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Handball: Landesliga

Party in der Rottsporthalle: HSG-Frauen schaffen den Klassenerhalt

Tecklenburger Land

Geschafft! Durch einen phänomenalen Saisonendspurt und den 40:32-Erfolg gegen den 1. HC Ibbenbüren machte die HSG Tecklenburger Land am Mittwochabend den Klassenerhalt in der Landesliga klar. Trainerin Daniela Oana zeigte sich glücklich.

Von André Fischer

Trainerin Daniela Oana im Mittelpunkt der Jubeltraube. Bei ihr kullerten ein paar Tränen – der Freude. Foto: Jörg Wahlbrink

In der Kabine und im Foyer wurde längst gefeiert. Die Rottsporthalle zu Ladbergen glich am Mittwochabend einem Partytempel. Während Vorstand und Spielerinnen nach dem 40:32 (17:11) gegen den 1. HC Ibbenbüren bei einem Kaltgetränk den phänomenalen Saisonendspurt samt Klassenerhalt Revue passieren ließen, weilte Trainerin Daniele Oana allein auf dem Parkett, ging ein paar Meter – und fuhr die beiden Tore hoch. Bilder, die an Franz Beckenbauer bei der Weltmeisterschaft 1990 in Rom erinnerten. Der Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schlich nach dem Titel einsam über den Rasen. „Ich musste etwas runterkommen“, so Oana, die um Worte rang. „Ich liebe diese Mädels, sie waren verdammt nervenstark.“ Mehr musste sie nicht sagen.

Die HSG Tecklenburger Land hat dem Druck standgehalten, als Aufsteiger wohlgemerkt. Welch Dramaturgie im finalen Akt. Nur ein Sieg brachte die Rettung, alles andere war zu wenig. „Das haben alle registriert, nur dass wir dann wirklich 60 Minuten 100 Prozent bringen, ist sensationell“, lobte Oana ihre Truppe. Und das Publikum. Am Ende gab es Standing Ovations als Belohnung, während der Gast aus der Bergmannsstadt mit hängenden Häuptern vom Parkett tappte. Ibbenbüren muss runter in die Bezirksliga. Das ist Sport.

HSG kam nur ganz kurz in Bedrängnis

Oana selbst hatte nie das Gefühl, dass etwas schiefgehen könnte. Zu überlegen war die HSG, lag zur Pause bereits mit sechs Treffern vorne. Allein unmittelbar nach dem Wechsel, als der HCI auf Manndeckung umstellte, hatten Theresa Untiet, mit elf Foren die beste Schützin, und Co ihre kleinen Probleme. Schüttelten das aber schnell aus den Kleidern. „Wir haben alles rausgehauen, auch eine dicke Lippe oder diverse Blessuren haben uns nicht vom Weg abgebracht. Das macht mich verdammt stolz.“ In der Stunde des Sieges vergaß Oana aber auch nicht den Gegner. „Das tut mit leid für Ibbenbüren. Es ist verdammt bitter, abzusteigen.“

40 Treffer – nie war die Spielgemeinschaft erfolgreicher. Es passte einfach alles, fast jeder Angriff saß, es gab kaum Konzentrationsschwächen. Kein Wunder, dass noch lange nach dem entscheidenden Duell gefeiert wurde. Aber gemäßigt, Oana musste am Donnerstag schon wieder um 6 Uhr aus den Federn. Vielen anderen aus der Mannschaft wird es von Berufswegen ähnlich gegangen sein.

In den kommenden Wochen steht der Handball hintenan. Anfang Juli will Oana wieder zum Training bitten. Mit neuer Motivation. Die HSG wird sich aber schon am Samstag wiedersehen, dann heiratet Jule Ertelt in Kattenvenne. Dann ist der Kopf auch wieder frei. Und die nächste Sause steht an – mit dem gesamten Team. Erprobt im Feiern dürfte die HSG Tecklenburger Land längst sein.

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