Basketball: Interview mit TVI-Coach und Manager

„Wer aufsteigt, hat es verdient“

Ibbenbüren

Im sechsten Jahr in Folge spielen die Basketballer des TV Ibbenbüren in der 1. Regionalliga West. Die vergangenen fünf Spielzeiten haben schon viele Geschichten geschrieben, ganz neue Wendungen kann die kommende Saison bringen. Denn in der Regionalliga gibt es Änderungen im Modus.

Jan Kappelhoff

TVI-Coach Marc Pohlmann arbeitet mit seinem Team in der neuen Saison auf die Playoffs der 1. Regionalliga hin. Manager Tobias Hülsmeier (hinten) schätzt die Liga als stärkste seit der jüngsten Zugehörigkeit des TVI ein. Foto: Jan Kappelhoff

Nach der regulären Saison, in der weiterhin alle 14 Clubs einmal gegen jeden Gegner antreten, folgen Playoffs der besten acht Teams. Diese spielen dann den Meister und Aufsteiger aus. Darüber und was die Saison für die Bringiton-Ballers bringen kann, haben wir mit Manager Tobias Hülsmeier und Coach Marc Pohlmann gesprochen.

Die 1. Regionalliga West bekommt fünf neue Teams, drei Absteiger aus der ProB (Rheinstars Köln, ETB SW Essen, Dragons Rhöndorf) und zwei Aufsteiger aus der 2. Regionalliga (Bayer Leverkusen 2, BSV Wulfen). Können Sie die neuen Gegner schon kurz charakterisieren?

Marc Pohlmann: Zu diesem Zeitpunkt lässt sich eine detaillierte Einschätzung zu den einzelnen Mannschaften noch nicht abschließend abgeben. Fakt ist, dass alle drei ProB-Absteiger ganz klar wieder in die ProB zurück möchten. Zudem kommen mit Wulfen und Leverkusen zwei ambitionierte Aufsteiger hinzu, die nicht einfach nur mitspielen wollen. Wulfen hat sich schon sehr gut verstärkt und Leverkusen hat mit der 1. Mannschaft in der ProA und den schon vorhandenen Strukturen ein starkes Gesamtpaket zu bieten.

Wie schätzen Sie die Liga-Zusammensetzung ein? Es scheint, als bestünde die Liga zum Großteil aus Topteams?

Tobias Hülsmeier: Die Liga der kommenden Saison wird sicherlich die stärkste Liga seit unserer Zugehörigkeit dort. Es veranschaulicht auch, dass Basketball immer professioneller wird. Ich behaupte, dass die ProB vor fünf Jahren sportlich nicht stärker war als die 1. Regionalliga West in der kommenden Saison. Auch heute würden die fünf Top-Teams unserer Liga in der ProB die Klasse halten können.

Wo ist der TVI in dieser Liga einzuordnen?

Pohlmann: Das wird sich zeigen ... Diesel und ich haben nach der letzten Saison jeden Stein umgedreht und genau geprüft. Dadurch haben wir natürlich das Gesicht der Mannschaft verändern müssen und haben uns hier meiner Meinung nach verbessern können. Wir werden viel über Team-Chemie arbeiten, was für den Erfolg eine ganz wichtige Komponente darstellt. Wenn sich die Mannschaft schnell und gut zusammenfindet, werden wir auf jeden Fall viel Freude an dieser Mannschaft haben.

Es gibt Änderungen im Modus der 1. Regionalliga. Wie laufen die Playoffs genau ab? Wird die Saison länger?

Pohlmann: Die Playoffs werden im Modus „Best of three“ gespielt. Wer zuerst zwei Spiele einer Serie gewinnt, kommt in die nächste Runde. Das mögliche Entscheidungsspiel wird bei der Mannschaft ausgetragen, die sich im Laufe der Saison den sogenannten Heimvorteil durch die entsprechende Platzierung in der Abschlusstabelle erarbeitet hat. Die ersten acht Mannschaften spielen in den Playoffs, wobei die Plätze eins bis vier Heimrecht für das jeweilige mögliche Entscheidungsspiel genießen. Die Saison wurde hier durch Doppelspieltage zeitlich komprimiert, sodass durch die Playoffs die Saison maximal einen Monat länger läuft.

Ziel ist es für die meisten Teams, die Playoffs zu erreichen. Verliert die reguläre Saison dadurch an Wert?

Hülsmeier: Durch den möglichen Heimvorteil für die Playoffs wird die Saison bis zum Ende vermutlich eher an Wert gewinnen. In den vergangenen Jahren ließ bei einzelnen Mannschaften verständlicherweise der Fokus nach, sobald klar war, dass es um nichts mehr geht. Das kann sich bei dieser starken Liga mit den Playoffs keine Mannschaft erlauben und dadurch ist mehr Spannung bis zum letzten Hauptrundenspieltag.

Bei der Vorstellung sagten Sie, Herr Pohlmann, dass Sie Playoffs lieben würden. Warum ist das so?

Pohlmann: Ich finde den Playoff-Modus gut, weil ich persönlich diese „Do-or-die“-Spiele liebe. Da kann einfach alles passieren, egal, wer gegen wen spielt. Zudem wertet es den Wettkampf für die Saison auf. Und meistens ist es so, dass Mannschaften zum Ende der Saison komplett zusammengewachsen und eingespielt sind und einfach ihren besten Basketball spielen. Also maximal reizvoll und qualitativ anspruchsvoll für Fans und Spieler.

In den vergangenen Jahren hat der TVI immer wieder überrascht in großen Spielen. Playoffs dürften Ihnen also entgegenkommen?

Hülsmeier: Was in den letzten Jahren sportlich gewesen ist, gibt uns leider keine Garantien auf Erfolg in großen Spielen. Die einzige verlässliche Konstante sind einfach unsere überragenden Fans im Rücken und der Hölle-Ost-Faktor. Das wird unseren Jungs während der Saison schon Auftrieb geben, und in den Playoffs kann der Hölle-Ost-Faktor den Unterschied machen. Da bin ich mir ganz sicher.

Kann es also passieren, dass der TVI am Ende „aus Versehen“ aufsteigt?

Pohlmann: Die Frage stellt sich überhaupt nicht. Wer in diesem Modus aufsteigt, hat es ganz einfach verdient. Ich persönlich beschäftige mich gar nicht mit solchen Dingen. Wir alle tun gut daran, nach den Erfahrungen der letzten Jahre stets demütig und hungrig auf Erfolg zu bleiben.

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