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Volleyball: Top-Transfer

Arrivederci und Merhaba – Orthmann von Florenz nach Istanbul

Lüdinghausen

Hanna Orthmann verlässt den Serie-A-Klub Savino Del Bene Scandicci und heuert beim türkischen Top-Verein Türk Hava Yollari an. Den WN verrät die 23-jährige Lüdinghauserin die Gründe für den Wechsel.

Von Florian Levenig

Kam am Sonntag, beim 3:1-Sieg in Bergamo, ein letztes Mal für Savino Del Bene Scandicci zum Einsatz: Hanna Orthmann. Foto: Imago/Lisa Guglielmi

Am Wochenende, nach dem vorerst letzten Serie-A-Spiel in Bergamo, wurde es dann noch mal ziemlich emotional. Es war ja nicht nur der Abschied aus dem wunderschönen Florenz und von den Teamkolleginnen bei Savino Del Bene Scandicci. Hanna Orthmann sagte auch dem Land Arrivederci, in das sie, noch als Teenager, 2017 gewechselt war. Dessen Sprache sie fließend spricht, dessen Kultur sie liebt. Dessen Bewohner sie ins Herz geschlossen hat (und umgekehrt). „Ich hatte fünf wunderschöne Jahre in Italien“, sagt die 23-Jährige. Auch deshalb die eine oder andere Träne am Sonntagabend. Hinzu kam, dass sie beim 3:1-Auswärtssieg noch mal ihr ganzes Können zeigen durfte. Da war sie dann „ein bisschen aufgewühlt“.

Ausländerquote ein Problem

Gespielt hat sie für Scandicci – und damit von der emotionalen auf die rationale Ebene – auch vorher schon. Nur nicht ganz so in dem Umfang, wie sie sich das bei ihrem Wechsel im Sommer von der Lombardei in die Toskana vorgestellt hatte. Was ganz wesentlich mit der Ausländerquote zu tun habe. Drei heimische Spielerinnen müssen in der Serie A auf dem Parkett stehen. Eine sei fest als Libera eingeplant gewesen, falle aber verletzungsbedingt lange aus. Somit war im Außenangriff, Orthmanns Position, eine Stelle dauerhaft an eine weitere Italienerin vergeben.

Nun hätte die Lüdinghauserin ihren Vertrag aussitzen, gutes Geld verdienen und das Dolce Vita genießen können. Wollte sie aber nicht: „Ich bin noch jung, möchte im Sport weiterkommen und brauche dafür so viel Spielzeit wie möglich.“ Deshalb der Wintertransfer nach Istanbul, zu Türk Hava Yollari.

Chefcoach schon lange interessiert

Auch im neuen Klub steckt ein Stück Stiefel drin, was ihr, die „kein Wort Türkisch“ spricht, den Neuanfang erleichtern dürfte. Amtssprache auf dem Parkett ist zwar – wie bei fast allen Topklubs auf dem Kontinent – Englisch. Mit Chefcoach Marcello Abbondanza indes könne sie im Zweifel in dessen Muttersprache parlieren.

Überhaupt der Trainer: Der wollte sie vor geraumer Zeit schon in die Sultanlar Ligi lotsen: „Ich habe oft gegen Mannschaften gespielt, deren Coach er war.“ Als sie noch in Monza war, stand er in Diensten des Lokalrivalen Bergamo. Und mit der DVV-Auswahl ist sie ihm begegnet, da leitete der Italiener die Kanadierinnen an. Abbondanza sei „temperamentvoll und fordernd“, beides gefalle ihr. Schließlich habe Türk Hava Yollari noch Ziele. In der Meisterschaft soll es Rang drei sein und damit die neuerliche Qualifikation für die Königsklasse.

Aktuell nimmt das Team zum ersten Mal an der Champions League teil (ein Titel, der, das nur nebenbei, in Orthmanns persönlicher Sammlung noch fehlt). Besonders freut sich die deutsche Nationalspielerin auf die Fans in Istanbul. Kolleginnen hätten ihr erzählt, die seien „noch wilder als die Tifosi“. Könnte also auch dort ziemlich emotional werden.

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