer an einem Ort zusammen gezogen, um gemeinsam zu lernen. Corona macht das aktuell unmöglich, sodass die Theorie online vermittelt wird. „Das hat sich bewährt, das wollen wir beibehalten“, haben Doro Teupen und Co aus der Not eine Tugend gemacht. Die Praxisteile (75 Lehreinheiten, in der Regel an drei Wochenenden) bleiben davon unberührt und in ihrer aktuellen Form als Präsenzunterricht bestehen.

Teupen leitet die Ausbildung, bekommt bei bestimmten Lernmodulen zudem Unterstützung von den Stützpunkttrainern Stefan Rother, Michael Schomann (beide Kreis Steinfurt) sowie Werner Hölscher und Frank Bajorath (beide Kreis Ahaus/Coesfeld). Des Weiteren engagieren sich die beiden Torhüter Patrick Kapke und Maik Wessels. Letzterer arbeitet als Torwarttrainer für Borussia Dortmund.

Um den angehenden Trainern möglichst viel Elementares an die Hand zu geben, ist der Stundenplan inhaltlich breit gefächert: Modernes Training für Mädchen und Jungen, Grundlagen der Taktik, Trainingslehre, Besonderheiten des Jugendtrainings, Spielen und Lernen in Parteispielen und Übungen, demonstrieren, korrigieren und alltägliche Trainingsarbeit. Außerdem werden Erste-Hilfe-Kenntnisse und eine „Grundeinweisung Schiedsrichter“ vorausgesetzt.

Ein Lehrgang – zum aktuellen gehören 24 Anwärter – endet mit der Prüfung. Sie beinhaltet die Erstellung einer Lehrprobe zu einem individuellen Thema, einen mündlichen und einen praktischen Teil und die Darstellung der Eigenleistung. „Beim letzten Punkt gilt es zu zeigen, dass man Fußball spielen kann. Das wird in Form eines Testspiels untereinander getestet“, verrät Teupen. Die Prüfung wird von einem Verbandstrainer abgenommen, die Teilnahmekosten belaufen sich für Teilnehmer aus dem Fußballkreis Steinfurt auf 219 Euro.

Wer Interesse an der Trainerausbildung hat, bekommt bei Carmen Schomann (Telefon 01 71 / 35 66 927) Informationen. Die Ochtruperin engagiert sich beim Fußballkreis als Koordinatorin „Qualifizierung“.

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