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Fußball: Bezirksliga 9

08-Coach Matthias Gerigk nimmt seinen Hut

Lüdinghausen

Das kommt überraschend: Am Donnerstag hat Matthias Gerigk, Coach des SC Union Lüdinghausen, Vorstand und Mannschaft darüber informiert, dass er das Amt zur Verfügung stelle. Mit der sportlichen Situation habe seine Entscheidung nichts zu tun.

Von Florian Levenig

Aus dem Trainer-Trio (v.l.: Daniel Schürmann, Ingo Witschenbach und Matthias Gerigk) ist am Donnerstagabend ein Duo geworden. Foto: flo

Union Lüdinghausen und seine Trainer – das war in den vergangenen Jahren eine durchaus komplizierte Beziehung. Fachlich top, menschlich geht so (oder umgekehrt): Richtig lange ausgehalten hat es am Westfalenring mit Ausnahme von Tobias Tumbrink seit Mahmoud Abdul-Latif kein Coach mehr. Mit Matthias Gerigk schien dann, endlich, jemand gefunden, der beim Gros der Spieler ankommt und über das nötige Wissen verfügt. Ein langfristiges Ding. Dachte man. Bis Gerigk Spielern und Vorstand am Donnerstag mitteilte, dass er als Trainer ab sofort nicht mehr zur Verfügung steht.

Die zuletzt eher mauen Ergebnisse hätten bei der Entscheidung keine Rolle gespielt, betont Gerigk. Auch sei das Verhältnis zu den Spielern sowie den Co-Trainern Daniel Schürmann und Ingo Witschenbach absolut intakt (ein gemeinsames Abendessen beim Stammgriechen ist bereits anberaumt). Ihm fehle schlicht die Zeit, „um dieser Aufgabe und dem Verein gerecht zu werden“. Der Job, die Kinder (der Älteste ist gerade eingeschult worden): Das sei mit einem 100-prozentigen Engagement auf wie neben dem Platz – und für nichts weniger steht dieser Mann – kaum in Einklang zu bringen. Deshalb der Abschied.

Und jetzt? Fürs Erste übernehmen die beiden Assistenten. Zwar betont Schürmann („schade, dass Matze geht“), dass „wir alten Köppe das nicht ewig machen müssen“. Auch dürfte mit Erscheinen dieses Artikels das Mobiltelefon des sportlichen Leiters und Abteilungs-Vizes dauerbimmeln. Eine spannende, junge Mannschaft mit Potenzial; eine Infrastruktur, die in der Region ihresgleichen sucht: Union ist eine Top-Adresse. Trotzdem dürfte es schwer werden, im Herbst einen fähigen Übungsleiter zu finden.

Also werden sich die Verantwortlichen bei der Suche alle Zeit nehmen, die sie brauchen. Das Interimsduo wird vermutlich bis zum Jahresende das Coaching übernehmen, vielleicht länger. Ein Schnellschuss, das zeigt die jüngere Vergangenheit, garantiert längst noch keinen Treffer.

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