Fußball: Regionalliga West

Lengericher Julius Schell will sich für höhere Aufgaben empfehlen

Lengerich/Lotte/D...

Seit Anfang Juni darf sich Julius Schell, der seine ersten fußballerischen Schritte in Tecklenburg und Lengerich machte, Deutscher Meister nenne. Den titel gewann er mit den A-Junioren von Borussia Dortmund. Jetzt gehört er bereits dem Regionalligakader des BVB an.

Uwe Wolter

Julius Schell im Freudentaumel: Anfang Juni wurde der Lengericher mit Borussia Dortmunds U 19 Deutscher A-Junioren-Meister. Danach rückte er ins U 23-Team auf. Wegen einer Verletzung kann er am Sonntag gegen SF Lotte aber nicht auflaufen. Foto: Borussia Dortmund

Es schien schon alles verloren, doch dann kippte das Spiel noch zu Gunsten der schwarz-gelben Borussia aus Dortmund. Am 2. Juni führte der VfB Stuttgart im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der A-Junioren beim Gang in die Kabinen mit 3:1. Aber nach der Pause drehte der BVB-Nachwuchs die Partie. Der Knackpunkt war die Rote Karte gegen einen Stuttgarter kurz nach Wiederbeginn. Dortmund machte aus dem 1:3 noch einen 5:3-Sieg und durfte jubelnd die Meisterschale gen Himmel strecken. Allen Grund zum Jubeln hatte dabei auch der Lengericher Julius Schell. Er durfte nach der Pause auflaufen und so mithelfen, den Titel nach Dortmund zu holen.

„Das war schon eine tolle Sache“, denkt der 19-Jährige gerne an Anfang Juni zurück. Es war sein letzter Auftritt im Trikot der A-Jugend. „Schon im vergangenen November hat mich der Verein gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in die Regionalligamannschaft zu wechseln“, erzählt Julius Schell, der gerade sein siebtes Jahr in Dortmund erlebt. Als D-Jugendlicher war Schell von Preußen Lengerich zur Borussia gewechselt. Seine fußballerische Laufbahn startete er einst beim TuS Graf Kobbo Tecklenburg.

Am kommenden Sonntag könnte Julius Schell mit Dortmunds U 23 am zweiten Spieltag der Regionalliga West auf die Sportfreunde Lotte treffen. Könnte, denn zur Zeit ist er verletzt und fällt wohl noch drei, vier Wochen aus. Er war schon Anfang Juni angeschlagen in das Finale gegen Stuttgart gegangen. Mit seiner aktuellen Mannschaft, die von dem Dänen Mike Tullberg seit Saisonbeginn trainiert wird, konnte er daher erst zwei Mal trainieren. Folglich verpasste er auch das Auftaktspiel am Freitag vor einer Woche bei Rot-Essen. Dort verloren die Borussen, die über weite Strecke mit den von vielen Experten als Topfavoriten gehandelten Essenern mehr als gut mitgehalten haben, in letzter Minute mit 1:2.

Auch die Sportfreunde aus Lotte kommen am Sonntag mit null Punkten angereist, denn sie verloren ihr erstes Spiel zu Hause mit 0:1 gegen Aufsteiger TuS Haltern. „Schade, ich wäre schon gerne gerade gegen Lotte dabei gewesen“, bedauert Julius Schell, der in Dortmund übrigens die Rückennummer 13 trägt. „Ich hoffe sehr, dass das meine Glückszahl wird!“

Schells Primärziel heißt bei den Senioren Fuß zu fassen. „Ich möchte mich für Einsatzzeiten empfehlen. Dadurch möchte ich mich für weitere Aufgaben, vielleicht mal in der 3. Liga oder 2. Bundesliga, empfehlen“, beweist der Lengericher Ehrgeiz. Aber noch heißt es sich in Geduld zu üben, um nach hoffentlich bald ausgeheilter Verletzung anzugreifen.

Wenn Julius Schell am Sonntag gegen Lotte auch nicht aktiv eingreifen kann, so wird aber im Stadion sein, und seine Mannschaft gegen den Drittligaabsteiger vom hiesigen Autobahnkreuz von der Tribüne aus die Daumen drücken. Vielleicht klappt es ja dann im Rückspiel, wenn Borussias U23 nach vierjähriger Pause wieder in Lotte aufläuft.

Zuletzt standen sich beide Mannschaften im Lotter Aufstiegsjahr 2015/2016 gegenüber. Am 22. August trennten sich beide Clubs im Stadion Rote Erde 1:1. Dabei gelang den Gastgebern in der Nachspielzeit noch der Ausgleich durch Christoph Zimmermann. Für Lotte hatte Jeron Al-Hazaimeh, der auch am Sonntag wieder mit von der Partie sein wird, zuvor per Strafstoß getroffen. Das Rückspiel am 13. Februar 2018 gewann der BVB in Lotte mit 1:0. Torschütze war ein gewisser Marco Hober, der im Sommer 2017 für eine Saison nach Lotte wechselte und jetzt wieder für die Borussia am Ball ist. Die Gesamtbilanz spricht leicht für Dortmund. Von zehn Spielen (Regionalliga und Oberliga) gewann die BVB-Reserve vier, vier Mal gab es ein Remis, zweimal triumphierten die Blau-Weißen aus Lotte.

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