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Fußball: 3. Liga

Vierter Cheftrainer von SF Lotte in 101 Tagen: Nun soll es Golombek richten

Lotte

Er ist nach Ismail Atalan, Oscar Corrochano und Marc Fascher der vierte Cheftrainer der Sportfreunde Lotte und hat vornehmlich eine Aufgabe: den Klassenerhalt in der 3. Liga. Am Dienstagvormittag löste Andreas Golombek Marc Fascher als Cheftrainer nach dessen überraschender Beurlaubung ab.

Alfred Stegemann

Andreas Golombek ist der vierte Cheftrainer der Sportfreunde Lotte innerhalb von 101 Tagen. Foto: Mrugalla

Das ging dann doch alles sehr schnell. Zwar war Marc Fascher seit einiger Zeit bereits umstritten, dass der Cheftrainer der Sportfreunde Lotte so flott aber seinen Hut nehmen musste überrascht doch. Mit Marc Fascher wurde am Dienstagvormittag auch sein Co-Trainer Andre Trulsen freigestellt. Neuer Mann am Führungsruder ist ab sofort Andreas Golombek, der zuletzt den SC Verl coachte und schon im Juli als Nachfolger von Ismail Atalan gehandelt worden war.

Testspiel abgesetzt

Bereits am Mittwoch wollen die Sportfreunde auch einen neuen Co-Trainer vorstellen. Das für Dienstag geplante Testspiel beim Westfalenligisten SuS Neuenkirchen wurde abgesetzt.

Vierter Trainer binnen dreieinhalb Monaten

Golombek ist bereits der vierte Trainer binnen dreieinhalb Monaten am Autobahnkreuz. Und er tritt ein schweres Erbe an. Vorrangiges Ziel ist der Klassenerhalt. Genau den sahen SFL-Fußballobmann Manfred Wilke und seine Mitstreiter gefährdet. Sie haben es Fascher nicht mehr zugetraut. Innerhalb der Mannschaft gab es zu viele Gräben. Mehrere Spieler standen nicht mehr hinter Fascher. Zuletzt begehrte Bernd Rosinger auf und bezichtigte den Coach öffentlich der Lüge. Der hatte entsprechend nicht mehr das nötige Standing in der Truppe.

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Bei den Sportfreunden Lotte brodelt es

„Es muss etwas passieren“, hatte Wilke schon am Montag angedeutet, eine Trainerentlassung aber von sich gewiesen. Am Dienstagvormittag war er anderer Meinung. „Marc Fascher ist fachlich ein guter Trainer und ein feiner Mensch. An seiner Arbeit gibt es nichts auszusetzen“, versichert der Sportfreunde-Macher. „Aber es passte sportlich nicht mehr. Die Ergebnisse fehlten und die Leistungen ließen zuletzt zu wünschen übrig. Es ging auch nicht mehr voran. So sind wir zu dem Entschluss gekommen, es mit einem neuen Trainer zu versuchen. Wir dürfen einfach nichts unversucht lassen, den Klassenerhalt zu schaffen. Das muss uns unbedingt gelingen. Es geht hier nicht um einzelne Personen, sondern um den Verein.“ Dass der Verein auf Druck der Mannschaft gehandelt habe, weist Wilke von sich. „Darauf hätten wir auch nicht reagiert. Die Spieler haben mit der Entscheidung nichts zu tun.“

Manfred Wilke

Dass die Sportfreunde durch die dritte Trainerentlassung binnen kürzester Zeit als Verein in Verruf geraten könnten, stört den Fußballobmann nicht: „Wir mussten handeln und halten das für die beste Lösung.“

Nachdem der erfolgreiche und beliebte Trainer Ismail Atalan am 11. Juli seine Zelte in Lotte abgebrochen hatte, um in Bochum anzuheuern, tauchte am 14. Juli Oscar Corrochano als dessen Nachfolger auf. Der durfte nur 13 Tage bleiben, da es von Anfang an nicht passte und er keinen Draht zur Mannschaft fand.

Auch mit Fascher hakte es

Am 27. Juli übernahm dann Marc Fascher. Die unruhigen Zeiten schienen damit ad acta gelegt. Fascher als erfahrener Coach, der zudem die 3. Liga aus dem eff-eff kennt, sollte mit den Sportfreunden an die Erfolge der ersten Drittliga-Saison anknüpfen. Doch erneut hakte es. Schon nach kurzer Zeit taten sich erste kleinere Gräben auf. Die wurden größer, als sich der Erfolg nicht einstellte. 14 Zähler fuhr Fascher in 13 Spielen bei acht Niederlagen ein – zu wenige, um eine sorgenfreie Saison zu erleben. Zudem war der Fußball, den die Mannschaft zeigte, meilenweit von dem der Vorsaison entfernt. Als Manfred Wilke dann Stagnation oder gar einen Rückschritt statt eines Vorankommen feststellte, handelte er und stellte den 49-Jährigen frei. Mit ihm muss sein Co-Trainer André Trulsen gehen, der erst am 13. August nach Lotte gekommen war.

Zuletzt Trainer beim SC Verl

Nun also Andreas Golombek, der vierte Trainer innerhalb von 101 Tagen. Er ist wie Marc Fascher 49 Jahre alt, erwarb gemeinsam mit Ismail Atalan die Fußballlehrer-Lizenz und wohnt ganz in der Nähe in Borgholzhausen. Zuletzt trainierte er von 2013 bis 2017 den Regionalligisten SC Verl. Seit Juli ist er vereinslos. Er absolvierte 95 Zweitliga-Spiele für Arminia Bielefeld, Uerdingen 05 und SC Freiburg sowie drei Bundesliga-Spiele für Fortuna Düsseldorf. Von 1991 bis 1993 war er auch für den VfL Osnabrück aktiv (62 Einsätze).

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