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Addy Menga absolviert Umschulung zum Einzelhandelskaufmann in Ibbenbüren

Modezar und Fußballer

Tecklenburger Land

Von den Fans an der Bremer Brücke wurde er immer nur lautstark „Addyyyy“ gerufen. Das ist inzwischen ein paar Jahre her. Mittlerweile hat Addy Menga seine Karriere als Fußballprofi hinter sich. Momentan macht der 37-Jährige eine Umschulung in Ibbenbüren – und er macht in Mode.

Alfred Stegemann

Ex-Profi Addy-Waku Menga schult zum Einzelhandelskaufmann um und bringt seine eigene Modekollektion heraus, wie unter anderem ein Cappy (rechts). Foto: Alfred Stegemann

Er ist ein Sunnyboy, hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Viel erreicht in seinem Leben hat er zudem – und doch hat er nochjede Menge Pläne. In ärmsten Verhältnissen in Afrika aufgewachsen, brachte es Ardiles-Waku Menga bis zum Fußballprofi. in der Bundesliga. Jetzt ist er 37 und kickt noch immer als Vertragsamateur beim BSV SW Rehden in der Regionalliga Nord. Das will er auch noch bis 2022 tun. Mindestens. Erst dann endet sein Vertrag. Aber Addy Menga, wie ihn jeder nennt, blickt voraus. Und da spielt Ibbenbüren eine zentrale Rolle. Er absolviert eine Umschulung zum Einzelhandelskaufmann bei Berufsbekleidung Leißing, besucht zudem zweimal die Woche das kaufmännische Berufskolleg an der Wilhelmstraße.

Dass der 37-Jährige mehr ist als nur ein einfacher Berufsfußballer wird im Gespräch mit ihm schnell deutlich. Ein zweites finanzielles Standbein hat er sich zudem längst geschaffen. Denn Addy-Waku Menga wandelt auf den Spuren von Karl Lagerfeld, hat er vor zwei Jahren doch sein eigenes Mode-Label erschaffen. Angefangen mit einfachen Capps, umfasst seine Kollektion mit der vielsagenden Aufschrift „AWMXIII“, T-Shirts, Pullover, Jacken, Sporttaschen und vieles mehr. „Die 13 ist meine Glückszahl“, sagt er. „Deshalb gehört die Zahl zu meinen Anfangsbuchstaben dazu.“

Seinen Ausbildungsplatz in Ibbenbüren bezeichnet er als Jackpot. Als er seinen jetzigen Chef Dennis Leißing kennenlernte, funkte es sofort.Sie lagen gleich auf einer Wellenlänge, zumal das Unternehmen auch zu den Sponsoren des VfL Osnabrück zählt. Als schließlich die Sprache auf die „AWM-XIII-Kollektion“ kam, waren sich beide schnell einig, eine Kooperation anzustreben.

Bis dahin arbeitete Menga mit einer Firma aus Osnabrück zusammen und bot sein Warensortiment quasi als Ein-Mann-Unternehmen ausschließlich online an. Das macht er immer noch. Durch seine Ausbildung bei Leißing findet sich seine Angebotspalette nun auch an der Gutenbergstraße wieder. „Ich lege Wert auf gute Qualität“, betont Menga. „Wenn ich irgendwo jemanden mit meinen Sachen sehe, macht mich das stolz.“

Zu seiner Ausbildung gehört auch der Besuch der Berufsschule. Dass es der 37-Jährige dort zumeist mit deutlich jüngeren Mitschülern zu tun hat, stört ihn überhaupt nicht. „Auch in meinen Fußballmannschaften gehörte ich oft zu den ältesten Spielern“, blickt er zurück. „Ich habe immer gerne auch mit 20-Jährigen zusammengearbeitet. Deshalb ist das jetzt nichts Neues für mich.“ Rückschläge hat er in seinem Leben einige erdulden müssen. Deshalb lässt sich Addy Menga nicht so schnell aus der Bahn werfen. „Ich habe ein Ziel, und das möchte ich erreichen“, macht er unmissverständlich deutlich. Dabei spiele das Alter keine Rolle.

Heimisch geworden ist er in Venne bei Osnabrück. „Hier habe ich viele Freunde kennengelernt“, betont der Flügelflitzer. In Ibbenbüren sowieso, aber auch in Recke schaut er immer mal wieder vorbei. Dort wohnt seine Schwiegermutter. Einen Besuch verknüpft Addy Menga auch schon mal mit einer Stippvisite beim TuS. Und er könnte sogar häufiger kommen, hat er bei einer Halbzeitverlosung eines Bezirksliga-Spiels doch mal einen Tankgutschein gewonnen.

2012 wäre der quirlige Angreifer um ein Haar bei den Sportfreunden Lotte gelandet. Nach seinem Engagement beim SV Wehen Wiesbaden war er als Gastspieler für den heimischen Regionalligisten aktiv. Dabei traf er in einem Testspiel auch gegen den VfL. Zur Vertragsunterzeichnung ist es nicht gekommen, stattdessen wechselte Menga zum SC Preußen Münster.

Seine große Liebe aber ist und bleiben die Lila-Weißen aus Osnabrück. Die Bremer Brücke bezeichnet Addy Menga als sein Wohnzimmer. Zweimal,2003 und 2007, schaffte er mit dem VfL den Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Wunderschöne Erinnerungen“, sagt der Publikumsliebling. Auch sein zweites Engagement von 2014 bis 2017 bleibt für ihn unvergessen. Mit der Bundesliga ist für ihn bei Hansa Rostock 2007ein Traum wahr geworden. Sein Debüt feierte er ausgerechnet in der Allianz-Arena beim FC Bayern München. Sein erstes Bundesliga-Tor erzielte er gegen den damaligen Nationalkeeper René Adler. „Diese Erinnerungen nimmt mir keiner“, blickt Addy-Waku Menga auf seine Karriere zurück und hat dabei ein Lächeln auf den Lippen.

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