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Relegations-Rückspiel SF Lotte - RB Leipzig

Tränen der Enttäuschung und Wut auf den DFB

Lotte

Tränen, sie flossen reichlich. Die Sportfreunde Lotte ließen ihren Gefühlen freien Lauf. Selbst Co-Trainer Ovid Hajou übermannte es und musste getröstet werden. Die Sportfreunde Lotte hatten nach regulärer Spielzeit das 0:2-Hinrundenergebnis egalisiert und waren so richtig nahe dran am Aufstieg in die 3. Liga. Daraus wurde nichts – trotz eines aufopferungsvollen Kampfes.

Alfred Stegemann

Trainer Maik Walpurgis  (links) und sein Leipziger Kollege Alexander Zorniger prangern heftig die DFB-Entscheidung mit den Aufstiegsspielen an. Foto: Mrugalla

„Bitter“, war eines der am meisten gebrauchten Wörter. Die Enttäuschung war allgegenwärtig. Die gepaart mit einer Art Wut auf den DFB, der durch seine unsägliche Relegations-Entscheidung die Aufstiegsspiele erst möglich machte, sorgten für eine merkwürdige Atmosphäre. Leipzigs Coach Alexander Zorniger gab nach dem Abpfiff jedem Lotter Spieler die Hand und entschuldigte sich quasi für den eigenen Aufstieg: „Ganz ehrlich, mir tut es im Herzen weh für Lotte. Weil ich als Trainer weiß, was dahinter steckt. Du spielst eine super Saison, holst 86 Punkte und steigst nicht auf. Eine unerträgliche Situation für alle. Diese Regelung bringt nichts und ist zutiefst gegen den Sport. Da muss der DFB eine Lösung schaffen, die gerecht ist.“ Maik Walpurgis stieß ins gleiche Horn: „Der DFB hat immer gesagt, dass Meister direkt aufsteigen müssen. Und was ist jetzt? Diese ganze Situation ist doch irgendwie unwirklich.“

Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick hat seine eigene Meinung zur Relegationsposse: „Der Fehler liegt im Gesamtkonstrukt, da es drei Profi-Ligen gibt. Die eingeleisige 3. Liga in dieser Form macht für mich keinen Sinn. Darunter gibt es schon fünf Ligen, ergo wird es doch immer enger, aufzusteigen. Da muss es eine andere Lösung geben.“ Allerdings wird der Relegations-Modus auch in der kommenden Saison noch greifen. Dann wird es wieder Tränen geben bei den Verlierern, obwohl die zuvor Regionalliga-Meister geworden sind.

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