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Badminton: Bundesliga

Robin Tabeling in der Form seines Lebens

Lüdinghausen

Am Sonntag (20. November), 18 Uhr, hat Union Lüdinghausen den TV Refrath zu Gast. Wie das Duell der Altmeister enden wird, ist völlig offen. Bei einem Nullachter allerdings kann man sich kaum vorstellen, dass er auch mal ein Match verliert.

Hat bislang sieben Partien für Union Lüdinghausen bestritten – und alle gewonnen: Robin Tabeling (l.). Das soll auch morgen, im Abendspiel gegen Refrath, so bleiben. Foto: flo

Wir können das Robin Tabeling jetzt nicht ersparen. Leider. Er möge doch bitte den WN-Lesern erklären, wie das passieren konnte, neulich in Paris. Im Finale der French Open. Als Tabeling und Selena Piek – er neu in Lüdinghausen, sie wieder da – im Entscheidungssatz gegen Zheng Si Wei und Huang Ya Qion mit 20:16 geführt hatten. Um dann die folgenden sechs Ballwechsel und das Match noch zu verlieren.

Waren es die Nerven? Zwar hat der Niederländer schon viele Turniere gewonnen, stand bei Europameisterschaften auf dem Siegerpodest. Aber: Paris ist eben noch mal eine andere Nummer. Neben den Denmark Open und den All England der einzige Wettbewerb auf dem Kontinent, der es in puncto Teilnehmerschar und Preisgeld mit den Mega-Events in Asien aufnehmen kann. Weltmeisterschaften und Olympia sind auch nicht besser besetzt.

Alles richtig gemacht

Komplett nachvollziehbar also, wäre ihm, den größten Karriereerfolg vor Augen, die Düse gegangen. Nein, widerspricht der 28-Jährige, nervös seien Piek und er nicht gewesen. Er habe sich, nach anfänglichem Frust, das Match noch mal auf Youtube angeschaut. Um zu sehen, „was wir anders oder besser hätten machen können. Aber da war nichts.“ Vielmehr hätten die Allesgewinner aus China – die amtierenden Weltmeister und Weltranglistenersten – plötzlich ihr „A-Game“ ausgepackt. Und den Papst in der Tasche gehabt. Rahmentreffer, Netzroller, aus, vorbei. Die Enttäuschung ist längst verflogen. Geblieben sind der Stolz, die Erkenntnis, es mit jedem Mixed auf diesem Planeten aufnehmen zu können, und Rang 14 im World Ranking. Höher war das Oranje-Duo nie notiert.

08-Einstand wie gemalt

Auch der Einstand bei Union war wie gemalt. „Das Familiäre in Lüdinghausen, die Schnaases, die Fans, die Halle, die vielen Holländer im Team“, schwärmt Tabeling. Heel mooi, heel prachtig. Vom Sportlichen ganz zu schweigen. Sieben Mal stand er für die Nullachter bislang auf dem Parkett, sieben Mal hat er es als Sieger verlassen. Mit drei unterschiedlichen Partnern. Okay, dass es schwer bis unmöglich sein würde, Tabeling/Piek in der Beletage beizukommen, das wusste man vorher. Aber auch das Mixed mit Johanna Goliszewski („eine Tonne Erfahrung, taktisch extrem versiert“) sei eine Wucht gewesen. Oder der denkwürdige Erfolg im Doppel beim Clásico gegen Bischmisheim. In fünf Sätzen rangen Ties van der Lecq und er ihre Landsleute Mark Caljouw und Ruben Jille nieder. Ganz großes Badminton.

„Taktisch extrem versiert“: Robin Tabeling über Johanna Goliszewski. Foto: flo

Eigentlich seien ja – wie bei Piek – nur sporadische Einsätze in Liga eins verabredet gewesen. „Aber es macht so unglaublich viel Spaß hier, dass ich an den Doppelspieltagen die Sonntage halt noch mitgenommen habe.“ Mit Mülheim stand Tabeling zwei Mal – 2016 und 2017 – im Viertelfinale. Die Playoffs seien auch in dieser Saison das Ziel, „vielleicht sogar das Final Four. Entscheidend wird letztlich sein, wie viele der Top-Leute den Klubs wie oft zur Verfügung stehen.“ Da kann es nicht schaden, wenn Tabeling – in der Form seines Lebens – ein, zwei Mal öfter für Union zum Schläger greift als geplant.

Beide Teams in Bestbesetzung

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