Westfalenpokal: Sportfreunde Lotte am Mittwoch im Halbfinale gegen den SV Rödinghausen

Der Traum vom Titel lebt

Lotte

Im Konzert der letzten Vier im Westfalenpokal sind die Sportfreunde Lotte vielleicht die kleinste Nummer. Dennoch elektrisiert der Traum vom Einzug in den DFB-Pokal Verein und Fans rund um das Lotter Kreuz. Um dem großen Ziel einen Schritt näherzukommen, müssten die Blau-Weißen zunächst den SV Rödinghausen aus dem Weg räumen.

Heiner Gerull

Jakob Duhme (Nr. 36), hier in einer Szene gegen den Kölner Meiko Sponsel, bietet sich auf der linken Außenbahn als Alternative für den verletzten Justin Plautz an. Foto: Frank Diederich

In der Tristesse des trüben Winters plagten die Sportfreunde Lotte noch arge Abstiegsnöte. Nur fünf Monate später träumen die Blau-Weißen von der Teilnahme am DFB-Pokal – diese Entwicklung vollzog sich rapide und sie war kaum vorhersehbar. Doch sie ist Realität. Am Mittwochabend spielen die Sportfreunde ab 18 Uhr gegen den SV Rödinghausen um den Einzug ins Finale des Westfalenpokal-Wettbewerbs. Sollte Lotte gewinnen und im zweiten Halbfinale Preußen Münster beim Drittligisten SC Verl die Oberhand behalten, wären die Lotteraner am Ziel ihrer Träume.

„Das ist sicherlich eine Superentwicklung, die mich auch ein bisschen stolz macht“, sagt Trainer Andy Steinmann. „Aber es ist noch ein weiter Weg, um zu sagen, dass wir schon irgendetwas erreicht haben.“ In der Tat wachsen die Herausforderungen, je näher das große Ziel ins Blickfeld rückt.

Im besonderen Maß gilt das für das Spiel am Mittwoch, in dem sich den Sportfreunden mit dem SV Rödinghausen der noch amtierende Meister der Regionalliga West in den Weg stellt. „Rödinghausen ist eine gut zusammengestellte Mannschaft, die eine große Portion an Regionalliga-Erfahrung einbringt“, zollt Steinmann dem Gegner den angemessenen Respekt.

Die missratene Generalprobe der Rödinghausener, die beim Abstiegskandidaten RW Ahlen am Samstag mit 1:2 den Kürzeren zogen, will der Coach keinesfalls als Maßstab für das Pokalspiel heranziehen. „Ich gehe davon aus, dass wir von der Mentalität auf eine ganz andere Mannschaft treffen werden“, weiß Steinmann. Er stimmt sein Team auf einen heißen Pokalfight ein, in dem um jeden Meter zäh gerungen wird; ähnlich wie am Gründonnerstag, als sich die Mannschaften beim 1:1-Unentschieden bis zur letzten Minute intensiv beharkten.

Steinmann hatte seinen Kader zuletzt beim 2:2 gegen die U 23 des 1. FC Köln stark verändert, indem er jenen Akteuren Spielpraxis vermittelte, die sonst eher auf der Bank sitzen. Dabei trübte die Verletzung von Justin Plautz, der nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung den Platz wieder verlassen musste, den respektablen Auftritt der SF-Elf. Wie Steinmann mitteilt, habe sich Plautz einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen. Er wird nicht nur im Spiel am Mittwoch, sondern auch in den verbleibenden drei Meisterschaftsbegegnungen fehlen. „Das ist bitter, weil Justin auf der linken Außenbahn enorme Mentalität gezeigt hat“, sagt der SFL-Coach. Als Alternative bieten sich nun Sertan Yegenoglu und Jakob Duhme an. Am Dienstag vermochte sich Steinmann noch nicht zu äußern, wen er bringen wird. Er kündigte an, bei der Entscheidungsfindung seinem „Bauchgefühl“, wie er sagte, zu folgen.

Neben Plautz muss auch Nino Lacagnina passen, den Schmerzen in der Wadenmuskulatur plagen. Gleichwohl überwiegen Zuversicht und Vorfreude auf die Partie. „Der Pokal bietet eine große Chance, überregional in Erscheinung zu treten“, erläutert der Trainer mit Blick auf das große Ganze. „Wir sind fest entschlossen, diese zu nutzen.“

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