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Fußball: 3. Liga

Corrochano verlässt Lotte wieder, „Fischkopp“ Fascher soll es richten

Münster/Lotte

Paukenschlag am Autobahnkreuz: Oscar Corrochano hat nach knapp drei Wochen als Trainer der SF Lotte die Brocken hingeworfen. Und sein Nachfolger steht auch schon fest. Marc Fascher macht‘s, der Mann, der Preußen Münster einst in die 3. Liga führte.

Alexander Heflik

Der Blick geht nach vorn: Marc Fascher wird Cheftrainer in Lotte. Foto: Peperhowe

Tatsächlich besitzt Marc Fascher in Münster so etwas wie Legendenstatus. Schließlich führte der gebürtige Hamburger, Spitzname „Fischkopp“, den SC Preußen 2011 in die 3. Liga. Eine Woche vor seinem 49. Geburtstag wird er nun Übungsleiter beim Drittligisten SF Lotte (Vertrag bis 2018) und ersetzt Oscar Corrochano, der wiederum erst vor 13 Tagen die Nachfolge von Erfolgscoach Ismail Atalan (VfL Bochum) angetreten hatte. Drei Fußballlehrer in einem Monat klingt dabei ein wenig nach US Palermo.

Der Grund? Corrochano hat um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Die Sportfreunde haben dem Wunsch entsprochen. Das Training übernimmt ab sofort Fascher. So hieß es in der knappen, drei Sätze langen Mitteilung des Vereins. Großer Dank für große Verdienste musste nicht geleistet werden, bislang stand für Corrochano nur die 0:2-Heimniederlage zum Auftakt gegen Hansa Rostock zu Buche.

Aus dem Umfeld der Sportfreunde war aber zu hören, dass die Chemie zwischen der Mannschaft und dem neuen Trainer alles andere als gut war. Corrochano schaffte es offenbar nicht, eine ähnliche Symbiose herzustellen, wie es zuvor Atalan in der nahezu traumhaft verlaufenen Saison 2016/17 geschafft hatte. Lotte stand sensationell im Viertelfinale des DFB-Pokals und war als Drittliga-Neuling zwischenzeitlich ganz nah an den Aufstiegsrängen zur 2. Bundesliga. Am Ende fand sich der Außenseiter auf Rang zwölf wieder. Der Einbruch folgte im Frühjahr.

Atalan wurde so zum heißen Spekulationsobjekt auf dem Trainermarkt in der 1. Bundesliga (Darmstadt 98) sowie bei Zweitligisten (Erzgebirge Aue, Jahn Regensburg und Bochum). Letztgenannter Club griff nach der Entlassung von Gertjan Verbeek vor gut 14 Tagen beim Familienvater aus Senden zu, Lotte kassierte als Trostpflaster aber eine sechsstellige Ablösesumme.

Steckbrief Fascher

Geboren: 4. August 1968 in Hamburg

Familienstand: verheiratet

Letzter Club: Al-Salmiya (Kuwait) von 2015 bis 2016

Vereine als Spieler: Hamburger SV, Concordia Hamburg, Victoria Hamburg, SV Lurup

Karriereende Spieler: Mit 25 Jahren

Vereine als Coach: Hamburger SV (U 19), Concordia Hamburg, Kickers Emden, SF Siegen, FC Carl Zeiss Jena, Preußen Münster, Hansa Rostock RW Essen, Al- Salmiya Sports-Club (Kuwait)

Erfolge: Oberliga-Meister mit Kickers Emden (2005); Regionalliga-Meister mit Preußen Münster und Aufstieg in die 3. Liga (2011)

3. Liga (Trainer): 63 Spiele für Münster, Rostock und Jena

Regionalliga (Trainer): 171 Partien in den Staffeln West, Nord und Süd

Das Karussell in Lotte dreht sich nun weiter. Corrochano geht, in solchen Fällen ist davon auszugehen, dass die Kritik aus der Mannschaft massiv gewesen sein muss. Vermutlich wurde dem prompt Rechnung getragen, allerdings fehlt der Mannschaft in der Post-Atalan-Ära mit der Inthronisierung von Fascher jetzt jede Ausrede. Alibis sind aufgebraucht. Der neue Mann ist bekannt für seine Forderung nach Disziplin und Defensivtreue. Ein Coach, der seinen eigenen Weg geht, keiner, der sich reinreden lässt.

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In Lotte ist dabei weiter eine Stelle offen, nachdem Co-Trainer Joseph Laumann ebenfalls nach Bochum abgewandert ist. Interimsmäßig wärmte Video-Analyst und Ex-Preuße Pascal Koopmann die Lotteraner gegen Rostock auf. Fascher dürfte Wert auf eine Komplettlösung legen. Vielleicht wird Stefan Kühne, Co-Trainer der U 19 beim SV Wehen Wiesbaden, ein Thema. Er war Faschers rechte Hand als Spieler beim Aufstieg in Münster und auch Assistent beim Engagement des Hamburgers als Coach von RW Essen. Der Kreis würde sich schließen.

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