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Badminton: Comeback

Durchblick behalten, Tokio im Visier – Ex-Unionist Schäfer nach Augen-OP zurück

Lüdinghausen

Rund sechs Monate war Kai Schäfer – auch, aber nicht nur wegen Corona – außer Gefecht, gerade feiert er bei den „Orléans Masters“ sein Comeback. In der Bundesliga gibt es bald das Wiedersehen mit Union Lüdinghausen.

Florian Levenig

Steht in Orléans nach halbjähriger Wettkampfpause wieder auf dem Court: Ex-Unionist Kai Schäfer. Foto: flo

Für Kai Schäfer endet in Frankreich eine lange Leidenszeit. Was man im Falle des ehemaligen Spitzenmannes des Badminton-Bundesligisten SC Union Lüdinghausen wörtlich nehmen darf. Die monatelange Auszeit hat dem 26-Jährigen wie so vielen Kollegen zugesetzt, klar. Zusätzlich aber verzögerte ein seltenes Augenleiden die Rückkehr auf den Court. Zwei OPs später sei der Durchblick wieder da, so Schäfer – „wenngleich eine 100-prozentige Sehkraft nicht mehr herstellbar ist“. Bisschen blöd, wenn einem in der schnellsten Rückschlagsportart der Welt die Bälle mit bis zu 500 km/h um die Ohren fliegen. Zumindest verhinderten die Eingriffe ein Fortschreiten der Hornhauterkrankung.

Somit ist Schäfer bei den „Orléans Masters“ diese Woche mit von der Partie. Mit welchem Ziel? „Schwer zu definieren. Trotz der gefühlt 100 Absagen ist das Feld immer noch top-besetzt. Und da die meisten Mitbewerber ebenfalls lange ausgesetzt haben, weiß keiner so genau, wo er steht. Aber: Jeder Sieg hilft.“ Den ersten gab’s dank eines Freiloses gratis, im Sechzehntelfinale traf Schäfer nach Redaktionsschluss auf den indischen Qualifikanten Mithun Manjunath.

Jeder Sieg zählt

Möglichst viele Runden in Frankreich und bei den anschließenden Turnieren zu überstehen, wäre für den gebürtigen Darmstädter auch deshalb wichtig, da der Startplatz bei Olympia längst noch nicht safe ist. Im „Race to Tokyo“ wird Schäfer derzeit als 29. gelistet, 38 Einzel-Tickets sind zu vergeben. Allerdings sind die Abstände knapp – und die Regularien hoch kompliziert. So muss Schäfer Max Weißkirchen in Schach halten, in der Weltrangliste hat Lüdinghausens neue Nummer eins die alte bereits überflügelt.

Auch in der Liga werden sich die beiden neben Fabian Roth (Bischmisheim) aktuell besten Deutschen künftig duellieren, Schäfers Heimatverein Fun-Ball Dortelweil ist zurück im Oberhaus. Die Hessen waren bis zum Saisonabbruch in der 2. Bundesliga eine Klasse für sich. Trotzdem hatte Schäfer die Sorge, „dass die Spielzeit komplett annulliert wird und es keinen Aufsteiger gibt“. Der Fun-Ball-Kader, dem mit Iris Wang eine weitere ehemalige Lüdinghauserin angehört, hat schon jetzt Erstligaformat, mittelfristig visiert Dortelweil die Final-Four-Plätze an.

DBV-Asse „superdiszipliniert“

Und damit zum Dauerthema Corona. Vergangene Woche das Chaos bei den „All England“, jetzt die Vielzahl an erzwungenen Absagen in Orléans: Ob ihn persönlich das Virus umtreibe? „Natürlich. Wobei wir im Vergleich mit den Ansteckungszahlen in anderen Sportarten noch relativ gut dastehen.“ Der unbedingt nachvollziehbare Wunsch, sich wieder mit anderen auf dem Parkett zu messen, dürfe nicht zu Leichtsinnigkeit führen. „Wenn wie hier 30 Leute zur gleichen Zeit in die Halle kommen, dann wird einem schon mulmig.“ Auch sitze der Mund-Nasen-Schutz nicht bei allen dort, wo er dem Namen nach hingehört.

Eine Lanze könne er indes für seine Landsleute brechen, „die sind superdiszipliniert“. Trotzdem wurden mehrere DBV-Asse von der Teilnahme an den „Masters“ ausgeschlossen, da sie im Vorfeld gemeinsam mit einem infizierten Franzosen trainiert hatten. Als Aktivensprecher des Kontinentalverbandes war Schäfer bei der Erstellung des Hygienekonzeptes für die Team-EM in Finnland gehört worden. Dort hatte es keinen Covid-19-Fall gegeben.

Weißkirchen und Li draußen

Max Weißkirchen (Union Lüdinghausen) ist bei den „Orléans Masters“ in Runde zwei ausgeschieden. Der Deutsche Meister unterlag am Mittwoch Lokalmatador Brice Leverdez in zwei Sätzen (19:21, 15:21). In Durchgang eins hatte Weißkirchen lange geführt, Mitte des zweiten Abschnitts zog die Nummer 36 der Welt entscheidend davon.Yvonne Li musste ebenfalls im Sechzehntelfinale die Segel streichen. Die Unionistin, in Frankreich an Nummer sieben gesetzt, verlor, etwas überraschend, mit 1:2 (18:21, 21:16, 15:21) gegen Putri Kusuma Wardani. Die 18-jährige Qualifikantin wird im internationalen Ranking – 250 Plätze hinter der Deutschen – an Position 273 geführt, zählt aber zu den größten Talenten in Indonesien. (flo)

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