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Relegations-Rückspiel SF Lotte - RB Leipzig

Aus der Traum: Aufstieg verpasst

Lotte

Sie waren so dicht dran, letztlich standen die Sportfreunde Lotte mit leeren Händen da. In der dritten Minute der Nachspielzeit war Dennis Schmidt am Sonntag im Relegations-Rückspiel um den Aufstieg in die 3. Liga das 2:0 gelungen. Damit war das Hinspielergebnis egalisiert, und es ging in die Verlängerung. Hier ging Lotte die Puste aus. Am Ende hieß es 2:2, Aufstieg futsch.

Alfred Stegemann

Kampf pur war angesagt im gestrigen Relegations-Rückspiel. Hier geht der Leipziger Bastian Schulz (rechts) nicht ganz sauber gegen Benjamin Wingerter zur Sache. Links Tim Gorschlüter. Foto: Mrugalla, Manfred

Es war die dritte Minute der Verlängerung. 1:0 hieß es nach einem Kopfballtreffer von Tobias Willers für die Sportfreunde Lotte im Relegations-Rückspiel gegen RB Leipzig. Das aber reichte nach dem 0:2 aus dem Hinspiel nicht. Entsprechend hatten sich fast alle der 5604 Zuschauer in der connect-M-Arena, die damit für einen neuen Besucher-Rekord sorgten, mit dem zeitigen Ende abgefunden. Da wollten die elf aufopfernd kämpfenden blau-weißen Kicker auf dem Platz nicht mitspielen. Timo Kunert schoss scharf in den Strafraum. Dennis Schmidt stand goldrichtig und traf in quasi letzter Sekunde zum 2:0. Das bedeutete Verlängerung.

Die Fans waren aus dem Häuschen, der Jubel kannte keine Grenzen, die Sportfreunde hatten das Hinspielergebnis egalisiert. In der Verlängerung aber ging den Sportfreunden die Puste aus. Zuviel hatten sie zuvor in einem begeisternden Match investiert. Ausgerechnet Kapitän und Leader Tobias Willers lenkte in der 96 Minute einen Schuss von Matthias Morys ins eigene Netz. Damit schienen die Sportfreunde den Glauben an sich zu verlieren, mussten sie nun doch mindestens vier Tore schießen. Auch wenn sie wacker weiter arbeiteten, die Roten Bullen aus Leipzig ließen nichts mehr anbrennen und kamen in der 119. Minute sogar noch durch einen verwandelten Foulelfmeter von Stefan Kutsche zum 2:2-Ausgleich.

So bitter dieses Ergebnis ist, eine gefühlte Niederlage eben, die Sportfreunde hatten dem hohen Favoriten unglaubliche Gegenwehr geboten und waren wie schon im Hinspiel über weite Strecken das stärkere Team. „Nicht die bessere Mannschaft ist aufgestiegen, sondern die cleverere“, stellte der Rot-gesperrte Amir Shapurzadeh treffend fest.

Während die Gäste mit der gleichen Elf starteten wie im Hinspiel am Mittwoch, änderte Maik Walpurgis seine Mannschaft auf drei Positionen. Für Shapourzadeh sowie Julian Büscher und Danijel Gataric spielten Henning Grieneisen (Linksaußen), Aleksandar Kotuljac (Angriff) und überraschend – nach nur drei Trainingseinheiten – Timo Kunert (rechte Seite Viererkette).

Wie im Hinspiel legten die Leipziger sehr impulsiv los. Zwei gelbe Karten in den ersten zehn Minuten belegen das. Es war eine hitzige Anfangsphase mit vielen Fouls. Schiedsrichter Thorsten Schriever hatte alle Hände voll zu tun.

Das erste sportliche Ausrufezeichen setzten die Gäste. Einen Kopfball von Fabian Franke (18.) klärte SFL-Keeper David Buchholz glänzend. Danach übernahmen die Sportfreunde das Kommando. Nachdem Kevin Freiberger mit einem 18-Meter-Schuss das Tor verfehlt hatte (22.), machte es Tobias Willers in der 26. Minute besser. Nach einem Freistoß von Michael Hohnstedt stieg der Kapitän am höchsten und köpfte zum 1:0 ein. Der Jubel war grenzenlos. Roman Prokoph hatte anschließend drei weite gute Einschussmöglichkeiten, hatte aber kein Glück. Das hatten die Hausherren in der 43. Minute, als Stefan Kutschke bereits an Buchholz vorbei war, dann aber aus zu spitzem Winkel abschließen musste. Die Führung für die Hausherren zur Pause, sie war verdient.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. In der 53. Minute lag der Ball im Netz. Der Jubel war groß. Tim Gorschlüter hatte sich herrlich durchgesetzt, Roman Prokoph vollendete, aber wohl mit dem Arm. Der Schiedsrichter gab das Tor nicht.

In der 71. Minute drehte Kotuljac auf, umkurvte seinen Gegenspieler und scheiterte nur knapp. Der Druck der Sportfreunde wurde immer größer, Walpurgis setzte alles auf eine Karte und bracht mit Dennis Schmidt Stürmer Nummer drei. Ein richtiger Schachzug. Schmidt war es, der in der Nachspielzeit das erlösende 2:0 erzielte, das die Verlängerung bescherte.

Die hatten sich die Sportfreunde allerdings anders vorgestellt. Die Hausherren, äußerst offensiv eingestellt, offenbarten Lücken in der Defensive. Die nutzte der eingewechselte Morys in der 96. Minute. Sein als Flanke gedachter Ball fälschte Tobias Willers ins eigene Netz. 2:1. Die Blau-Weißen mühten sich hernach zwar redlich, sorgten insbesondere bei Standardsituationen für Gefahr, erfolgreich waren sie aber nicht mehr. Stattdessen traf Stefan Kutschke noch vom Elfmeterpunkt zum 2:2. Aus der Traum.

SF Lotte:Buchholz – Kunert, Nauber, Willers, Hohnstedt – Grieneisen (69. Chahed), Gorschlüter (85. Wiwerink), Wingerter (77. Schmidt), Freiberger – Prokoph, Kotuljac.

RB Leipzig:Coltorti – Müller, Franke, Hohender, Heidinger – Röttger (77. Ernst), Schulz, Kaiser, Rockenbach da Silva (61. Morys)– Kammlott (85. Sebastian), Kutschke.

Tore:1:0 Willers (26.), 2:0 Schmidt (90.+3), 2:1 Morys (96.), 2:2 Kutschke (110. FE). -Schiedsrichter:Thorsten Schriever (Dorum). -Gelbe Karten:Heidinger, Rockenbach da Silva, Hoheneder, Kamlott – Kunert, Kotuljac, Hohnstedt, Prokoph, Wiwerink, Buchholz. -Zuschauer:5604.

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