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Trampolin

Ausprobiert: Trampolin beim TV Lengerich in der Dreifachsporthalle

Lengerich

Trampolin gehört zu den olympischen Disziplinen. Das glaubt unser Volontär Bernd Kolkmann gerne - er hat den Sport zwei Stunden beim TV Lengerich ausprobiert.

Von Bernd Kolkmann

IVZ-Volontär Bernd Kolkmann bei der 180-Grad-Drehung auf dem Trampolin beim TV Lengerich, auch wenn es eher nach einem unkontrollierten Sturz aussieht. Foto: Stefan Nieland

Wenn man Trampolin sagt, denken vielleicht einige an lustiges Hüpfen von den kleinen Rackern, die sich beim Sturz hoffentlich nicht weh tun und deren Missgeschicke in einen Jahresrückblick gehören. Aber Trampolin gehört zu den olympischen Disziplinen und das glaube ich nach den zwei Stunden beim TV Lengerich gerne, sah ich doch Salti von Menschen, die gerade zu in der Luft zu stehen schienen. Aber fangen wir von vorne an.

An der Dreifachsporthalle in Lengerich traf ich mich mit Anke Lenzing-Ventker, sie ist Abteilungsleiterin und Trainerin für Trampolin beim TV Lengerich. Unter ihrer Anleitung startete die Trainingsgruppe mit dem Aufbau der Geräte, gefolgt vom Warmmachen. Durch meinen mittlerweile achten Einsatz beim Ausprobiert hatte ich zwar immer noch nicht die Dehnfähigkeit der jungen Turner, doch konnte ich dennoch durchweg mithalten.

Dann ging es zu den ersten Sprüngen auf dem Trampolin. Erst musste ich lernen einigermaßen kontrolliert zu springen und zu bremsen. Als nächstes sollte ich im Sprung die Beine zur Hocke anziehen, gerade nach vorne Strecken und einen Spreizschritt in der Luft machen. Jedes Mal sollten meine Hände auf meine Schienbeine bzw. meine Oberschenkel klatschen.

Wahrscheinlich war ich nur fünf bis zehn Minuten auf dem Trampolin, aber als ich nach der ersten Session runter stieg, waren meine Beine wie Gummi und mein Körper schweißnass. Konzentriertes Springen mit Turnelementen in der Luft ist viel anstrengender, als es auf den ersten Blick scheint und Saltos waren noch gar nicht dabei.

Trampolin-Wettkämpfe werden als Einzelkämpfer oder als Team durchgeführt. Beim Team werden die besten drei Athleten einer Mannschaft gewertet, als Einzelkämpfer wird nur die eigene Performance bewertet. Dabei muss jeder Turner zehn Sprünge hintereinander ohne Wiederholungen springen. Je nach Altersklasse müssen schwierigere Sprünge vollführt werden. Die Grundsprünge, die ich an diesem Tag gelernt habe, gehören auch immer dazu. Ich war ganz froh, dass ich mir das Trampolin mit drei anderen Turnerinnen geteilt habe. Zum einen, weil ich dann Pause hatte, zum anderen, weil ich ihre Sprünge mit Staunen verfolgen konnte, zumindest nachdem ich einmal kräftig meine Lungen durchgepustet hatte.

Meine nächsten Grundsprünge enthielten das Landen auf dem Hintern gefolgt vom Stand, dann von der Popo-Landung in eine 180 Grad Drehung im Stand. Das mag sich lustig anhöhren, erfodert aber Training und Konzentration. „Du solltest, so doof wie sich das anhört, beim Sitzen den Bauch rausschieben“, korrigiert die Trainerin meine Sprunghaltung. „Du machst jetzt nichts anderes als Sitz-Aufstehen, das muss erstmal drin sein und dabei gibst du mir die Hand.“ Aus der Sitzhaltung ging es dann in eine 180-Grad-Wende mit erneuter Sitzhaltung. Nun folgte aus der stehenden Sprunghaltung eine 180-Grad-Wende mit folgender Sitzhaltung, das klappte am Anfang überhaupt nicht. Mir kam mein Sprung falsch vor, Anke ermutigte mich aber, dass es schon ganz gut aussehe.

„Die Sprünge heißen Grundsprünge, die werden von der ersten Übung bis zur letzten gebraucht“, erklärt mir die Trampolin-Übungsleiterin, was ich heute eigentlich gelernt habe. „Also selbst bei Bundesliga-Übungen kann man noch einen dieser Sprünge teilweise sehen. Grundvoraussetzungen für die anderen Sprünge sind das auch. Wenn man die nicht kann, kommt man gar nicht weiter.“

Als letztes stellte ich mich der Trockenübung für den Rückwärtssalto, damit ich weiß, wie sich mein Körper in der Luft zu bewegen hat, falls ich je einen Rückwärtssalto ausprobieren möchte. Zum Ende fragte ich Anke, wie ich mich denn angestellt habe: „Da habe ich mich gewundert, recht gut. Also die meisten schaffen an ihrem ersten Tag nicht so viel. Viele haben Schwierigkeiten überhaupt eine Bücke oder Hocke zu turnen, hat mich gefreut.“

Sie klärte mich auf, dass ich mit den gelernten Sprüngen eine P3 springen kann. P3 ist beim Trampolin die Schwierigkeitsstufe für Sechsjährige. Und mit denen kann ich mich schon nach nur zwei Stunden anlegen. Welche Altersklasse kann ich dann nach vier Stunden Training herausfordern? Findet es doch selbst heraus.

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