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TSV Ladbergen

Nach 20 Jahren: Dauerbrenner Hans-Gerhard Schröer gibt die Vereinsführung ab

Ladbergen

Hans-Gerhard Schröer war zwei Jahrzehnte lang die  Konstante beim TSV Ladbergen - jetzt dankt der 66-Jährige als Vorsitzender des Clubs ab. Er wirft einen Blick zurück und nach vorne.

Von Niklas Groß

Früher selbst aktiv, heute bei jedem Spiel auf der Tribüne: Als Hallensprecher bleibt Hans-Gerhard Schröer, hier mit dem ehemaligen Reserve-Coach Christian Guhe, dem TSV Ladbergen erhalten.
Foto: privat

Ob auf dem Feld oder in der Halle, ob auf Mitte, am Kreis oder Außen, ob als Leichtathletik- oder Volleyball-Trainer, ob als Vorstandsvorsitzender oder als Hallensprecher… – Hans-Gerhard Schröer war und ist der Mann für alle Fälle beim TSV Ladbergen. Am heutigen Freitag übergibt der 66-Jährige die Vorstandsarbeit in die Hände seines Nachfolgers. „Ein bisschen komisch“ sei das, gesteht Schröer. „Ich durfte verantwortlich sein für etwas, das mir sehr am Herzen liegt. Aber andersherum haben die 20 Jahre im Vorstand auch mich geprägt.“

Wie überhaupt das gesamte Sportlerleben von Hans-Gerhard Schröer TSV Ladbergen war. Vor sage und schreibe 55 Jahren liefen sich Schröer und der TSV ein erstes Mal über den Weg, der junge Hans-Gerhard trat seinerzeit der Handball-Abteilung des Vereins bei – er sollte alle Jugendmannschaften durchlaufen und später in der Ersten Herren reüssieren.

Club-Vorsitzender seit 2001

Gegen Ende seiner Aktiven-Zeit plagten Schröer derweil berufliche Sorgen. Er hatte Sport und Geografie studiert, auf Lehramt, doch waren Lehrer Mitte der Achtziger alles andere als gefragt. Schröer hatte aufs falsche Pferd gesetzt – wäre da nicht der TSV Ladbergen gewesen. Der stellte sein Eigengewächs per Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in Vollzeit ein, quasi als Mann für alle Fälle in Profession. Eineinhalb Jahre trainierte Schröer Leichtathleten wie Volleyballer oder gab Nordic-Walking-Kurse.

„Eine schöne Zeit, die leider endlich war“, erinnert sich Schröer, der beruflich noch einmal umschulte, in den Vertrieb in der Pharma-Industrie ging. Der TSV aber sollte bleiben: Im März 2001 machte er Schröer zu seinem Vorsitzenden – der er bis eben heute ist. „Die Vorstandsarbeit hat mir immer Entspannung zum Beruf gegeben“, sagt Schröer und fühlt sich auch in seinen letzten Stunden im Amt noch pudelwohl. Trotzdem sei es einfach an der Zeit, die Geschicke zu übergeben. Der neue Vorsitzende müsse vor allem kreativ sein, wenn es darum geht, den Stellenwert eines Vereins hervorzuheben. Es gelte, ehrenamtliche Unterstützer zu finden, Kinder zum Sport zu motivieren und den Verein durch die Corona-Pandemie zu lotsen, wie es Schröer umreißt. „Handball, Tennis und Turnen sind unsere Säulen, das können wir gut. Und das sollten wir betonen, damit es seine Bedeutung behält“.

Darum blickt Schröer positiv in die Zukunft

Bei allen Herausforderungen – bange um die Zukunft ist Schröer nicht. So sieht er den Handball sehr gut aufgestellt mit einer Jugend-Spielgemeinschaft im Nachwuchs und einer Handball-Spielgemeinschaft bei den Frauen. Eine HSG, die es im Männer-Bereich nicht geben wird, wie sich Schröer sicher ist. „Dafür sind die Derbys viel zu schön.“

Aus der Tennis-Abteilung berichtet der Noch-Vorsitzende des TSV Ladbergen nur allzu gern von Mats Brünemeyer: Der Zehnjährige ist seit wenigen Tagen NRW-Vizemeister. Und denkt Schröder an die Turner, bereitet im der traditionelle Nikolaus-Wettkampf regelrecht Gänsehaut. „Da kommen 300 bis 400 Kinder, die Halle ist proppevoll, das ist einfach toll“, schwärmt Hans-Gerhard Schröer, der nicht Hans-Gerhard Schröer wäre, wenn er jetzt so ganz ginge. Er bleibt dem TSV erhalten: als Hallensprecher. Und als „Ansprechpartner bei Fragen jedweder Art“.

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