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Badminton: Bundesliga

„Da kann der Zirnwald keinen Schaden anrichten“

Lüdinghausen

Beim 7:0 des SC Union Lüdinghausen am Sonntag in Jena war Roman Zirnwald so was wie der Matchwinner – trotz einer beinahe zweijährigen Zwangspause.

-flo-

Kehrt notfalls zum Anfeuern zurück: Roman Zirnwald. Foto: flo

Am 9. Februar 2020 zählte Roman Zirnwald, beim Auswärtsspiel in Mülheim, zum Kader des Badminton-Erstligisten Union Lüdinghausen – und dann fast 24 Monate nicht mehr. Vorgestern, in Jena, feierte der 39-jährige Vorarlberger sein Comeback. Was er in der Zwischenzeit so getrieben hat, wollte unser Redaktionsmitglied Florian Levenig von ihm wissen.

Wo haben Sie bloß gesteckt seit Anfang 2020?

Zirnwald: Na ja, zuerst kam der Lockdown, dann gab es die Einreisebeschränkungen. Und schließlich hatte ich gesundheitliche Probleme. Erst hat die Hüfte geschmerzt, dann der Rücken.

Geht’s Ihnen wieder gut?

Zirnwald: Mehr oder weniger, trainiert habe ich nicht so viel in dieser Zeit.

Dafür lief’s am Sonntag recht rund.

Zirnwald: Es war okay. Wahrscheinlich haben sich die Lüdinghauser gedacht: Wenn es gegen den Tabellenletzten geht, dann kann der Zirnwald keinen Schaden anrichten (lacht). Wobei ja auch Ties van der Lecq nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Dafür haben wir’s im Doppel ganz ordentlich gemacht, denke ich.

Das Mixed war umkämpft.

Zirnwald: Stimmt. Die Jenaer hatten so aufgestellt, dass sie unbedingt dieses eine Duell gewinnen. Ich denke aber, dass Eva Janssens und ich in einem etwaigen fünften Satz noch ein bisschen was hätten drauflegen können.

War Ihr Comeback eine einmalige Sache?

Zirnwald: Ich hoffe nicht. Aber zum einen will ich halbwegs fit sein, wenn Union mich das nächste Mal einlädt, sonst bringt das Ganze ja wenig. Zum anderen haben sich die Prioritäten in meinem Leben ein wenig verschoben. Meine Tochter ist kürzlich ein Jahr alt geworden, ich arbeite als Trainer in der Schweiz – da passt es nicht immer, mal eben nach Deutschland zu jetten.

Ein Heimspiel soll es aber schon noch sein, oder?

Zirnwald: Definitiv. Ich kenne die neue Halle bislang ja nur von Fotos und aus Erzählungen. Da muss ich auf jeden Fall hin – wenn nicht als Spieler, dann eben zum Anfeuern.

Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Als Sie zuletzt regelmäßig für Union spielten, war das Team ein ernsthafter Titelkandidat. Aktuell sieht es nicht so gut aus.

Zirnwald: Was aus meiner Sicht gar nicht unbedingt an Lüdinghausen liegt, sondern daran, dass die guten Leute aufgrund einer Regeländerung parallel in mehreren Ländern spielen dürfen. Das macht die Bundesliga für viele Top-Athleten attraktiv. Wobei es sicher eine Frage der Philosophie – und wohl auch des Geldes – ist, wie viele Transfers man tätigt. Ich erinnere mich noch gut an die Saison 2018/19, als wir eigentlich eine konkurrenzfähige Truppe hatten, aber letztlich doch keine Chance, Meister zu werden, da Nick Fransman damals so lange verletzt war.

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