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Fußball: KFA-Sitzung

Keine Lust auf den Eiertanz – Hoffnung in Darfeld und Seppenrade schwindet

Coesfeld/Seppenrade

Die Verlängerung des Lockdowns bis mindestens Mitte April verheißt für die Amateur-Kicker nichts Gutes. Markus Lindner, Coach des A-Liga-Besten Turo Darfeld, plädiert für einen sofortigen Saisonabbruch. Auch bei Fortuna Seppenrade schwindet die Hoffnung.

Frank Wittenberg

Dass Fortuna-Goalgetter Finn Arns (M.) und Co. die Saison fortsetzen, erscheint fraglicher denn je. Foto: lsi

Treffen würde es seine Spieler so hart wie kaum ein anderes Team. Denn die Steilvorlage, die sich Turo Darfeld mit einer blütenweißen Weste in Richtung Bezirksliga-Aufstieg erarbeitet hat, ist ausgezeichnet. Dennoch wäre Markus Lindner bereit, einen Haken daran zu machen. „Die Saison muss abgebrochen werden“, urteilt der Turo-Trainer mit Blick auf die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz. Auf den anhaltenden Eiertanz über die Ostertage hinaus haben sie in Darfeld keine Lust mehr.

Horst Dastig kann die Einstellung verstehen. Nichts wäre ihm lieber, als dass der Ball möglichst bald wieder rollt. Nicht nur auf Abstand, sondern um Tore und Punkte. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, aber wir wissen nicht, wann und wie es weitergeht“, gibt der Staffelleiter und Vorsitzende des Kreisfußballausschusses (KFA) ehrlich zu. Eher seien ja Rückschritte angesagt.

Gedrückte Stimmung

Entsprechend gedrückt sei die Stimmung gewesen, als sich der KFA am Montagabend zur Sitzung zusammengeschaltet hatte, parallel zum Treffen der Kanzlerin mit den Länderchefs. „Alle waren niedergeschlagen“, beschreibt Dastig die Atmosphäre. Auch wenn die endgültigen Beschlüsse zu dem Zeitpunkt noch nicht vorlagen, habe sich abgezeichnet, dass der Lockdown verlängert werde. Alle Pläne, nach Ostern ins „richtige“ Training einzusteigen und ab dem 2. Mai die Saison fortzusetzen, seien wohl hinfällig. Daher hat der Ausschuss keine Entscheidungen getroffen. „Wir hängen ja ohnehin davon ab, wie der Verband weiter vorgeht“, verweist Dastig auf eine Stellungnahme, die der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) am kommenden Montag (29. März) im Rahmen einer Online-Pressekonferenz abgeben will. Theoretisch könne der Kreis Ahaus/Coesfeld für seine Ligen autark entscheiden, „aber wir werden uns sicherlich an Kaiserau orientieren.“ Der KFA werde am 19. April wieder tagen.

Die Hoffnung will Dastig nicht aufgeben. Lockerungen mit Kontaktsport ab dem 18. April, dann vielleicht eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes am 16. Mai – mit Spieltag am Pfingstwochenende und einer Englischen Woche wäre die Hinrunde in den Kreisligen wie geplant bis zum 20. Juni abzuschließen. Alles Spekulation. Zumal der KFA-Chef weiß, dass sich in den Klubs die Stimmen mehren, die Saison endgültig zu streichen. „Vielleicht sollten wir uns darauf fokussieren, ab Mitte August in die neue Spielzeit zu starten“, so Dastig achselzuckend.

Trend geht in die andere Richtung

Max Kemmann, Fußballobmann des SV Fortuna Seppenrade, kann sich nach den politischen Entscheidungen vom Montag „derzeit nur schwer vorstellen, dass wir zeitnah wieder kicken dürfen. Der Trend beim Infektionsgeschehen geht ja eher in die andere Richtung.“ Kemmann hat dabei weniger das aktuelle Geschehen in der A-Liga im Blick, wo die Fortuna den Darfeldern dicht auf den Fersen sitzt: „Für die Spieler wäre es viel wichtiger, dass sie überhaupt ihrem Hobby nachgehen dürfen. Dass sie sich endlich auf dem Platz treffen, und sei es nur zu Übungszwecken.“ Besonders bitter sei, dass wohl auch der schwarz-gelbe Nachwuchs, der erst vor 14 Tagen das Training aufgenommen hatte, zurück in den Lockdown müsse.

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