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Handball: Landesliga

Derby mit zwei Siegern

Ladbergen

Ein Derby nach Maß: das Duell zwischen TSV Ladbergen und TV Kattenvenne hat den vielen Zuschauern alles geboten, was es braucht: Spannung, Stimmung und am Ende Zufriedenheit auf allen Seiten.

Von Mareike Stratmannund

Es ging hoch her im Derby, in dieser Szene schenken sich Kattenvennes Henrich Wieneke (links) und Ladbergens Henning Schrief nichts, das Publikum gab alles (kleines Bild oben rechts), am Ende feierte der Favorit einen glücklichen Erfolg (kleines Bild unten rechts). Foto: Jörg Wahlbrink

Fast 400 über alle Maßen überraschte Zuschauer, ein Spiel auf Messers Schneide und am Ende zwei Teams, die von ihrem Anhang bejubelt werden. Was war das bitte für ein Derby am Freitagabend? Der im Vorfeld als klarer Außenseiter gehandelte TV Kattenvenne brachte den zuletzt so starken TSV Ladbergen an den Rand einer Niederlage – am Ende siegte der Favorit dann doch mit 24:22 (9:12). Aber der emotionale Sieger war ein anderer: Der TVK dürfte dank seines leidenschaftlichen Spiels mit viel Rückenwind in die nächsten Partien und den Kampf gegen den Abstieg gehen.

Dabei schien am Anfang alles in erwartbaren Bahnen zu verlaufen. Der TSV setzte sich über 1:0, 4:1 schnell auf 7:3 ab und hatte mehrfach die Chance weiter davonzueilen, brachte den TVK dann aber durch leichtfertig vergebene Chancen überhaupt erst ins Spiel. Der Lokalrivale schien Gefallen am Derby zu finden, spielte durchaus frech auf, während der Favorit zunehmend kopflos agierte. Die Folge: Der TVK kam auf zwei Tore heran (8:6, 9:7 und 11:9) und wurde von seinem Anhang dafür frenetisch gefeiert.

„Wir haben den Jungs vorher gesagt, dass niemand etwas von uns erwartet, außer dass wir uns den Allerwertesten aufreißen“, kommentierte Stefan Hülsmeier, der gemeinsam mit Sven Hassmann den verhinderten Coach Volker Hollenberg vertrat, das Spiel. Am Ende konstatierte er: „Ich bin wirklich stolz. Was wir aus den vorhandenen Möglichkeiten, die wir gerade haben, herausgeholt haben, war herausragend.“

Ladbergens Trainer Dirk Elschner indes wollte seinen Mannen keinen Vorwurf machen. „Wir haben uns schwer getan und vor allem im Angriff viele freie Würfe vergeben, aber wir haben gekämpft. Nach der Halbzeit sind wir eigentlich gut rein gekommen, agieren dann aber weiter teilweise zu kopflos. Und dann hat uns die fragwürdige Spielleitung der Schiedsrichter durcheinander gebracht“, analysierte der Coach, ohne zu vergessen: „Kattenvenne hat es aber auch gut gemacht.“

De facto sahen die Zuschauer in Durchgang zwei nach zwischenzeitlicher 15:11-TSV-Führung ein recht enges Spiel. Auch wenn da noch viele vermuteten, der TSV würde zur rechten Zeit schon noch mal den Turbo zünden und für klare Verhältnisse sorgen. Tat der Gastgeber aber nicht, sondern rieb sich mehr und mehr an den engen Schiedsrichter-Entscheidungen auf. So weit hätte es eigentlich gar nicht erst kommen dürfen. Die Quittung: Zwischenstände von 17:15, 20:19 und 21:21 und kurz vor Schluss eben sogar die Chance für den TVK, selbst in Führung zu gehen.

So kam es letztlich nicht. Leon Ludwigs und Stefan Friese machten mit dem 23. und 24. TSV-Treffer den Deckel drauf. Die Punkte bleiben in Ladbergen, das Elschner-Team lauert damit weiter auf Rang zwei und auf einen Ausrutscher von Ligaprimus HC Ibbenbüren. Der TVK indes feierte sich selbst – und die Erkenntnis, mit einer solchen Leistung im Kampf gegen den Abstieg gut gewappnet zu sein. „So dürften die Jungs in der Tat noch den ein oder anderen Punkt holen“, befand auch Stefan Hülsmeier nach der knappen Niederlage. Die Zuschauer dürften sich bestens unterhalten gefühlt haben. Es herrschte echte Derby-Atmosphäre in der Rotthalle. Und es bewahrheitete sich: Derbys haben halt doch ihre eigenen Gesetze.

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