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Tischtennis: WM der Senioren

Wolfgang Wenk wird Vize-Weltmeister im Oman

Ladbergen

Für Wolfgang Wenk aus Ladbergen hat sich die Reise in den Oman gelohnt, sicherte sich der begeisterte Tischtennisspieler bei den Weltmeisterschaften doch die Silbermedaille. Das Beeindruckende: Wolfgang Wenk ist 83 Jahre alt.

Von Bernd Kolkmann

Wolfgang Wenk wurde mit 83 Jahren Vize-Weltmeister bei den Tischtennis Senioren im Oman. Foto: Bernd Kolkmann

Der Orient hat ja häufig richtig etwas zu bieten. Für Wolfgang Wenk aus Ladbergen hat sich die Reise dorthin auf jeden Fall gelohnt, sicherte sich der begeisterte Tischtennisspieler bei den Weltmeisterschaften im Oman doch die Silbermedaille. Das Beeindruckende: Wolfgang Wenk ist 83 Jahre alt. Mit seinem zugelosten Partner Stavros Plakantonakis aus Griechenland wurde der Ladberger Vize-Weltmeister der Senioren im Doppel der Altersklasse Ü80, musste sich nur dem deutschen Doppel Siegfried Lemke und Wolfgang Schmidt im Finale mit 1:3 geschlagen geben.

Der 83-Jährige ist immer noch aktiver Spieler in der Kreisklasse für den BSV Leeden-Ledde. „Ich war schon bei der WM in Rio und vor drei Jahren in Las Vegas, aber da bin ich nur Fünfter geworden“, erinnert sich Wenk. „Fast wären wir Weltmeister geworden, dass muss man sich mal vorstellen.“

Über das Burj Khalifa nach Maskat

Am 11. Januar startete die WM-Tour mit einem Abstecher nach Dubai. Dort genoss die deutsche Reisegruppe sogar den Ausblick vom Burj Khalifa, dem höchsten Gebäue der Welt. Drei Tage später startete der Flug nach Maskat in den Oman. „Bei 26 Grad im Schatten ließ es sich gut aushalten“, erläuterte Wolfgang Wenk. „Scheich Haitham bin Tariq Al Said eröffnete die WM, das war das größte Event für den Oman, die haben sich das einiges kosten lassen. Wir haben auch einige Geschenke bekommen.“

Die Einzelrunde verlief für Wolfgang Wenk wenig erfolgreich. Er gewann kein Spiel in der Gruppenphase, nur eines in der Trostrunde. „Ich hatte Schmerzen im Rücken, da ging einfach gar nichts mehr. Glücklicherweise hat mich ein Masseur wieder hinbekommen, sodass ich für das Doppel wieder fit war“, erklärte Wenk die Schwierigkeiten im Vorfeld.

Wolfgang Wenk wurde im Oman Vize-Weltmeister der Tischtennis-Senioren in der Altersklasse Ü80. Foto: privat

Die Auslosung der Doppelpartner und Paarungen, hatte bereits zwei Wochen zuvor stattgefunden, wurde aber erst am Montag den Spielern verkündet. Der Ladberger bekam als Partner Stavros Plakantonakis aus Griechenland zugelost. Die Kommunikation war nicht einfach, konnte Wenk doch weder Englisch noch Griechisch. „Englisch habe ich in der Schule nie gelernt, aber zum Glück kann meine Partnerin Englisch und Stavros auch“, gab der deutsche Tischtennisspieler zu. „Das hat gut geklappt. An der Platte passte es dann wie die Faust aufs Auge. Wir haben uns super ergänzt.“

Gegner schenkt Wenk eine Schläger-Torte

Die Gruppenphase im Doppel begann am Dienstag in der Früh. Das deutsch-griechische Doppel gewann 3:0 gegen zwei Tschechen, 3:2 gegen ein deutsches Doppel und 3:2 gegen ein Team aus der Slowakei. „Einer der Slowaken war Konditormeister und hat uns einen Kuchen in Schlägerform geschenkt“, erzählte Wenk vergnügt. Damit zogen die beiden Oldies ins Viertelfinale ein. Am folgenden Freitag warfen die beiden Haudegen das deutsche Doppel Eckard/Gerhard mit 3:0 aus dem Turnier. Im Halbfinale wartete ein englisch-walisisches Doppel auf Wenk und Plakantonakis. Mit einem knappen 3:2-Sieg wurde auch diese Hürde überwunden. „Von der Stadt Maskat habe ich nicht viel gesehen“, sagte der 83-Jährige. „Nach den Spielen war ich einfach platt. Um halb neun lag ich schon im Bett.“

Im Finale stand der deutsch-griechischen Kombi das Duo aus Siegfried Lemke und Wolfgang Schmidt aus Deutschland gegenüber. „Der Lemke hatte einen besonderen Schnitt, ich hatte lange Noppen und konnte den Ball zurückspielen“, berichtete Wenk vom Endspiel. „Der Grieche hatte mit dem Schnitt große Probleme, sodass wir leider verloren haben.“ Zwar gelang nach dem 0:1 der 1:1-Satzausgleich, dann mussten Plakantonakis und Wenk doch mit 1:3 geschlagen geben.

Nächstes Jahr zur WM nach Rom?

„Schmidt und Lemke haben sich bereits im Spiel untereinander gefetzt, während wir uns nach jedem Ballwechsel abgeklatscht haben“, berichtete der frischgebackene Vize-Weltmeister. „Zu Plakantonakis hatte ich ein gutes Verhältnis, menschlich haben wir uns bestens verstanden. Wir haben unsere Kontaktdaten ausgetauscht.“

Bei der Siegerehrung bekam Wolfgang Wenk und sein Partner ihre Medaillen. „Es waren viele Leute da, die haben für eine schöne Stimmung gesorgt“, erinnert sich der Ladberger wohlwollend an das Turnier. „Die Rückenschmerzen haben wir zum Glück ja auch wieder hin gekriegt. Nächstes Jahr möchte ich bei der WM in Rom wieder spielen. Dann gehöre ich schon zu den Fünfundachtzigern.“

Auf die faule Haut legen will sich Wolfgang Wenk trotz des tollen Erfolges aber nicht. Tickets und Unterkunft für die Europameisterschaft der Tischtennis-Senioren Ende Juni in Norwegen hat er bereits gebucht. „Dann bin ich 84, möchte dennoch möglichst erfolgreich sein, auch wenn die meisten Kontrahenten wohl jünger sein werden“, blickt Wenk auf die EM. „Aber Tischtennis ist nun einmal mein Leben.“

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