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Tennis: Urgestein

Bloß nicht einrosten – Landrat a. D. schlägt mit 74 in der Münsterlandliga auf

Seppenrade/Lüding...

Konrad Püning kennt man als langjährigen Chef der Kreisverwaltung – und passionierten Spieler des TC 77 Seppenrade. Inzwischen schlägt der 74-Jährige für den TC BG Lüdinghausen in der Münsterlandliga auf. Der Saisonauftakt war vielversprechend.

Von Florian Levenig

Dieses Bild entstand vor genau 40 Jahren und zeigt das damalige Herren-Team des TC 77. Der Dritte von links ist Konrad Püning. Foto: WN-Archiv

Konrad Püning hat möglicherweise demnächst ein Problem. Einerseits käme es dem Landrat a. D. nie in den Sinn, ein Tennis-Match einfach so abzuschenken. „Der sportliche Ehrgeiz“, schmunzelt der 74-Jährige, „ist schon noch da.“ Andererseits „muss ich in meinem Alter die weiten Auswärtsreisen wirklich nicht mehr haben“. Püning erinnert an eine Saison, „in der wir mit dem TC 77 Seppenrade mal in der Westfalenliga gespielt haben. Da sind wir bis runter nach Siegen gefahren.“

Doch Ähnliches blüht dem Mann, der seit 2019 für den benachbarten TC BG Lüdinghausen aufschlägt, erneut. Am Wochenende hat der Herren 70-Münsterlandligist sein erstes Spiel gegen den Hardter TV ziemlich souverän gewonnen. 5:1 hieß es nach Siegen von Püning, Peter Wünsche, Gerhard Kantz sowie den Doppeln Püning/Wünsche und Franz-Udo Volkmann/Manfred Hock. Die Dorstener wiederum hatten ihr erstes Duell mit Werne ebenso deutlich gewonnen. Was in der Dreierstaffel ja nur den Schluss zulässt, dass die Steverstädter eine Klasse für sich sind – und ein ganz heißer Verbandsligaanwärter.

Erfolg zweitrangig

Dabei sei der sportliche Erfolg zweitrangig, findet der langjährige CDU-Politiker: „Es geht in erster Linie darum, sich zu bewegen. Nicht einzurosten. Und um das gesellige Miteinander nach den Matches.“ Bewegung (außer auf dem Fahrrad) und Geselligkeit sind im Vorjahr coronabedingt ausgefallen. „Umso schöner, dass wir jetzt wieder auf dem Court stehen“, freut sich Püning.

Auch wenn er dafür seinen Herzensverein, zu dessen Gründern er 1977 zählte und dem er zwei Jahrzehnte vorstand, verlassen musste. „Meine Mannschaft ist mir altersbedingt abhanden gekommen“, scherzt Püning. Im Rosendorf dürfte er nur in der Herren 65-Hobby-Doppel-Truppe antreten. Daher der Wechsel zu Blau-Gold, wo der Seppenrader, Leistungsklasse 18, an Position eins serviert (was ihm ein wenig unangenehm ist, Wünsche sei „der eindeutig Bessere von uns beiden“). Die Rivalität zwischen den Klubs sei – anders als im Fußball – nicht sonderlich ausgeprägt, weiß Püning. Es gebe sogar einen Passus in den jeweiligen Satzungen, der es Spielern erlaube, bald für BG, bald für den TC 77 anzutreten.

Apropos Fußball: In jungen Jahren lief Püning für den örtlichen SV Fortuna auf, später kickte er in der „Altjugend“ der Schwarz-Gelben – bis ihn ein Kreuzbandriss dazu bewog, die Stollenschuhe an den Nagel zu hängen. Tennis sei in der Hinsicht gesünder. Wenn er in viereinhalb Jahrzehnten mal ein Match verpasst habe, dann eher berufsbedingt: „Es kam gelegentlich vor, dass ich an den Wochenenden Termine hatte, beispielsweise die Eröffnung einer Kunstausstellung in Lüdinghausen. Dann habe ich nach dem Einzel die Tasche gepackt – und in den Doppeln musste die Mannschaft ohne mich auskommen.“

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