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Badminton: Bundesliga

Keine Entscheidung gegen Union – Kai Schäfer verlässt Lüdinghausen

Lüdinghausen

Drei Jahre war Kai Schäfer für Union Lüdinghausen ein echter Punktegarant. Im Sommer verlässt der Tokio-Anwärter den hiesigen Erstligisten. Leicht sei ihm die Entscheidung, bei seinem Heimatverein Fun-Ball Dortelweil anzuheuern, nicht gefallen, betont der 26-Jährige.

Florian Levenig

Verlässt Union Lüdinghausen nach drei Jahren und schließt sich seinem Stammverein Fun-Ball Dortelweil an: Kai Schäfer. Foto: flo

Im Grunde war für Kai Schäfer „immer klar, dass ich irgendwann nach Dortelweil zurückkehre“. Er hatte ja noch was zu erledigen bei seinem Heimatverein: „Damals, in den beiden Erstligaspielzeiten, war ich fast nur verletzt.“ Zuvor war er, in ganz jungen Jahren, mit den Hessen von der Ober- bis in die Bundesliga durchmarschiert. Ein irgendwie unbefriedigendes Ende mithin, dem Engagements in Düren und Lüdinghausen folgten, wo der gebürtige Darmstädter seit 2017 aufschlägt.

Nun also die Heimkehr zu dem Verein, mit dem er bis heute „emotional sehr verbunden“ ist. Um das gleich klarzustellen: Auch beim SC Union habe er sich „extrem wohlgefühlt. Die Truppe ist mir echt ans Herz gewachsen.“ Insofern sei es eher eine Entscheidung fürDortelweil denn eine gegenLüdinghausen gewesen.

Auch ein Wechsel in die dänische oder französische Profi-Liga (beide deutlich lukrativer als die deutsche Beletage) habe im Raum gestanden. Wieso er dann freiwillig bei einem Zweitligisten anheuert? Ob er dort nicht gnadenlos unterfordert ist? „Dortelweil will kurz- bis mittelfristig wieder in die Bundesliga. Insofern wäre es für mich persönlich ja nur ein Abstieg auf Zeit.“

Olympia-Quali hat Vorrang

Positiver Nebeneffekt: Bei seinem künftigen Verein muss er lediglich eine bestimmte Anzahl an Partien bestreiten. „Gerade zwischen Januar und Mai, wenn die restlichen Qualifikationsturniere für Olympia anstehen, ist das für mich eine enorme Erleichterung“, erklärt der 26-Jährige. Im Einzel ist Schäfer aussichtsreichster deutscher Tokio-Bewerber.

Internationale Meisterschaften hätten für ihn inzwischen einen höheren Stellenwert als die Liga, räumt der Athletensprecher im europäischen Verband ein. Zumal die Beletage mit dem Rückzug des Rekordmeisters Mülheim und des TSV Freystadt etwas an Attraktivität verliere. Dennoch freut sich Schäfer „schon jetzt darauf, irgendwann mit Dortelweil in der neuen Leistungssporthalle in Lüdinghausen anzutreten“.

Union-Teammanager Michael Schnaase lässt seine Nummer eins nur ungern ziehen: „Kai ist ein feiner Kerl und ein toller Sportler. Uns gegenüber hat er immer mit offenen Karten gespielt und frühzeitig seinen Entschluss mitgeteilt. Wir gehen im Guten auseinander.“ Und wer soll den aktuell besten deutschen Badmintonspieler ersetzen? „Wir sind mit einem möglichen Nachfolger in konkreten Gesprächen“, so Schnaase. Bereits in der kommenden Woche wolle Union Vollzug melden.

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