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Sportfreunde sind bei einem Sieg am Sonntag Meister

Über Essen nach Leipzig

Lotte

Die Sportfreunde Lotte stehen vor dem größten Erfolg ihrer 84-jährigen Vereinsgeschichte. Gewinnen sie am Sonntag das Punktspiel gegen Rot-Weiss Essen stehen sie als Meister der Regionalliga West fest. Dann haben sie auch das Ticket für die Relegationsspiele um den Aufstieg in die 3. Liga gegen RB Leipzig gelöst.

Alfred Stegemann

Im Hinspiel trennten sich RW Essen und SF Lotte mit Dennis Schmidt 1:1. Am Sonntag wollen die Sportfreunde gewinnen. Dann wären sie vorzeitig Meister der Regionalliga West. Foto: Mrugalla

Nein, eigentlich will er sich (noch) gar nicht zu Rasen-Ballsport Leipzig äußern. „Ein Hammerlos und ein sehr attraktiver Gegner.“ Mehr lässt sich Maik Walpurgis, Trainer der Sportfreunde Lotte, nicht entlocken zum Kontrahenten des Meisters der Regionalliga West in den Relegationsspielen um den Aufstieg in die 3. Liga. Zurecht. „Wir sind ja noch gar nicht so weit. Erst einmal müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Drei Punkte fehlen uns noch zum Staffelsieg. Erst wenn wir die haben, dürfen wir auch an RB Leipzig denken“, macht der Trainer deutlich.

Diese drei Punkte wollen die Sportfreunde am Sonntag bereits einfahren. Und das vor einer vermutlich großen Kulisse in der connect-M-Arena. Zum ersten großen Saison-Höhepunkt stellt sich mit Rot-Weiss Essen der Zuschauer-trächtigste Club der Liga in Lotte vor (14 Uhr connect-M-Arena). In der Ruhrpott-Metropole machen die Fans bereits mobil und rufen auf zum Trip mit Trikot nach Lotte. Auch das Interesse rund um das Autobahnkreuz ist riesig. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle können sich über mangelnde Arbeit zumindest nicht beklagen.

Jeder, der ein Ticket für das Spiel gegen RW Essen erwirbt, bekommt durch die Vorlage seiner Karte ein Vorkaufsrecht für ein mögliches Relegationsspiel gegen RB Leipzig am Sonntag, 2. Juni. Die Anstoß steht noch nicht fest. Definitiv eine sichere Methode, sich bereits vor allen anderen eine Karte für das möglicherweise entscheidende Aufstiegsspiel in der connect-M-Arena zu sichern. Es dürfte am Sonntag also voll werden. Walpurgis geht davon aus, dass ein gut gefülltes Stadion seine Mannschaft zusätzlich motivieren wird.

Allerdings beklagt der Coach riesige Personalpro­bleme. Sophien Chahed, Henning Grieneisen und Dalibor Gataric stehen nicht zur Verfügung. Fraglich, ob einer von ihnen in dieser Saison noch zum Einsatz kommt. Zudem fallen Rechtsverteidiger Timo Kunert (Muskelfaserriss) und Kapitän Tobias Willers (10. gelbe Karte) aus. „Ja, die Mannschaft stellt sich fast von allein auf“, befürchtet der Lotter Coach.

Also ist erneut Rotation angesagt. In Siegen tauchten Danijel Gataric, Julian Büscher und erstmals Christian Rasche in der Anfangsformation auf. „Alle drei haben ihre Aufgaben gut gemacht“, versichert Walpurgis. Gataric wird sicherlich wieder den Posten von Kunert übernehmen. Auch die Chance von Büscher stehen nicht schlecht. Rasche dürfte sich dagegen wohl auf der Bank wiederfinden. In Siegen hatte Maik Walpurgis seinem etatmäßigen Flügelstürmer Kevin Freiberger eine Pause gegönnt. Am Sonntag dürfte der aber wohl wieder auflaufen. „Ich mache die Aufstellung letztlich von den Trainingseindrücken abhängig“, steht laut Walpurgis die endgültige Startelf noch nicht fest.

Gleichwohl ist er davon überzeugt, dass sein Team entweder am Sonntag gegen RW Essen oder in einer Woche in Velbert die nötigen Punkte einfährt, damit das Ticket für die Relegationsspiele gelöst werden kann. Für den Geldbeutel der Spieler ist der Gewinn der Meisterschaft übrigens unerheblich, auch wenn das – bis dahin – der größte Erfolg der 84-jährigen Vereinsgeschichte wäre. Ausgelobt wird lediglich eine Aufstiegsprämie.

Nicht vergessen haben die Sportfreunde die Wettaffäre der vergangenen Saison, in die die Rot-Weissen direkt verstrickt waren. Letztlich hat es auch deshalb mit Lottes Aufstieg nicht geklappt. Das dürfte für zusätzliche Motivation der Blau-Weißen sorgen. Auch in Essen kann man sich an diese Vorkommnisse noch gut erinnern. „Das hat schon ein Geschmäckle. Man kann davon ausgehen, dass es auf Biegen und Brechen in beide Richtungen geht“, glaubt Damian Jamro, Sportlicher Leiter der Rot-Weissen.

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