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Badminton: Mixed-Team-WM

Eine Art Steigerungslauf – Hürden hoch für Li, Efler und Co.

Lüdinghausen

Im finnischen Vantaa beginnt am Sonntag (26. September) die Weltmeisterschaft für gemischte Mannschaften. Das DBV-Aufgebot um Yvonne Li, Linda Efler und Max Weißkirchen (alle Union Lüdinghausen) zählt eher nicht zu den Treppchenanwärtern.

Von Florian Levenig

Kurz vor der Abreise: das deutsche WM-Aufgebot mit den drei Unionisten Yvonne Li (hinten, 3.v.r.) Linda Efler (vorn, 3.v.r.) und Max Weißkirchen (links daneben). Foto: Claudia Pauli/DBV

Am Donnerstag hatte Yvonne Li (Union Lüdinghausen) eine Online-Prüfung für die Uni. Nicht ungewöhnlich für eine Studentin in Zeiten von Corona. Das wirklich Bemerkenswerte daran: Die beste deutsche Badminton-Spielerin saß dabei nicht etwa daheim am Schreibtisch, sondern im Hotel im finnischen Vantaa, wo der DBV-Tross nur Stunden zuvor gelandet war, um sich auf die Mixed-Team-WM vorzubereiten. Die beginnt am morgigen Sonntag (26. September).

Eine hübsche Anekdote, die auf der anderen Seite zeigt, was die deutschen Asse von den asiatischen unterscheidet: Dort die Rund-um-die-Uhr Profis, die finanziell in aller Regel ausgesorgt haben. Hier die Spieler, die ähnlich hart trainieren, sich aber schon noch Gedanken um ihre berufliche Zukunft machen müssen. Auch deshalb sammeln Li und Co. bei kontinentalen Mannschaftswettbewerben verlässlich Medaillen, während sie im globalen Vergleich selten die Gruppenphase überstehen.

In Vantaa „sind wir erneut Außenseiter“, betont Chefbundestrainer Detlef Poste. Dass, wie man hört, Vorrundengegner Taiwan auf die Doppel-Olympiasieger Lee Yang/Wang Chi-lin und die Weltranglistenerste Tai Tzu Ying verzichtet, ändere daran herzlich wenig. Der Inselstaat im Pazifik verfügt über ein ganzes Arsenal an Top-Leuten, mit denen sich die deutsche Auswahl am Dienstag (28. September, 9 Uhr/MESZ) misst. Ähnliches gilt für Südkorea, Auftaktgegner am Sonntag, 15 Uhr. Lediglich im unter Umständen bedeutungslosen Duell mit Tahiti am Donnerstag (9 Uhr) ist das Team um die drei Lüdinghauser Li, Linda Efler und WM-Debütant Max Weißkirchen haushoher Favorit.

Schäfer fehlt, Lohau reist früher ab

Auch deshalb haben die DBV-Verantwortlichen nicht alle Top-Leute mitgenommen. So fehlen in Vantaa der Ex-Nullachter Kai Schäfer, immerhin amtierender Deutscher Meister, und Supertalent Thuc Phuong Nguyen (bezwang Li jüngst in der Bundesliga). Zudem muss das Team auf Isabel Lohau, die bis zu ihrer Hochzeit vor sieben Tagen Herttrich hieß, in den Partien gegen Taiwan und Tahiti verzichten. „,Bel‘ reist wegen eines Bundeswehr-Lehrgangs vorzeitig ab, Kai und Thuc werden mit Blick auf die Team-WM 14 Tage später in Dänemark geschont“, so Poste.

Diese kuriose Doppelung – die für Damen- und Herren-Mannschaften getrennten Wettbewerbe finden üblicherweise in den geraden Jahren statt – ist der Pandemie geschuldet. So wird die mehrfach verschobene Weltmeisterschaft 2020 in Odense nach der WM 2021 ausgetragen.

Direkt im Anschluss an die Team-Events stehen mit den Denmark und den French Open zwei der bedeutendsten Individual-Turniere an. „Für unsere Athleten – gerade die, die in Tokio am Start waren – ist das ein knackiges Halbjahr. Da sollte man die Belastung ein bisschen steuern“, schlägt der Chefcoach vor, der die Vielzahl an Herausforderungen mit „einer Art Steigerungslauf“ vergleicht – da verpulvere man seine Kräfte ja auch nicht gleich zu Beginn. Li und Doppel-Spezialistin Efler dürften in den Matches gegen Korea und Taiwan gesetzt sein, im Herren-Einzel wird laut Poste mal Weißkirchen, mal Fabian Roth zum Zuge kommen.

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