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Fußball: Bezirksliga 9

Patrick Voll hat „keinen Bock auf Kreisliga“

Lüdinghausen

Union Lüdinghausen hat am Sonntag (13. März), 15 Uhr, RW Germania zu Gast. Es geht: um alles, wie Co-Kapitän Patrick Voll im Interview klarstellt. Helfen sollen zwei Ehemalige.

„Der letzte Hoffnungsschimmer“: Für 08-Routinier Patrick Voll ist die Partie am Sonntag gegen RW Germania ein glasklares Endspiel. Foto: flo

Patrick Voll ist der dienstälteste Nullachter. Seit 2012 (mit zwölf Monaten Unterbrechung) steht der Zentrumsverteidiger in Diensten des Fußball-Bezirksligisten Union Lüdinghausen. Mit Abstiegskämpfen kennt sich der Mann also aus. Zuletzt trug der 28-Jährige, in Abwesenheit des erkrankten Kapitäns Jonathan Krüger, auch wieder die Binde. Vor dem „Sechs-Punkte-Spiel“ am Sonntag (13. März), 15 Uhr, daheim gegen RW Germania wollte WN-Sportredakteur Florian Levenig von Voll wissen, ob es beim Tabellenletzten noch so was wie Hoffnung gibt.

Wie ist die Laune?

Voll: Dafür, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen, ist sie relativ gut.

Die Dortmunder haben sieben Zähler mehr auf dem Konto als Union und ein Match in der Hinterhand. Bei einer Niederlage am Sonntag war’s das, oder?

Voll: Davon muss man leider ausgehen. Das habe auch ich den Jungs unter der Woche gesagt: Ein Sieg gegen Germania wäre der letzte Hoffnungsschimmer.

Dass die Mannschaft Qualität hat, ist unbestritten. Wie konnte es da überhaupt so weit kommen?

Voll: Eine gute Frage, über die wir uns seit Monaten den Kopf zerbrechen. Selbst das Spiel zu machen, liegt uns nicht so sehr wie rasches Umschalten. Wir tun uns also leichter, wenn es gegen die Top-Teams geht, lassen aber allzu viele Punkte in den Kellerduellen liegen – wo dann natürlich der Druck umso größer ist.

Es ist immer wieder zu hören, die Trainingsbeteiligung sei trotz der sportlichen Krise top, die Stimmung innerhalb der Mannschaft bestens. Zu viel der Harmonie?

Voll: Harmonie ist ja an sich nichts Schlechtes. Aber ja: Vielleicht muss es – und als Älterer fasse ich mir da gern an die eigene Nase – auch mal knallen. Insofern ganz gut, dass Mahmoud Abdul-Latif uns in diesen Wochen unterstützt (siehe Infokasten). Der haut garantiert dazwischen, wenn ihm was gegen den Strich geht.

Die 08-Verantwortlichen betonen seit Langem, dass sie zweigleisig planen und ein Abstieg kein Beinbruch wäre. Von den Ortsderbys ganz zu schweigen.

Voll: Ach, die Derbys. Mir wäre der Klassenerhalt allemal lieber. Natürlich würde im Falle des Abstiegs nicht alles zusammenbrechen. Aber ich persönlich hab’ keinen Bock auf Kreisliga. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob das für unsere jungen Leute das Richtige ist. Das kann sie in ihrer Entwicklung durchaus ein, zwei Jahre zurückwerfen. Und: Ein sofortiger Wiederaufstieg lässt sich nicht am Reißbrett planen. Da kommt dann plötzlich ein neureicher B-Ligist um die Ecke – und schon war’s das. Wie kompliziert es sein kann, in die Bezirksliga aufzusteigen, haben wir selbst 2016 erlebt.

Also lieber bis zum Umfallen kämpfen?

Voll: Definitiv. Vielleicht hilft es ja, dass wir die Situation aus den Vorjahren kennen. Dass wir wissen, wie Klassenerhalt geht – von mir aus auch wieder am letzten Spieltag und mit der Schützenhilfe anderer Klubs. Das wenigstens zu probieren, sind wir unseren treuen Fans und den vielen ehrenamtlichen Helfern im Verein schuldig.

Abdul-Latif und Rips helfen

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