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Fußball: Keeper trifft

Hat ’nen heftigen Huf – Greve-Tor aus 85 Metern

Seppenrade

Cedric Greve (Fortuna Seppenrade) bringt eine Menge von dem mit, was einen guten Zerberus auszeichnet. Auch hat er, wie alle fähigen Torleute, einen leichten Schuss. Und was für einen.

Von Florian Levenig

Ist bei Fortuna Seppenrade üblicherweise fürs Toreverhindern zuständig, traf aber am Sonntag in Gescher selbst: Cedric Greve. Foto: flo

„Starker Fuß: rechts“, erfährt man auf der Plattform fussball.de über Cedric Greve. Was im ersten Moment albern erscheinen mag, sind das wichtigste Werkzeug eines Schnappers doch dessen Hände. Einerseits. Andererseits soll und muss man heute, selbst in der B-Liga, schon auch ein bisschen kicken können. Um das Spiel schnell zu machen, es selbst zu eröffnen, außerhalb des eigenen Strafraums zu klären. Oder aber: um ein Tor zu schießen. Dem Keeper von Fortuna Seppenrade 2 ist das am Sonntag, im Match beim SV Gescher 3, auf famose Art geglückt. Sein Abschlag landete, nach über 80 Metern, geradewegs im Kasten der Gescheraner.

Bisschen Glück dabei

Gewollt? Gekonnt? „Gar nicht“, räumt Greve ein. Eigentlich sei das Ziel gewesen, Stürmer Michael Arnsmann, der im Mittelkreis lauerte, auf die Reise zu schicken. Doch kaum hatte das Spielgerät den Fuß verlassen, „hab’ ich schon entschuldigend Michael ein Handzeichen gegeben. Ich wusste sofort: Der Ball geht viel zu weit.“ Ging er dann doch nicht. Kurz vor Geschers Nummer eins, die knapp vorm Sechzehner stand, titschte das Leder auf, nahm, begünstigt durch den regennassen Kunstrasen, noch mal Fahrt auf und zappelte wenig später im Netz – das 0:3, die Entscheidung (73.).

Kunstschuss kostet

Schade, dass die Bude niemand in bewegten Bildern festgehalten hat. Sonst könnte Greve demnächst womöglich an der ZDF-Torwand zeigen, was noch in seinem starken rechten Fuß steckt. Gab‘s wenigstens ’ne Kiste Bier für den Kunstschützen? „Nee“, lacht der 20-Jährige, „ich musste selbst die Runde schmeißen.“

Auch wenn der Treffer im Detail so nicht geplant war: Gänzlich überraschend kam er für Jörn Krusa nicht. „Scharf abschlagen kann Cedric, das wird auch in der Woche geübt. Die Dinger kommen inzwischen richtig präzise, der kleine Mann hat ’nen ziemlichen Huf“, berichtet der Coach der Zweiten. Klein in An- und Abführung. 1,82 Meter sind ja an sich stattlich genug. Aber es gibt halt Torleute, die noch fünf bis 15 Zentimeter länger sind.

Womit wir bei Greves vielleicht einziger Schwäche wären: „Wenn bei Standards die Zwei-Meter-Brocken des Gegners zum Kopfball hochsteigen, hab‘ ich schon ordentlich Respekt.“ Sein Trainer bestätigt das: „Muss er noch lernen, sich im Torraum durchzusetzen – notfalls mit hochgezogenen Knien.“

Ansonsten sei er mit der Entwicklung des Youngsters sehr zufrieden: „Cedric ist auf der Linie stark, beim Rauslaufen, hat Selbstbewusstsein, den nötigen Ehrgeiz und wird auch mal laut – was in dem Alter keinesfalls selbstverständlich ist.“ Gelernt hat er diese Sachen, angeleitet von Fortuna-Torwarttrainer Peter Blechinger, bei den allwöchentlichen Einheiten mit dem Torwart der Ersten, Jan Hegemann (der kurioserweise Greves Jugend-Coach war).

Erste Einsätze in der A-Liga

Als Seppenrades Nummer eins zu Saisonbeginn verletzt war, durfte Grewe vorübergehend beim A-Ligisten zwischen die Pfosten. Dort will der Tischlergeselle irgendwann dauerhaft hin. Krusa traut ihm das, mittelfristig, zu: „Für Cedric ist es ja erst das zweite Jahr bei den Senioren. Und noch hat Jan die Nase vorn. Aber der Abstand wird kleiner.“ Greve bringe eine Menge von dem mit, was einen Zerberus auszeichne: „Natürlich hat er auch, wie alle fähigen Torleute, einen leichten Schuss.“ Und was für einen.

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