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Fußball: Altkreis-Serie

Davaria Davensberg marschiert

Lüdinghausen

Der kometenhafte Aufstieg des SV Davaria Davensberg beginnt Anfang der 1990er-Jahre. Der Durchmarsch wird lediglich für ein Jahr unterbrochen. Aber auch Union Lüdinghausen und der SV Herbern haben in dieser Zeit was zu feiern.

Theo Heitbaum

Meister 1994: die Davaren Mario Wisse (h.v.l.), Carsten Niehues, Andreas Lübke, Matthias Kemler, Carsten Urner, Dirk Egbringhoff, Peter Lübke, Thorsten Dreier, Carsten Weinrauter, Uli Leifken; Jürgen Heßeler (v.v.l.), Trainer Hartmut Sietz, Lars Müller, Thorsten Hidding, Martin Ritz und Michael Katgeli. Foto: Theo Heitbaum

Die Geschichte vom kleinen Dorfverein in die Beletage des westfälischen Fußballs wird von einem Davensberger nimmermüde erzählt. Der zweitgrößte Erfolg in der Geschichte des Fußballkreises Lüdinghausen nimmt vor dem Meisterstück des SV Davaria Davensberg in der Landesliga im Mai 1995 seinen Anfang. Die Protagonisten sind mehr als 25 Jahre später noch bestens bekannt. Horst Brameier, der „Töpfer“, entdeckt nach Jahren in der Fußballfreizeitliga Ascheberg seine Liebe zur Davaria und unterstützt den Verein finanziell. Zuerst abenteuerlich mit einer Gießkanne, die unterschiedlich große Löcher hat, dann gezielt nach Leistung.

Es braucht im Herbst 1991 einen Trainerwechsel, um den teuren Express in Richtung Meisterschaft düsen zu lassen. Hartmut Sietz, ein Hiltruper sowie Bekannter von Brameier, übernimmt und führt die Mannschaft nach der Devise „Allein gegen alle“ zum Titel. Ja, gegen die finanzstarken Davaren legen sich alle ins Zeug, am Ende stehen 113 Tore für attraktiven Angriffsfußball und 53:7-Punkte für das erste Meisterstück in der 43-jährigen Vereinsgeschichte.

Südkirchen stellt sich in den Weg

Dem direkten Durchmarsch steht ein Jahr später der SV Südkirchen mit Spielertrainer Hubert Inckmann im Weg. Die beste Abwehr der Liga holt den Titel, der erfolgreichste Angriff muss mit Rang zwei vorlieb nehmen – auch weil der Davaria im direkten Duell am Böckenbusch kein Treffer gelingen will. Ein Jahr später heißt der Rivale SuS Kaiserau. Doch Staffelleiter Manfred Schlieper ist am 29. Mai 1994 sicher, dass Davaria Davensberg bei BV Brambauer den Zwei-Punkte-Vorsprung nicht verspielen wird. Treffer von Andreas Lübke, Carsten Urner und Mario Wisse (2) geben ihm recht. Der zweite Titel unter Hartmut Sietz ist perfekt.

Der Meistermacher gibt die Blumen an Geldgeber Horst Brameier und die im positiven Sinne „graue Eminenz“ im Verein weiter: Karl Lohmann mäht nicht nur Rasen, er regelt Spielberechtigungen und spieltechnische Fragen. Ein Jahr später werden alle erneut jubeln dürfen . . .

Die ersten 1990er Jahre sind aber beileibe nicht ein Solo von Davaria Davensberg. Den ersten Höhepunkt liefert Union Lüdinghausen. Bernd Hiegemann aus Dülmen, ein Union-Bezirksligameister aus dem Jahr 1966, übernimmt am Westfalenring die Regie. Er spricht vom „Hecht im Karpfenteich“, den er mit Union spielen möchte. Vor Keeper Bernd Melchers räumt die Abwehr um Hiegemanns Schwiegersohn Werner Redlin rigoros ab. Im Mittelfeld hält Stefan Strotmann den Edeltechnikern Nedim Yildiz und Jochen Wiesmann den Rücken frei. Und vorne ergänzen sich Trainersohn Thomas Hiegemann und der „Lange“, Wolfgang Krebber, um nur einige Namen zu nennen.

Am Ende sind alle Karpfen verspeist, die 08er zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte Landesligist. Südkirchen und Davensberg werden in den nächsten Jahren folgen. Und 1994 beendet der SV Herbern eine längere Durststrecke in der Kreisliga A. Werner Kahle hat eine große Auswahl an überdurchschnittlichen Spielern, die deutlich triumphieren.

Daten, Fakten, Kurioses

Meister: Bezirksliga: Union Lüdinghausen (1992), SV Südkirchen (1993), Davaria Davensberg (1994); Kreisliga: SuS Olfen (1990), Westfalia Wethmar (1991), Davaria Davensberg (1992), SF Werne (1993), SV Herbern (1994).Bundesliga: Der Fußballkreis Lüdinghausen ist wieder erstklassig. Schiedsrichter Thomas Kestermann steigt als Assistent in die Eliteliga auf.Budenzauber: Der VfL Senden lädt 1993 mit der neuen Steverhalle im Rücken zur ersten Hallenmeisterschaft des Kreises ein. Den Titel holt der SV Herbern. Die Premiere gefällt, die Titelkämpfe finden fortan jährlich einen Platz im Terminkalender.Skandal: Das Wort „Mauschelei“ geistert im Sommer 1993 durch die Bezirksliga 8. Der Olfener Horst Feldhege bringt Untersuchungen in Gang und findet seinen Opel Rekord aufgebrochen im Gewerbegebiet. Eine Ledertasche mit Beweisen fehlt. In einer Werkstatt in Waltrop geht das Fahrzeug in Flammen auf. Am Ende wird ein Spieler des SuS Kaiserau für zwei Jahre gesperrt. Er soll Olfen die Punkte für 2000 Mark angeboten haben.Kurios: Die SF Werne werden Kreismeister, bestreiten aber spielplantechnisch nur Vorspiele. Die Frauen des Vereins sind für den Verband als Verbands- und Regionalligist die Nummer eins.

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