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Badminton: Maas und Torrance weg, Refrath stockt auf

Nullacht ohne zwei

Lüdinghausen

Zwei Spieler, der Niederländer Jelle Maas und die Schottin Ciara Torrance, haben den amtierenden DM-Dritten Union Lüdinghausen verlassen. Der TV Refrath rüstet auf – und der 1. BC Wipperfeld macht’s wie Bayern München.

Von Florian Levenig

Verlassen den hiesigen Erstligisten: die Schottin Ciara Torrance und der Niederländer Jelle Maas. Foto: flo

Falls sich noch wer an Fußball-Deutschland in den 1980er-Jahren erinnert: Die Bayern kauften damals ohne Ende Spieler, für die sie eigentlich gar keine Verwendung hatten (hallo, Calle Del’Haye!). Ganz einfach weil sie es konnten – und um die Bundesligakonkurrenten zu schwächen. Ein bisschen so mutet an, was der 1. BC Wipperfeld macht. Der Ligakrösus hat zur neuen Erstligasaison, die am zweiten Septemberwochenende (11./ 12.) beginnt, den neben dem Ur-Wipperfelder Mark Lamsfuß besten Doppel- und Mixed-Spieler im Land, Marvin Seidel, dem amtierenden Champion 1. BC Bismischheim abgeluchst.

„Wieso eigentlich?“, will Michael Schnaase, Teammanager des Ligarivalen Union Lüdinghausen, wissen. Die Frage ist nicht unberechtigt. Auch 2021/22 wird es nur ein gemischtes Doppel je Begegnung geben. Das dann Lamsfuß oder Seidel bestreitet. In den Doppeln waren die Oberbergischen mit Lamsfuß, den Grimley-Brüdern Matthew und Christopher aus Schottland sowie Nationalspieler Jones Jansen ebenfalls längst vor der Verpflichtung von Tokio-Starter Seidel bestens aufgestellt.

Vizemeister vor Wachablösung

Kann man also dem umtriebigen Manager des Vizemeisters, Andreas Lamsfuß, schon vor Beginn der Spielzeit zum Titelgewinn gratulieren? Ganz so weit würde Schnaase nicht gehen: „In einem K.o.-Match ist immer noch vieles möglich.“ Aber die Hauptrunde, davon ist der 08-Macher relativ überzeugt, werde Wipperfeld als Tabellenerster beschließen.

Und was macht die Konkurrenz? Ziemlich aktiv auf dem Transfermarkt war der TV Refrath. Zwar verlassen mit Nhat Nguyen, der europaweit zu den Besten seines Jahrgangs im Einzel zählt, und Sam Magee (beide Irland) zwei wichtige Stützen den Deutschen Meister des Jahres 2017. Dafür hat der TVR gleich fünf neue Leute unter Vertrag genommen. Fabian Roth, bis zu seiner schweren Verletzung als Nachfolger des großen Marc Zwiebler gehandelt, kehrt aus Bischmisheim zurück. Dazu verstärken Daniel Hess (kommt vom 1. BC Beuel), der Däne Daniel Kim sowie der schottische Doppel-Spezialist Adam Hall das Team – und dessen Landsfrau Ciara Torrance, die seit 2019 den Dress der Nullachter trug, aber in Lüdinghausen nur selten zum Zuge kam.

Torrance heuert beim TVR an

„Ciara hat in Refrath die Möglichkeit, häufiger zu spielen“, hat Schnaase Verständnis für den Weggang der 21-Jährigen. Bei Union gibt es schlicht kein Vorbeikommen am Doppel Linda Efler/Yvonne Li (im regulären Ligabetrieb seit zwei Jahren unbezwungen), zudem stehen mit Eva Janssens und Perspektivspielerin Kelly van Buiten weitere Alternativen parat.

Jelle Maas hört ganz mit dem Leistungssport auf, der Niederländer kam aber bereits 2020/21 nicht mehr für die Steverstädter zum Einsatz. Auch bei den Männern sei der aktuelle DM-Dritte mit Ties van der Lecq, Josche Zurwonne, Roman Zirnwald, Aram Mahmoud, Nick Fransman und Max Weißkirchen gut aufgestellt, glaubt Schnaase – zumal die drei Letzteren, alles gelernte Einzel-Kämpfer, sehr brauchbare Paarspieler seien. Der 08-Teammanager hat im Rennen um die sechs Playoff-Ränge neben Wipperfeld, Refrath, Saarbrücken und der eigenen Mannschaft Wittorf, Trittau, den starken Neuling Dortelweil (um den Ex-Lüdinghauser Kai Schäfer) und, eventuell, Beuel auf dem Zettel. Für Neuhausen-Nymphenburg sowie die Vorjahresaufsteiger Schorndorf und Jena (am ersten Spieltag zu Besuch in der neuen Leistungssporthalle) werde es dagegen eher um den Klassenerhalt gehen.

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