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Volleyball: Weltmeisterschaft

„Auf Einzelne kommt es nicht an“ – Hanna Orthmann über WM-Start

Lüdinghausen

Am Freitag (23. September) beginnt die Weltmeisterschaft in den Niederlanden und Polen. Hanna Orthmann, 23 Jahre, ausgebildet bei Union Lüdinghausen, nimmt zum ersten Mal daran teil. Bei aller Vorfreude: Das Turnier ist nur eine Art Zwischenstopp.

Außenangreiferin Hanna Orthmann – hier im Dress des türkischen Champions-League-Teilnehmers THY Istanbul – nimmt zum ersten Mal an einer Weltmeisterschaft teil. Foto: CEV

Hanna Orthmann debütierte zwar bereits vor sechs Jahren, da war sie 17, im Volleyball-Nationalteam. Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Japan allerdings zählte die Lüdinghauserin nicht zum DVV-Aufgebot. Weshalb die Angreiferin in den Niederlanden und Polen ihre WM-Premiere feiert. Vor Spiel eins jetzt Sonntag (25. September), 19 Uhr, in Arnheim gegen Bulgarien stand der Türkei-Profi (THY Istanbul) WN-Sportredakteur Florian Levenig Rede und Antwort.

Die WM-Vorbereitung war ziemlich umfangreich.

Orthmann: Knapp acht Wochen, tatsächlich habe ich mich noch nie so lange auf ein Turnier vorbereitet.

Wieso diese Dauer?

Orthmann: Das hat ganz wesentlich mit Vital Heynen, dem neuen Bundestrainer, zu tun. Zwar gibt es kaum einen international erfolgreicheren Coach. Aber für ihn ist es das erste Mal, dass er ein Frauen-Team trainiert. Wir mussten uns also erst an ihn gewöhnen – und er sich an uns. So was braucht Zeit.

Vital Heynen hat im Vorfeld der WM sinngemäß gesagt, es sei egal, „ob wir Platz sieben, 16 oder 23 holen“. Ist ein gutes WM-Abschneiden so wenig wert?

Orthmann: Nein. Was der Coach meinte, was sich auch mit der Einschätzung von uns Spielerinnen deckt: Alles ist auf das eine Ziel, die Spiele 2024 in Paris, ausgerichtet. Auf dem Weg dorthin ist die WM eine Etappe – wenngleich keine unwichtige.

Weltmeister Serbien, Olympiasieger USA, dazu die aufstrebenden Nationen Bulgarien und Kanada sowie Kasachstan: Früher, als es in der Welt noch halbwegs friedlich zuging, hätte man von einer „Todesgruppe“ gesprochen.

Orthmann: Die Vorrunde ist schon knackig, ja. Wahrscheinlich werden wir uns mit Bulgarien und Kanada um die Plätze drei und vier kabbeln, die ja ebenfalls fürs Weiterkommen reichen. Wobei wir in der Nations League phasenweise gezeigt haben, dass wir selbst in den Duellen mit den WM-Favoriten nicht chancenlos sind.

Wie wichtig war das 3:2 im abschließenden Testspiel gegen den Weltranglistenzweiten Brasilien?

Orthmann: Er gibt uns ein gutes Gefühl mit Blick auf den WM-Start. Dass wir auf dem richtigen Weg sind. Erst recht, da wir das Match nach einem 0:2-Satzrückstand noch umgebogen haben.

An die Niederlande haben Sie gute Erinnerungen, Stichwort Olympia-Quali.

Orthmann: Stimmt, auch wenn wir den letzten Schritt nach Tokio dann nicht gegangen sind. Dass wir in Apeldoorn überhaupt bis ins Finale vorgedrungen sind, hatte uns vorher ja kaum einer zugetraut.

Sie waren damals die überragende Akteurin der DVV-Auswahl – neben Louisa Lippmann, die inzwischen lieber im Sandkasten spielt. Ruht jetzt noch mehr Last auf Ihren Schultern?

Orthmann: Würde ich nicht sagen. Die Idee des Trainers ist, dass es nicht nur auf die erste Sechs ankommt, geschweige denn eine Einzelperson. Nur wenn jede im Team – von der Nummer eins bis zur Nummer 14 – mitzieht, können wir unsere Ziele erreichen.

Sie hatten ein erfolgreiches, aber auch stressiges erstes Halbjahr in der Türkei, dann kam die Nations League, jetzt Kienbaum. Müssen Sie nie auftanken?

Orthmann: Doch, natürlich. Den Kopf freibekommen, die Familie in Lüdinghausen besuchen – auch das ist wichtig im Leistungssport. Immerhin hatte ich im Frühjahr vier Wochen am Stück Pause – für mich eine ganz neue Erfahrung.

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