Volleyball: Regionalliga NRW

Lethaus-Transfer „ein Glücksfall“ für Union Lüdinghausen

Lüdinghausen/Senden

Nach nur einer Saison verlässt Felice Lyn Lethaus den Zweitligisten Skurios Volleys Borken. Die junge Zuspielerin aus Senden schließt sich Regionalligist Union Lüdinghausen an – und trifft dort auf einen alten Bekannten.

Florian Levenig

Stellt demnächst in Lüdinghausen zu: Felice Lyn Lethaus. Foto: flo

Felice Lyn Lethaus ist einerseits „ganz schön traurig“, dass ihr Engagement beim Volleyball-Zweitligisten Borken nach nur einer Spielzeit endet. Liebend gern hätte sie mal vor den sagenhaften Fans in der Mergelsberghalle – 800 und mehr besuchen in Nicht-Corona-Zeiten die Heimspiele der Skurios – aufgeschlagen. Auch sei die Stimmung innerhalb des Teams klasse und Chang Cheng Liu ein sehr fähiger Chefcoach, „bei dem ich eine Menge gelernt habe“.

Andererseits gebe es da einen, dem sie noch mehr verdanke. Der maßgeblichen Anteil an ihrem sportlichen Werdegang habe: Suha Yaglioglu. „Suha hat mir im Grunde alles beigebracht. Er war ja seit der U 14 mein Trainer in Senden.“ Yaglioglu war es auch, der Lethaus in ganz jungen Jahren ins damalige Drittliga-Team des ASV holte. Und man darf getrost davon ausgehen, dass er beim jüngsten Transfer-Coup ebenfalls die Finger im Spiel hatte. Denn: Die 19-Jährige stellt ab sofort beim Regionalligisten Union Lüdinghausen, den der Ur-Sendener seit 2020 coacht, zu.

Keine 15 Autominuten bis zur Leistungssporthalle

Nicht, dass man sie in Borken loswerden wollte. Ganz im Gegenteil: Skurios-Teammanager Markus Friedrich hatte erst kürzlich gegenüber den WN betont, „dass Lissy bei uns ihren Weg geht und wir langfristig auf sie setzen“. Dennoch hat sich die junge Zuspielerin, derzeit FSJlerin an der Realschule Senden, gegen eine Karriere als Halbprofi entschieden: „Der Plan ist, dass ich ab dem Herbst in Münster Sozialarbeit studiere. Hochleistungssport und Uni in Einklang zu bringen, ist eh schwer genug. Hinzu käme dann noch die ziemliche Fahrerei. Deshalb habe ich mich letztlich für den Wechsel entschieden.“ Von ihrer Heimatgemeinde bis zur fast fertigen Leistungssporthalle an der Konrad-Adenauer-Straße sind es mit dem Auto keine 15 Minuten.

Einige ihrer künftigen Teamkolleginnen kennt Lethaus bereits: „Zum einen gab es im Nachwuchsbereich ja oft genug Duelle zwischen Union und ASV bei Westdeutschen Meisterschaften. Zum anderen waren wir 2019/20 in derselben Liga.“

Verpflichtung eine Art Signal

Dirk Havermeier bezeichnet den Transfer als „Glücksfall für unseren Verein. Trotz ihrer Jugend bringt Lissy viel Erfahrung auf sehr hohem Niveau mit.“ Zudem versteht der Union-Abteilungsleiter die Verpflichtung als eine Art Signal: „Oft ist es ja leider so, dass wir Spielerinnen, die von uns ausgebildet wurden, an höherklassige Mannschaften, etwa in Münster, verlieren. Jetzt ist es mal andersrum gelaufen. Wir haben eine tolle neue Halle und mit Suha einen exzellenten Trainer. Vielleicht können wir so die eine oder andere ehemalige Lüdinghauserin zur Rückkehr bewegen.“ Mittel- bis langfristig nehme Union weiter die dritte Liga ins Visier.

Unterdessen hat eine weitere ehemalige Sendenerin, Mittelblockerin Doreen Luther (war wie Lethaus 2020 nach Borken gekommen), ihr Arbeitspapier bei den Skurios Volleys um eine weitere Spielzeit verlängert.

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