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Volleyball: Serie A

Hanna Orthmann ist in der Toskana angekommen

Lüdinghausen

Hanna Orthmann hat den Verein gewechselt, bleibt aber in Italien. Die in Lüdinghausen aufgewachsene Nationalspielerin ist innerhalb der ersten Liga von Saugella Monza zum Team von Savino Del Bene Scandicci in die Toskana gewechselt – und bleibt sowohl in der Serie A als auch im Europapokal am Ball.

Von Christian Besse

Hanna Orthmann im Außenangriff ihres neues Vereins Scandicci bei Acqua e Sapone Roma am 5. Dezember. Foto: Galbiati Anatrini

Florenz – die Stadt der Uffizien, der Medici und von Michelangelos David – ist immer eine Reise wert. Doch nicht für Hanna Orthmann. Die 23-Jährige, in Lüdinghausen geboren und aufgewachsen, wohnt bereits in der geschichtsträchtigen Hauptstadt der Region Toskana. „Florenz ist eine wunderschöne Stadt“, sagt sie.

Im Sommer ist die deutsche Volleyball-Nationalspielerin von der norditalienischen Lombardei in die Toskana umgezogen. Der Grund: Ihr Wechsel vom italienischen Erstligisten Saugel­la Monza zum Ligakonkurrenten Savino Del Bene Scandicci, der in einem Vorort von Florenz beheimatet ist.

„Für mich war es an der Zeit, eine neue Herausforderung zu suchen“, sagt Orthmann, die 2017 vom Bundesligisten USC Münster zu Monza in die italienische Serie A gewechselt war. In der Lombardei war die Außenangreiferin hocherfolgreich. Mit Saugella gewann die ehemalige Lüdinghauserin, die als Jugendliche mit der U 16 ihres Heimatvereins Union die Deutsche Meisterschaft gefeiert hatte, 2019 den internationalen Challenge Cup und zwei Jahre später den CEV-Cup, den zweitwichtigsten Vereinswettbewerb in Europa.

Nun also Scandicci. Der Verein in der rund 50 000 Einwohner umfassenden Gemeinde in der Toskana ist selbst eine hohe Hausnummer im italienischen Frauenvolleyball. Das Team ist aktuell Vierter in der Serie A und steht nach zwei klar gewonnen Partien gegen den SC Potsdam – 3:1 in Brandenburg, 3:0 in eigener Halle – im Viertelfinale des Challenge Clubs.

Hanna Orthmann

„Es sind super Mädels in der Mannschaft. Ich hatte keine Probleme, mich einzufinden“, sagt Hanna Ortmann. Zu ihren neuen Mitspielerin gehört eine alte Bekannte: Nationalmannschafts-Kollegin Louisa Lippmann, die zeitgleich vom Nachbarn und Serie-A-Konkurrenten Il Bisonte Firenze ins nahe Scandicci gekommen ist. Dass die beiden Elite-Volleyballerinnen sich nun im gleichen Verein wiederfinden, sei aber reiner Zufall, so Orthmann.

Warum der Wechsel von einem italienischen Verein zu einem anderen italienischen Verein – wäre nicht auch ein anderes Land in Frage gekommen? „Ich fühle mich in Italien sehr wohl“, antwortet die ehemalige Lüdinghauserin. „Außerdem spreche ich die Sprache fließend.“ Nicht nur der italienische Volleyball, auch die Mentalität der Menschen gefällt ihr: „Das Leben wird hier mehr genossen. Die Leute gehen öfter aus, es ist generell alles etwas entspannter.“

Nach Deutschland kommt sie nur noch selten (es sei denn, wie jüngst nach Potsdam, mit ihrem Team). Auch den Jahreswechsel konnte sie nicht mit ihrer Familie in der Heimat verbringen. „Wir hatten keine Weihnachtspause“, so die 23-Jährige. Die Serie A läuft durch.

Mit ihren Eltern hat sie natürlich dennoch regelmäßig Kontakt und ist dadurch auch über ihren alten Verein Union Lüdinghausen, dessen erste Mannschaft in der Regionalliga spielt, immer auf dem Laufenden – die heutigen Spielerinnen sind durchweg jünger als sie oder nach ihr zu den Schwarz-Roten gestoßen. Auch über die erste Bundesliga mit ihrem Ex-Verein USC Münster, für dessen erste Mannschaft sie von von Ende 2015 bis Sommer 2017 aufschlug, ist sie über Online-TV regelmäßig informiert.

Ansonsten gilt ihre ganze Konzentration der Serie A. Denn Scandicci will nicht nur im europäischen Challenge Cup möglichst weit kommen, sondern hat auch in der nationalen Liga den Blick nach oben gerichtet. „Wir wollen am Ende unter den ersten Drei sein“, so Hanna Orthmann.

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