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Fußball: Interview

„Gehälter in Sprit auszahlen“ – Nils Hönicke über Wechsel in die A-Liga

Lüdinghausen

Nils Hönicke steigt freiwillig vier Klassen ab. Der Wechsel des Lüdinghausers von Wattenscheid 09 zum SV Mauritz hat mehrere Gründe.

Voller Einsatz – egal ob Kreis- oder Oberliga: der Lüdinghauser Nils Hönicke (r.). Foto: Imago

Für Nils Hönicke ist das Thema Leistungssport mit Saisonschluss durch. Dann wechselt der Mittelfeldmann von Viertligaanwärter SG Wattenscheid 09 zum münsterischen A-Ligisten SV Mauritz. Was er in den kommenden Wochen noch vorhat in der Lohrheide und wieso er danach in die Niederungen des Amateurfußballs hinabsteigt, hat der 28-jährige Lüdinghauser im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Florian Levenig verraten.

Sie haben den Wechsel in die Heimat just in der Woche bekanntgegeben, als die Spritkosten explodiert sind. Gibt’s da einen Zusammenhang?

Hönicke: Könnte man meinen. Fünfmal in der Woche in den Pott düsen: Wer soll das denn bezahlen? Da wird noch einiges auf die Klubs zukommen. Mein Vorschlag: Die Gehälter oder Aufwandsentschädigungen künftig nicht mehr in Euro, sondern in Litern auszuzahlen (lacht). Wobei ich tatsächlich gelegentlich mit dem Zug zum Training fahre. Das ist günstiger, nachhaltiger und stressfreier.

Hauptgrund für den Transfer ist aber ein anderer.

Hönicke: Richtig. Der enorme Aufwand und mein Job an einer Schule in Münster lassen sich einfach nicht in Einklang bringen.

Zum Abschied soll noch mal ein Titel her.

Hönicke: Das wäre ein Traum. Ich hab’ zwar knapp 70 Regionalligapartien auf dem Buckel. Aber ein Aufstieg in die vierthöchste Spielklasse: Der fehlt mir noch. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das in der Meisterrunde packen.

Ihr einstiger Gegenspieler, der Seppenrader Tammo Harder, muss sich in der A-Liga Sprüche anhören wie „hau‘ den ruhig um, der hat dritte Liga gekickt“. Macht Ihnen das Angst?

Hönicke: Nö. Erstens habe ich mir schon alles gerissen oder gebrochen, das kann in jeder Liga passieren. Zweitens teile ich halt aus, wenn‘s anders nicht geht – physisch oder verbal. Wobei harte Zweikämpfe völlig okay sind. Es darf nur nicht ausarten.

SVM-Trainer Ivo Kolobaric war einst in Herbern und Ascheberg tätig, hat also wie Sie eine Altkreisvergangenheit. Gibt’s den Kontakt schon länger?

Hönicke: Tatsächlich sind wir uns erst später in der Soccerhalle über den Weg gelaufen. Ich schätze an ihm, dass er – wie ich – einen gesunden Ehrgeiz hat. Klar kann man sich in der Kreisliga zweimal in der Woche zum Saufen verabreden. Das ist auch völlig in Ordnung. Aber so ticken wir beide nicht. Und ja: Natürlich ist die Bezirksliga das Ziel.

Sie sind auch als Teammanager vorgesehen. Wollen Sie nach der aktiven Karriere in dem Bereich arbeiten? Oder eher als Trainer?

Hönicke: Letzteres kann ich mir super vorstellen. Junge Leute anleiten: großartig! 09-Coach Christian Britscho, so sehr ich ihn schätze, kann sich darauf gefasst machen, dass ich ihm irgendwann den Job in Wattenscheid streitig mache (lacht).

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