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Triathlon: Lüdinghauser beim Ironman Italien

Rente mit 61, ab nach Hawaii

Lüdinghausen

Für Willi Wilner und Peter Weiß war es ein denkwürdiger Italien-Trip. Der eine Lüdinghauser ließ seine lange Karriere auf dem Stiefel ausklingen, der andere hat noch was vor.

Von und

Peter Weiß belegte beim Ironman Italien Platz zwei in seiner Altersklasse und schaffte somit die WM-Quali. Willi Wilner (kl. Bild) bestritt seinen letzten Dreikampf. Foto: red

Die beiden Lüdinghauser Triathleten Willi Wilner und Peter Weiß haben erfolgreich, wenn auch mit einem Jahr Verspätung am Ironman Italien teilgenommen. Geplant war ein Start 2020, der dann aus den bekannten Gründen abgesagt und auf 2021 verschoben wurde.

Die Ausgangslage: Für Willner sollte es der letzte Triathlon seiner langen Ausdauer-Dreikampf-Karriere werden. Mit 61 wird das Training nicht einfacher, wiederkehrende Probleme beim Laufen machen ein vernünftiges Disziplin-Training kaum möglich. Weiß hingegen hatte seine Einheiten wie gewünscht abgespult, hoffte auf ein gutes Ergebnis und wollte es dem „jungen Gemüse“ als einer der Ältesten in der AK  50/54 noch mal zeigen.

Beim Schwimmen wurden beide von bis zu 1,50 Meter hohen Wellen überrascht. Wilner schwamm solide 65 Minuten und fuhr anschließend im Schnitt 31,7 km/h auf einem normalen Rennrad ohne Triathlon-Lenker (5:44 Stunden) – Platz elf nach dem zweiten Wechsel in seiner Altersklasse.

Begegnung mit Qualle

Weiß war im Wasser mit 63 Minuten etwas schneller, wurde aber von einer Qualle am Hals erwischt Zunächst bemerkte er ein eigenartiges Brennen an der Stelle, danach bekam er einen Hitzeschub. Erst nachdem Wasser in den Neoprenanzug gelaufen war, ging’s weiter.

Der Rad-Parcours war relativ flach, wenngleich es eine knapp drei Kilometer lange Steigung zu bewältigen galt, durchschnittliche Steigung: zwölf Prozent. Weiß drosselte aufgrund der höheren Pulsbelastung nach der Quallenbegegnung das Tempo – 37,5 statt der anvisierten 38,5 km/h. Trotzdem erzielte er die beste Zeit aller 310 Mitbewerber seiner Klasse und rollte als AK-Vierter nach 4:48 Stunden für die 180 Kilometer in die Wechselzone.

Glücklich im Ziel: Willi Wilner (r.) und Peter Weiß. Foto: Foto: red

Wilner hatte befürchtet, beim Marathon aufgrund des fehlenden Trainings lange Gehpausen einlegen zu müssen, was sich jedoch als unbegründet erwies. Der Routinier zog seine Pace von sechs Minuten pro Kilometer von Anfang bis Ende durch, erreichte als Zwölfter der Altersklasse 60/64 das Ziel. Seine Endzeit: 11:39:57 Stunden (Platz 723 unter 2500 Startern). Die Triathlon-Rente: mehr als verdient nach über 30 Jahren als Aktiver.

Weiß wurde unterwegs mit Zwischenzeiten versorgt – wichtig, weil er Zweiter werden musste, um sich ein weiteres Mal für die Weltmeisterschaft im Pazifik zu qualifizieren. Der Lüdinghauser, der sich nach zwei von vier Runden vorgekämpft hatte, hielt das Lauftempo – und die Konkurrenz auf Distanz. Der Drittplatzierte erreichte das Ziel zehn Minuten nach Weiß, der somit zum siebten Mal die Quali für den Ironman auf Hawaii meisterte und im Herbst 2022 zum fünften Mal an der WM teilnehmen will (falls diese denn stattfindet). 9:33:37 Stunden benötigte der Steverstädter, der damit Gesamt-46. wurde.

Beide Athleten erreichten somit ihre selbstgesteckten Ziele und sind inzwischen wohlbehalten, aber mit immer noch starkem Muskelkater zurück in der Heimat.

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