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Fußball: Kreisliga A 2 Ahaus/Coesfeld

Schon jetzt Entzugserscheinungen – Abdul-Latif bald in Nottuln

Lüdinghausen

Mahmoud Abdul-Latif war lange Coach des SV Fortuna Seppenrade und des SC Union Lüdinghausen. Im Sommer löst er Mario Popp als Trainer der DJK GW Nottuln 2 ab. Die Aufgabe dort könne spannender kaum sein, glaubt der 38-Jährige.

Von Florian Levenig

War zuletzt viereinhalb Jahre Coach in Seppenrade und übernimmt im Sommer den A-Ligarivalen GW Nottuln 2: Mahmoud Abdul-Latif. Foto: Oetz

„Besser als Nottuln kann man so einen Übergang doch gar nicht managen“, sagt Mahmoud Abdul-Latif. Und wer mag, darf da eine kleine Spitze Richtung Seppenrade raushören – dem Verein, bei dem Abdul-Latif so lange Coach war und der, so sieht der 38-Jährige das, den Übergang nicht ganz so elegant hinbekommen hat (auch wenn er öffentlich seit der Trennung kein böses Wort über die Schwarz-Gelben verloren hat).

In der Stiftsgemeinde jedenfalls hatte Mario Popp, der Coach, frühzeitig kundgetan, dass er die Reserve der Grün-Weißen im Sommer verlassen wird. Keine große Sache, kein Murren im Verein, nichts. Popp wird, falls nichts Außergewöhnliches passiert, bis zum 30. Juni seine Aufgabe beim A-Ligisten so gewissenhaft erledigen, wie er es immer getan hat – und dann die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger übergeben. Der heißt, genau, Mahmoud Abdul-Latif.

Schöne Bescherung

Der Mann, der bis zum Winter im Rosendorf (und davor bei Union Lüdinghausen) als Trainer fugierte, hatte ja Gleiches wie Popp vor. Die Fortuna-Verantwortlichen so zeitig wie möglich über den Abschied im Sommer informieren, damit die sich in Ruhe nach einem neuen Coach umschauen können. Die Dinge vernünftig zu Ende bringen, eine gescheite Rückrunde mit seinem Team hinlegen.

Hat dann nicht ganz so gut geklappt, kurz vor Weihnachten musste Abdul-Latif seinen Hut nehmen. Schöne Bescherung. Er habe „insgeheim befürchtet, dass ich am 1. Juli ohne Verein dastehe, da Mitte Dezember die meisten Bänke im Kreis Coesfeld bereits besetzt waren“. Die Sorge erwies sich als unbegründet. Ein gutes halbes Dutzend an Angeboten folgte, aus der A- wie aus der Bezirksliga. Es hat sich halt rumgesprochen, dass dieser Fußballverrückte, der sowohl den SC Union als auch die Fortuna einst in die nächsthöhere Klasse führte, ein bisschen was von seinem Handwerk versteht.

Ergebnisse zweitrangig

Wobei, und dafür ist Abdul-Latif „sehr dankbar“, niemand in Nottuln von ihm erwarte, die GW-Reserve mittelfristig in die Bezirksliga zu führen: „Lothar Ulrich, der sportliche Leiter, hat ausdrücklich betont, dass es weniger um Ergebnisse geht als darum, junge Spieler zu entwickeln.“ Die Grün-Weißen sind bekannt für ihre Top-Jugendarbeit. Am Ende der Spielzeit werden zehn Leute aus der U 19, aktuell Tabellenführer in der Bezirksliga 1, zu den Senioren wechseln, dazu ein paar Spieler aus der A 2, derzeit B-Liga-Zweiter.

Dass die nicht alle den Sprung in den Westfalenliga-Kader schaffen, liegt auf der Hand. Ein paar der Top-Talente wird somit Abdul-Latif anleiten, der von einem „spannenden und hoffentlich längerfristigen Projekt“ spricht. Sein Ziel: „Dass vielleicht ein, zwei von den Jungs mal im Pokal in der Ersten zum Zuge kommen. Das wäre ganz im Sinne des Vereins – und ist auch mein eigener Anspruch.“

Umzug im Frühjahr

Dass er im Frühjahr mit seiner Familie nach Nottuln zieht, stand lange vor dem Angebot der Grün-Weißen fest, sei aber „ein Bonus“. Die Frau, die kleine Tochter, die Arbeit als Immobilienmakler, dazu künftig die beiden Übungseinheiten und die Spiele mit den Grün-Weißen: Für all das soll genug Zeit bleiben, „da muss ich nicht noch stundenlang im Auto sitzen“.

Und was macht Abdul-Latif bis Ende Juni? „Gute Frage, ich habe jetzt schon Entzugserscheinungen.“ Trotzdem werde er „selbstverständlich Mario nicht dazwischenfunken. Der soll in Ruhe seinen Job abschließen.“ Er selbst werde in den kommenden Monaten, gemeinsam mit Ulrich, Gespräche mit den aktuellen Spielern (die dem Vernehmen nach fast alle bleiben) und den Noch-Jugendlichen führen, die für die Zweite in Betracht kommen. Angedacht ist, dass die beiden spielenden Popp-Assistenten, der Ex-Herberner Dennis Hölscher und Sascha Frye, auch ihm 2022/23 zuarbeiten.

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