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Taekwondo

Kampf um neuen Nachwuchs: Union Lüdinghausen wirbt um Mitglieder

Lüdinghausen

Der Corona-Lockdown hat die Taekwondo-Abteilung von Union Lüdinghausen schwer getroffen. Viele Mitglieder sind während des Hallenverbots zu den Freiluftsportarten gewechselt. Nun bemühen sich die Kampfsportler um einen Neuaufbau.

Von Christian Besse

Abteilungsleiter Rolf Dirksmeier (r.) und der Trainer, Sohn Roland, werben um neue Taekwondo-Sportler. Foto: Christian Besse

Die ganz große Zeit der asiatischen Kampfsportarten in Deutschland liegt (fast) ein halbes Jahrhundert zurück. Kung-Fu-Ikone Bruce Lee machte das, was man heute Martial Arts nennt, in den 1970er Jahren auch hierzulande populär, viele Kinder und Jugendliche zog es in die Judovereine.

Das ist lange her. Martial-Arts-Filme werden weit häufiger produziert als damals, Jackie Chan ist eine fast ebenso große Legende wie Lee – doch aktiv üben asiatische Kampfsportarten wie Kung Fu oder Karate in Deutschland mehr Jugendliche an der Spielkonsole aus als im weißen Kampfdress auf der Matte. Dazu kommt Corona – keine leichte Zeit für Vereine, Trainer und Sportler der fernöstlichen Kampfkünste.

Die Herberner Rolf und Roland Dirksmeier können ein Lied davon singen. Vater Rolf leitet die Taekwondo-Abteilung von Union Lüdinghausen, Sohn Roland ist dort Trainer. Die gesamte Abteilung umfasst fünf Mitglieder – richtig gelesen: fünf.

Eine wirkliche Säule des schwarz-roten Gesamtsportvereins an der Stever war die Taekwondo-Depandance nie. Vor Corona, zu Zeiten von Heinz Scheel, der die Union-Kampfsportler über 20 Jahre lang trainierte, zählte die Abteilung bis zu zwölf Mitglieder.

Doch dann kam die Pandemie. „Durch den Lockdown sind viele abgesprungen“, sagt Rolf Dirksmeier. „Kontakt- und Hallensport waren lange Zeit nicht erlaubt. Damals sind viele unserer Mitglieder zu den Freiluftsportarten gewechselt, beispielsweise zum Fußball.“

Von der Matte auf den Kunstrasen – und nicht wieder zurück. Dabei sei Taek­wondo ein Sport, dem man in der Regel immer treu bleibe, bei dem man über die Jahre, über die Jahrzehnte seine Künste immer weiter verbessere, so Vater und Sohn Dirksmeier. Und der mit Aggressivität oder Brutalität rein gar nichts zu tun habe: „Taekwondo erfordert Disziplin und Geduld“, sagt der Abteilungsleiter. „Und er stärkt den Charakter. Das ist vor allem für Kinder wichtig.“

Dabei ist den Kampfsport-Unionisten ausdrücklich nicht nur der Nachwuchs willkommen. Mit Taekwondo könne man auch als Erwachsener noch beginnen, betont Abteilungschef Rolf Dirksmeier.

Sein Sohn Roland schlüpfte mit acht Jahren erstmals in den weißen Dress. Heute trägt der 24-Jährige den schwarzen Gürtel und hat den 2. Dan. Als Trainer will er möglichst viele Taekwondo-Novizen dazu bringen, ihm nachzueifern.

Wer Interesse hat, möge doch bitte vorbeischauen, so Vater und Sohn Dirksmeier. Trainiert wird montags und mittwochs, an beiden Tagen in zwei Gruppen – die Anfängergruppe von 19 bis 20 Uhr, die Fortgeschrittenen (ab Gelbgurt) von 20 bis 21 Uhr. Ort ist die kleine Turnhalle an der Tüllinghofer Straße, der Eingang der Halle ist nur über den Schulhof der Sekundarschule erreichbar.

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