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Fußball: 50-Prozent-Regel

Kreisvorsitzender Westphal und Fortuna Seppenrade für sauberen Cut

Lüdinghausen/Sepp...

Wie soll die Saison 2020/21 im Falle eines neuerlichen pandemiebedingten Abbruchs gewertet werden? Der Verband sowie die 29 Kreise haben da klare Vorstellungen – und liegen gar nicht weit auseinander. Zuspruch kommt von Fortuna Seppenrade.

Florian Levenig

Wären im Fall der Fälle die Ersten, die Darfeld zum Aufstieg gratulieren: Fabian Prumann und die übrigen Seppenrader. Foto: flo

Bislang war es ja so, dass zwischen dem Verband (FLVW) und den 29 Fußballkreisen in Pandemiefragen stets Einigkeit herrschte. Daran habe sich auch nichts geändert, macht Willy Westphal, Vorsitzender des Kreises Ahaus/Coesfeld, deutlich – anderslautenden Medienberichten zum Trotz.

Tatsächlich konnte man in den vergangenen Tagen den Eindruck gewinnen, Kaiserau fahre in puncto 50-Prozent-Regel (nach mindestens der Hälfte aller Partien wird eine Wertung vorgenommen) einen anderen Kurs als die Kreise. Westphal widerspricht: „Dem FLVW ist – genau wie uns auf lokaler Ebene – daran gelegen, dass wir erst eine Halbserie durchziehen, ehe wir über weitere Spiele nachdenken.“ Heißt: Sobald wieder gekickt werden darf, setze man die Ende Oktober unterbrochene Hinrunde, also mit dem neunten Spieltag, fort. Bereits vorher ausgefallene Begegnungen würden demnach unter der Woche nachgeholt.

„Alles andere wäre wettbewerbsverzerrend“, findet Westphal. Man stelle sich bloß mal vor, der aktuelle Spitzenreiter spielt zwei Mal gegen den Tabellenletzten, aber nicht ein einziges Mal gegen den Mitbewerber um den Aufstieg. Für den Ligaprimus mag das verlockend klingen, für den Titelkonkurrenten und das Schlusslicht eher nicht.

Bei der jüngsten Videokonferenz des Kreisfußballausschusses am Montag habe dessen Chef Horst Dastig auch ein Szenario durchgespielt, wie die Spielzeit sogar komplett zu retten sei – indem man Mitte Januar loslege und, zusätzlich zu den Sonntagen, jeden Donnerstag kicke. „Aber das kann sich momentan realistischerweise niemand vorstellen“, so Westphal.

Ebenfalls problematisch aus Sicht des Kreisvorsitzenden: nach Abschluss der ersten Teilserie im Frühjahr noch zwei, drei Rückrundenspieltage auszutragen. „Ich will da keiner Mannschaft was unterstellen. Aber wenn eine bei Halbzeit einen vielversprechenden Punktequotienten hat, überlegt sie es sich womöglich, diesen noch zu gefährden und sucht vielleicht einen Vorwand, um alle weiteren Partien abzusagen“, gibt Westphal zu bedenken. Dann lieber ein sauberer Cut.

Beim A-Ligisten Fortuna Seppenrade, als Tabellenzweiter in Lauerstellung, sieht man das laut Mahmoud Abdul-Latif ähnlich: „Wenn die Darfelder ihren Lauf fortsetzen und alle 14 Hinrundenbegegnungen gewinnen, haben sie den Aufstieg ohne Wenn und Aber verdient. Dann sind wir die Ersten, die ihnen zur Meisterschaft gratulieren.“

In einem Punkt ist der Fortuna-Coach indes anderer Ansicht als die Funktionäre: „Mir wäre eine vierwöchige Vorbereitung deutlich lieber als die 14-tägige, wie sie den Offiziellen vorschwebt. Klar betrifft das alle Teams. Aber wir haben das doch nach dem ersten Lockdown gesehen: Da dachtest du bei manchen Jungs, die hätten zwei Jahre nicht gegen den Ball getreten. Bei einer nur zweiwöchigen Testphase wird sich aus meiner Sicht am Ende nicht das beste Team durchsetzen, sondern jenes, das individuell am stärksten besetzt ist.“

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