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Kanusport: Olfenerin blickt nach Erfolgsjahr wieder nach vorne

Jule Hake: Im Kajak auf Medaillenjagd

Olfen

2021 war ein erfolgreiches Jahr für Jule Hake. Die 22-jährige Kanutin, in Olfen geboren und aufgewachsen, nahm an den Europameisterschaften und an den Olympischen Spielen teil. Und sie wurde Weltcup-Siegerin in ihrer Altersklasse. Doch ihr Blick geht bereits wieder nach vorne.

Von Christian Besse

„Das ist mein Element“ – Jule Hake richtet ihren Kajak für die nächste Trainingseinheit ein. Foto: privat

2021 war ein erfolgreiches Jahr für Jule Hake. Die 22-Jährige, in Olfen geboren und aufgewachsen, nahm mit der Damen-Nationalmannschaft an den Europameisterschaften und an den Olympischen Spielen teil. Und sie wurde Weltcup-Siegerin in ihrer Altersklasse.

Jule Hake ist Kanutin. Sie rudert nicht, sie paddelt. So will es die gängige Sprachregelung – nicht zuletzt deshalb, weil die Paddel anders als die Ruder nicht am Boot befestigt sind. Dabei ist „Paddeln“ eigentlich ein viel zu laxer, heimeliger Begriff für diese Sportart, die Hake als Sportsoldatin professionell betreibt – sie erfordert Kraftanstrengung, Koordination, Ausdauer – und Ehrgeiz, um überhaupt annähernd die Ziele zu erreichen, die die ehemalige Olfenerin, die heute in Essen wohnt, schon erreicht hat.

2018 wurde sie als damals jüngste Teilnehmerin Weltmeisterin im Einer-Kanak in der Altersklasse U 23, da war sie noch keine 20 Jahre alt. 2019 sollte Hake diesen Titel verteidigen. Parallel wurde sie vor drei Jahren Vize-Weltmeister im Zweier. Eine weitere Medaille in der U 23-Klasse, wieder eine goldene, holte sich die Kanutin im vergangenen Jahr im Vierer.

Inzwischen sitzt sie auch bei den Damen im Boot – im übertragenen wie im sportlichen Sinne. Bei den Seniorinnen-Europameisterschaften im Frühjahr 2021 im polnischen Poznan wurde Hake, die für den KSC Lünen startet, Fünfte im Kajak-Vierer der deutschen Equipe. Besonders stolz ist sie auf den achten Platz, den sie im Einer über 200 Meter erreichte. „Das war richtig krass, denn eigentlich bin ich keine Sprinterin.“

Dann Japan, ihre erste Teilnahme an Olympischen Spielen: Im Einer, diesmal über 500 Meter, schied sie im Halbfinale als Fünfte aus. Besser lief es für sie im Vierer-Kajak über die gleiche Distanz. Gemeinsam mit Tina Dietze, Sabrina Hering-Pradler und Melanie Gebhardt paddelte sich die ehemalige Olfenerin ins Finale. Und wurde auch hier mit dem deutschen Team am Ende Fünfte.

Der Weg ist lang – und mit Schweiß behaftet

Zurzeit ackert die Sportsoldatin im Trainingslager der deutschen Kanuten in Kienbaum nahe Berlin, bereitet sich auf die Qualifikation für die deutschen Nationalmannschaften im April in Duisburg vor. Denn gesetzt für das A-Team (und auch für die U 23) ist niemand. Jede muss sich regelmäßig neu unter Beweis stellen. Und natürlich möchte Jule Hake auch bei den nächsten internationalen Wettbewerben wieder ins Boot der deutschen Damen einsteigen. Doch der Weg ist lang – und mit Schweiß behaftet: Vor der Quali in Duisburg sind noch Trainingslager in der Türkei und in Portugal angesetzt.

Wie ist die junge Jule eigentlich zu diesem Sport gekommen? „Ich habe früher ganz lange Fußball bei SuS Olfen gespielt und gleichzeitig noch Leichtathletik gemacht“, sagt die gebürtige Steverstädterin, die damals die Wolfhelm-Gesamtschule besuchte. „Dann hat mein Bruder, der ebenfalls lange Fußball gespielt hat, mit dem Kanusport in Datteln begonnen. Und das habe ich dann auch probiert. Ich habe ihm eh‘ alles nachgemacht . . .“, erinnert sich die 22-Jährige lachend. „Und das hat mir dann sofort richtig Spaß gemacht.“

Die Begeisterung für den Kanusport hat sie sich bis heute erhalten. „Da kann man die Natur so nah erleben wie bei kaum einem anderen Sport. Da fühle ich mich am wohlsten, das ist mein Element.“

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