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Relegation: RB Leipzig überlässt nichts dem Zufall

Die Roten Bullen und ihr Aufstiegsplan

Leipzig / Lotte

Er rückt unaufhörlich näher, der Tag X. Am Mittwoch ist es soweit, dann steigt das erste Relegationsspiel zwischen Rasen-Ballsport Leipzig und den Sportfreunden Lotte um den Aufstieg in die 3. Liga. Anstoß ist um 17.30 Uhr in der Red-Bull-Arena, dem WM-Stadion von 2006. Spekuliert wird mit bis zu 30.000 Zuschauern. Das Rückspiel steigt am Sonntag, 2. Juni, ab 14 Uhr in der connect-M-Arena in Lotte.

Alfred Stegemann

Auch wenn es nur ein Duell zweier Viertligisten ist, das Medien-Interesse ist riesig. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) wird beide Spiele live im TV übertragen. Vom Rückspiel in Lotte ist sogar eine dreistündige Sondersendung geplant.

In der Messe-Stadt ist man allgemein zuversichtlich. In einem Internet-Voting sind nahezu 80 Prozent vom Aufstieg der Roten Bullen überzeugt. Der Ort Lotte, den „man erst googeln muss“, wie man verschiedenen Foren entnehmen kann, ist für viele nicht mehr als ein Provinznest. Die Bild-Zeitung Leipzig formuliert es so: „Beim Aussteigen fällt auf: Die Luft riecht ein bisschen nach Kuhmist“.

Für Erheiterung sorgte die gestrige Schlagzeile, wonach Leipzig die Sportfreunde schon vor dem Anstoß „austricksen“ würde. Bild habe nämlich erfahren, Trainer Maik Walpurgis würde nicht zum letzten Saisonspiel seiner Elf nach Velbert, sondern in die Bundeshauptstadt reisen, wo der Berliner AK auf RB Leipzig trifft. „Diese Reise kann er sich sparen“, heißt es dort. Denn RB-Trainer Alexander Zorniger würde kräftig rotieren und längst nicht seine stärkste Formation ins Rennen schicken, ja sogar einige Stammkräfte daheim lassen.

„Es spielt nicht die erste Elf? Darauf wäre ich wirklich nicht gekommen“, meinte Walpurgis süffisant. „Dass die rotieren, ist doch klar.“ SF Lotte selbst macht es in Velbert nicht anders. Gleichwohl wird eine Lotter Crew nach Berlin reisen, um sich die Partie anzuschauen. Umgekehrt werden heute sicherlich auch RB-Spione in Velbert auszumachen sein.

Wen Alexander Zorniger tatsächlich ins Rennen schicken wird, ließ er offen. Torhüter Fabio Coltorti sowie die Verteidiger Christian Müller und Fabian Franke. bleiben zuhause. Sebastian Heidinger ist gesperrt. Dafür sollen Umut Kocin und die zuletzt verletzten Juri Judt (muskuläre Probleme) und Tim Sebastian (Knie-OP) ihr Startelf-Comeback feiern. Auf einen Einsatz hoffen darf Patrick Koronkiewicz.

Schon vor zwei Wochen schickte Leipzigs Coach beim 0:0 gegen Zwickau eine blutjunge Truppe ins Rennen. Vier Tage später gewannen die Bullen im Pokal mit 4:0 gegen Chemnitz. Wie Maik Walpurgis will Zorniger das letzte Saisonspiel aber nicht herschenken: „Wir wollen unsere Ungeschlagen-Serie halten. Aber der Fokus liegt voll auf den Relegations-Spielen.“

Ein „mollig warmes Gefühl“ beschleicht Zorniger derzeit, wie er selbst sagt, da Kapitän und Torjäger Daniel Frahn wieder ins Lauftraining eingestiegen ist. Der 25-Jährige hat in 27 Spielen 20 Mal getroffen und war zuletzt wegen eines Innenbandrisses lahmgelegt. Er ist so etwas wie das Gehirn der Mannschaft und unumwundener Chef. Vieles spricht dafür, dass er am Mittwoch gegen Lotte wieder auflaufen wird.

RB Leipzig will nichts dem Zufall überlassen. Nicht nur, dass der Club die Sportfreunde schon seit Wochen beobachten lässt und Videoaufnahmen angefertigt hat, hat Alexander Zorniger nun auch Geheimtraining angeordnet. Alle Einheiten finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Das Interesse an den Relegationsspielen ist hüben wie drüben riesig. In der Lotter Geschäftsstelle steht das Telefon nicht still. Die 5000er marke könnte geknackt werden. 1000 Tickets wurden in Leipzig bereits abgesetzt. Die Bullen gehen davon aus, dass 2000 rot-weiße Fans die Reise auf sich nehmen werden. Weit mehr Zuschauer werden im ersten Relegationsspiel am Mittwoch erwartet, mit 30.000 wird gerechnet. Über 12.000 Tickets wurden bis gestern bereits abgesetzt. Und das sei für Leipziger Verhältnisse, wie ein Sportredakteur der Leipziger Volkszeitung erklärt, überaus viel, da die meisten sich kurzfristig mit Tickets eindecken würden.

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