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Badminton: Olympia-Aus

Nicht die Zeit des Haderns – Linda Efler schaut voraus

Lüdinghausen

Ihre Partner im Mixed (Marvin Seidel) und im Damen-Doppel (Isabel Herttrich) sind beide bei Olympia am Start. Linda Efler (Union Lüdinghausen) hat dagegen das „Race to Tokyo“ verloren. Die 26-Jährige trägt die verpasste Quali mit Fassung.

Von Florian Levenig

Fehlt Ende Juli in Tokio: Linda Efler, die neben Isabel Herttrich beste deutsche Doppelspielerin. Foto: flo

Am Mittwoch fand in Saarbrücken, am Bundesstützpunkt Doppel/Mixed, der erste von zwei Medientagen zum Thema Olympia statt. Fotos, Gespräche in lockerer Runde, die Möglichkeit, den drei Tokio-Startern Mark Lamsfuß, Marvin Seidel und Isabel Herttrich beim Training über die Schulter zu schauen. Wer fehlte, aber furchtbar gern ebenfalls an den Spielen teilgenommen hätte, war: Linda Efler.

Ob ihr die gestrige Veranstaltung einen kleinen Stich versetzt habe? „Nö. Ich hatte ja ausreichend Zeit, das zu verdauen.“ Im Grunde sei bereits im Frühjahr 2020, als auch die Badminton-Welt von einem Tag auf den anderen stillstand, absehbar gewesen, „dass das mit der Olympia-Quali sauschwer werden würde“. Ziemlich groß war da schon der Rückstand im „Race to Tokyo“ auf die (westeuropäische) Konkurrenz.

In den Doppeln reicht es – anders als im Einzel – bekanntlich nicht, die Nummer eins im eigenen Land zu sein, um zu den Spielen fahren zu dürfen. Ganze 16 Paare sind in Fernost am Start – darunter solche aus Nordamerika und Ozeanien, die im internationalen Ranking weit hinter Efler/Herttrich liegen, aber von Weltverband und IOC Quotenplätze zugewiesen bekommen. Insofern sei „immer auch ein bisschen Glück“ bezüglich der Nominierung vonnöten. Anfang 2021 – das beste DBV-Doppel hatte soeben die „World Finals“ in Thailand erreicht – sei kurz Hoffnung aufgekeimt. Doch nach einer mehrwöchigen Verletzungspause kurz darauf war das Thema Tokio für die Emsdettenerin in Diensten des Bundesligisten Union Lüdinghausen durch.

Erfolge kann ihr keiner nehmen

Waren also fünf an Entbehrungen reiche Jahre für die Katz’? Efler widerspricht: „Klar denken Spitzensportler in Olympia-Zyklen. Was auch mit der Vergabe von Fördergeldern zu tun hat. Aber meine Entwicklung in diesem Zeitraum, die Erfolge auf Turnieren: Die kann mir keiner nehmen.“ Vielfach stand die Nationalspielerin bei Team-Europameisterschaften auf dem Podium. Ende 2017 erreichten Seidel und sie das Halbfinale bei den Korea Open, einem der bedeutendsten Turniere überhaupt. Kurz darauf kratzte das DBV-Mixed in der Weltrangliste an den Top Ten.

Und jetzt? Nächste Ausfahrt Paris? Bei den Spielen in Frankreich wäre Efler 29. Bestes Badminton-Alter, wie man so sagt. So weit vorausschauen mag die Nullachterin nicht. Im Spätsommer, wenn Bilanz gezogen wird und sich die Verbände für den nächsten Olympia-Zyklus aufstellen, wisse sie vielleicht mehr. Aktuell trainiert Efler weiter in Saarbrücken. Später mache sie noch eine P-ause, vielleicht ein Praktikum („was Sportfernes“). Auf die DM Ende August in Bielefeld freut sich die dreimalige nationale Titelträgerin ebenso wie auf die kommende Erstligasaison und die schmucke neue 08-Heimspielstätte an der Konrad-Adenauer-Straße. Sich länger als nötig mit Vergangenem aufhalten, grübeln, hadern: Das ist eher nicht das Ding der 26-Jährigen.

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